English Woman's Journal - Studie: Größtes CO2-Einsparpotenzial für Verbraucher durch Umstieg auf E-Auto

Studie: Größtes CO2-Einsparpotenzial für Verbraucher durch Umstieg auf E-Auto


Studie: Größtes CO2-Einsparpotenzial für Verbraucher durch Umstieg auf E-Auto
Studie: Größtes CO2-Einsparpotenzial für Verbraucher durch Umstieg auf E-Auto / Foto: CHARLY TRIBALLEAU - AFP

Das größte Potenzial zum Einsparen von CO2 für deutsche Verbraucher liegt einer Studie zufolge im Umstieg von einem Verbrenner- auf ein Elektro-Auto. Würden alle Verbrenner-Fahrer umsteigen, "ließen sich langfristig rund 69 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie im Auftrag des Energiekonzerns Eon. Ebenfalls sehr großes Potenzial für den Klimaschutz haben demnach private Solaranlagen auf dem Dach sowie der Einbau einer Wärmepumpe.

Textgröße ändern:

Die Studie, erstellt von den Energiedatenexperten von Energy Brainpool zusammen mit dem Umfrageinstitut Civey, stellt im Verkehrsbereich ein realistisches, kurzfristiges Einsparpotenzial von drei Millionen Tonnen CO2 fest: Denn vier Prozent der Verbrenner-Fahrer planen laut Umfragen tatsächlich bis Mitte 2024 den Kauf eines E-Autos. Der Umstieg auf das Fahrrad oder den Öffentlichen Nahverkehr bringt der Studie zufolge hingegen deutlich weniger CO2-Einsparungen, weil damit meist kurze Strecken zurückgelegt werden.

Langfristig sieht die Studie weiteres Einsparpotenzial durch batterielektrische Fahrzeuge durch sogenanntes bidirektionales Laden: Die Batterie des E-Autos wird dabei als Energiespeicher im Netz genutzt. Wenn der Strom gerade teuer ist, kann etwa der Kühlschrank mit der gespeicherten Autoenergie betrieben werden. Wenn der Strom billig ist oder die eigene Solar-Anlage produziert, wird die Batterie wieder aufgeladen. 18 Millionen Tonnen CO2 könnten so eingesparte werden. Die entsprechende Technologie ist allerdings noch sehr jung.

Außerdem beziehen sich die berechneten möglichen CO2-Einsparungen auf den aktuellen Strommix. Ein E-Auto produziert demnach im Betrieb - indirekt etwa über den Ausstoß von Gas- und Kohlekraftwerken zur Stromproduktion - rund ein Viertel der CO2-Emissionen eines durchschnittlichen Verbrenners. Mit dem absehbaren Ausbau der Erneuerbaren verbessert sich also die Klimabilanz von E-Autos weiter.

Im Gebäudebereich hat der Eon-Studie zufolge die Wärmepumpe das größte Potenzial: "Würden alle Hausbesitzer ohne Wärmepumpe oder andere erneuerbare Heizungssysteme umsteigen, ließen sich insgesamt fast 30 Millionen Tonnen CO2 im Jahr einsparen". Kurzfristig sind zwei Millionen Tonnen eingespartes CO2 realistisch, da 6,4 Prozent der Hausbesitzer tatsächlich in nächster Zeit den Einbau einer Wärmepumpe planen. Langfristig gilt für die elektrisch betriebene Wärmepumpe zudem dasselbe wie für das E-Auto: Mit steigendem Anteil der Erneuerbaren am Strommix verbessert sich ihre Klimabilanz.

Ansonsten hilft beim Heizen vor allem eines: Temperatur senken. Immerhin seien die Verbraucher bereit, in der nächsten Heizperiode um 0,6 Grad herunterzuregeln, erklärten die Studienautoren. Das bringe bereits Einsparungen von fünf Millionen Tonnen CO2. Ähnliches Potenzial steckt demnach im intelligenten Heizen mit smarten Thermostaten.

Bei Solarstrom ist die Anschaffungsbereitschaft bei Balkonanlagen mit zehn Prozent der Menschen in Mehrfamilienhäusern. Deutlich mehr Potenzial zum Einsparen von CO2 haben allerdings weitgehend Hausbesitzern vorenthaltene Dachanlagen. Rund 16 Prozent der Eigentümer ohne PV-Anlage planen hier die Anschaffung. Langfristig haben die Datenexperten hier ein CO2-Einsparpotenzial von jährlich 24 Millionen Tonnen CO2 errechnet.

D.Findlay--EWJ

Empfohlen

US-Forscher: Meereisfläche in der Antarktis hat sich dieses Jahr etwas erholt

Die Eisschicht auf dem Meer rund um den Südpol hat sich nach vier Jahren extremer Tiefststände etwas erholt: Wie Forscher des Nationalen Schnee- und Eisdatenzentrums der USA (NSIDC) am Montag mitteilten, wurde das jährliche Minimum der von Meereis bedeckten Fläche der Antarktis für 2026 mutmaßlich am 26. Februar erreicht und betrug 2,58 Millionen Quadratkilometer. Seit Beginn der Aufzeichnungen 1979 sei die gemessene Fläche lediglich 15 Mal kleiner gewesen als in diesem Jahr.

Bericht: Bundesumweltministerium streicht zeitliches Ziel für Atommüllendlager

Das Bundesumweltministerium nennt kein zeitliches Ziel mehr für die Entscheidung über das geplante Atommüllendlager. Das geht aus einem Referentenentwurf hervor, der dem Deutschlandfunk am Mittwoch vorlag. Darin ist das ursprüngliche Zieljahr 2031 ersatzlos gestrichen. Dieses habe sich als nicht realistisch erwiesen, heißt es zur Begrünung. Eine gesetzliche Frist sei nicht mit den Anforderungen an das Auswahlverfahren für den bestmöglichen Standort kompatibel.

Stadtbäume können im Sommer mehr CO2 aufnehmen als Autos ausstoßen

Stadtbäume können im Sommer mehr Kohlendioxid aufnehmen, als Autos ausstoßen. Das fanden Forscher bei Tests in München heraus, wie die Technische Universität (TU) München am Dienstag berichtete. Im Jahresdurchschnitt können etwa zwei Prozent der städtischen Emissionen des Treibhausgases durch die Vegetation kompensiert werden. Stadtbäume erzielen dabei die größte Wirkung, Grasflächen hingegen setzen oft unter dem Strich mehr CO2 in die Atmosphäre frei, als sie aufnehmen.

Indien und Kanada unterzeichnen Vereinbarung über Seltene Erden und Uran

Indien und Kanada haben eine Reihe von Vereinbarungen unterzeichnet, unter anderem über die Zusammenarbeit in den Bereichen Seltene Erden und Uran. Der kanadische Premierminister Mark Carney traf am Montag in Neu Delhi seinen indischen Kollegen Narendra Modi. Bei dieser Gelegenheit unterzeichnete Abkommen decken auch den Technologiesektor und die Förderung erneuerbarer Energien ab.

Textgröße ändern: