English Woman's Journal - Verbraucherschützer beklagen Missstände bei Mehrwegangebot in der Gastronomie

Verbraucherschützer beklagen Missstände bei Mehrwegangebot in der Gastronomie


Verbraucherschützer beklagen Missstände bei Mehrwegangebot in der Gastronomie
Verbraucherschützer beklagen Missstände bei Mehrwegangebot in der Gastronomie / Foto: Philippe LOPEZ - AFP/Archiv

Verbraucherschützer haben Missstände beim verpflichtenden Angebot von Mehrwegoptionen in der Gastronomie beklagt. Viele Betriebe hätten die Vorgaben bisher nicht ordnungsgemäß umgesetzt, teilte die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz am Dienstag mit. Bei einem Test unter 76 Betrieben fielen demnach auch bekannte Kaffeehaus- und Bäckereiketten durch - nur 42 Betriebe boten Mehrwegbehältnisse an.

Textgröße ändern:

"Einige Betriebe bieten gar keine Mehrwegverpackungen an, bei anderen müssen die Mehrwegbehältnisse gekauft werden", kritisierte die Verbraucherzentrale. Seit Anfang des Jahres müssen Restaurants, Bistros und Bäckereien, die ihr Essen auch zum Mitnehmen anbieten, kostenlose Mehrwegverpackungen bereitstellen. Pfand hingegen darf erhoben werden.

In dem Test der Verbraucherzentrale in Mainz, Ludwigshafen, Trier und Koblenz war das aber nur in 42 Betrieben der Fall. Mindestens 35 Prozent kämen der Angebotspflicht nicht ordnungsgemäß nach. "Nur etwa jeder zweite überprüfte Betrieb erfüllt die gesetzlich vorgeschriebene Informationspflicht durch eine gut sichtbare und deutlich lesbare Tafel oder ein Schild, das auf das Mehrwegangebot hinweist", erklärten die Verbraucherschützer.

Zudem sprachen sie sich für eine Verschärfung der Regeln aus. Derzeit gibt es Ausnahmen für Restaurants, die ihr Essen in Papp- oder Alubehältern anbieten - sie sind von der Mehrwegpflicht befreit. "Einwegverpackungen aus Karton sind keine akzeptable Alternative", bemängelte die Verbraucherzentrale und fuhr fort: "Sie sind ressourcenintensiv und nicht wiederverwertbar".

Auch mehr Kontrollen durch die Landkreis- oder Stadtverwaltungen seien nötig. Diese finden laut Verbraucherzentrale derzeit kaum statt. So werde sich die Nutzung von Mehrwegverpackungen nicht durchsetzen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) warf unterdessen der Fastfoodkette McDonald's vor, durch das Werben mit recycelbaren Einwegbechern und Pommesboxen Greenwashing zu betreiben. "Der Wechsel von Einweg-Plastik auf Papier führt zu keinem Gramm weniger Abfall, erhöht sogar den Ressourcenverbrauch und hat die Abholzung von Bäumen zur Folge", erklärte die DUH am Dienstag.

Die Fastfoodkette ruft seit einiger Zeit dazu auf, Abfall ordnungsgemäß zu entsorgen, damit aus den Trinkbechern Bücher für das Happy Meal entstehen können und Ressourcen mehrfach genutzt werden. Die DUH hingegen spricht davon, dass lediglich 40 Prozent der Bücher aus alten Einwegbechern bestehen und forderte das Unternehmen auf, vermehrt auf Mehrwegalternativen zu setzen.

Ch.Anderson--EWJ

Empfohlen

EU-Lebensmittelaufsicht senkt Grenzwert für Ewigkeitschemikalie TFA deutlich ab

Die EU-Lebensmittelbehörde Efsa hat den Grenzwert für die tägliche Aufnahme der Ewigkeitschemikalie TFA (Trifluoressigsäure) deutlich abgesenkt. Neue Studien hätten ergeben, dass TFA ein für den Stoffwechsel wichtiges Hormon beeinflusst, erklärte die Behörde mit Sitz in Mailand am Mittwoch. TFA gelangt vor allem über den Pestizideinsatz in Grundwasser, Böden und Ackerpflanzen und auf diesem Weg in den menschlichen Körper.

Reiche gehen Lockerungen der EU-Regeln für Gas- und Ölimporte nicht weit genug

Die von der EU-Kommission geplanten Lockerungen der europäischen Regeln für Gas- und Ölimporte gehen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) noch nicht weit genug. "Die jetzt vorgeschlagene Lösung überzeugt nicht", erklärte Reiche am Dienstag in Berlin. Sie kritisierte, dass die EU an den rechtlichen Vorgaben der sogenannten Methanverordnung festhalten und lediglich auf Bußgelder bei Verstößen zunächst verzichten wolle.

Great Barrier Reef: Wissenschaftler warnen vor "Kollaps des Ökosystems"

Dem Great Barrier Reef in Australien drohen nach Einschätzung von Wissenschaftlern unter dem Einfluss des diesjährigen Klimaphänomens El Niño eine extreme und weitflächige Korallenbleiche und ein "Kollaps des Ökosystems". Der "extreme El Niño" stelle ein erhebliches Problem dar, warnte am Dienstag Morgan Pratchett, Meeresschutz-Experte von der James Cook University in Queensland, bei dem Internationalen Korallenriff-Symposium im neuseeländischen Auckland.

Bundespräsident Steinmeier empfängt aserbaidschanischen Präsidenten Alijew

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Dienstag seinen Amtskollegen aus Aserbaidschan, Ilham Alijew, zu einem Gespräch empfangen. Anschließend will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit Alijew über Energie- und Rohstofffragen und den Friedensprozess mit Armenien beraten. Geplant ist auch die Unterzeichnung eines Vertrags, dessen Inhalt noch bekanntgegeben werden soll. Alijew sollte gegen Mittag vor dem Kanzleramt mit militärischen Ehren begrüßt werden.

Textgröße ändern: