English Woman's Journal - Sturm tritt ab: Niederlage gegen Stein im letzten Kampf

Sturm tritt ab: Niederlage gegen Stein im letzten Kampf


Sturm tritt ab: Niederlage gegen Stein im letzten Kampf
Sturm tritt ab: Niederlage gegen Stein im letzten Kampf / Foto: Christoph Schmidt - picture alliance/dpa/SID

Profiboxer Felix Sturm (47) hat sich mit einer unerwarteten Niederlage in den Ruhestand verabschiedet. Der fünfmalige Weltmeister verlor seinen Abschiedskampf am Samstagabend in Stuttgart gegen den 14 Jahre jüngeren Granit Stein nach Punkten. Erst zum siebten Mal verließ er den Ring damit als Verlierer, insgesamt bestritt er in seiner bewegten Profikarriere 56 Kämpfe - weitere sollen nicht dazu kommen.

Textgröße ändern:

"Man wünscht sich einen anderen Abgang, aber so ist nunmal das Leben, Gott bestimmt etwas, und wir leben damit", sagte Sturm im Ring: "Wenn man bei Siegen feiern kann, dann muss man auch Niederlagen wegstecken können. Am Ende zählt nur eine Sache: Ich hatte eine tolle Karriere, jetzt will ich nur noch Champion für meine Familie sein. Das Leben geht weiter, ich freue mich auf das, was kommt."

Das Karriere-Ende habe er seiner Familie "versprochen", das hatte Sturm schon vor dem Kampf gesagt, und dieses Versprechen will er halten: "Es gibt Dinge, die man nicht kaufen kann – dazu gehören Charakter und das eigene Wort."

Unter dem Titel "One Last Dance" lief die emotional aufbereitete Veranstaltung in der Porsche Arena, doch nicht wenige befanden schon im Vorfeld, dass Sturm sich einen durchaus schwierigen Gegner für den Ausstand ausgesucht hatte. Stein gilt als aggressiver Boxer, betrat den Ring mit einer Bilanz von 20 Siegen aus 23 Kämpfen.

In dem auf 10 Runden angelegten Duell war der 33-Jährige dann auch äußerst aktiv, sorgte mit seiner angriffslustigen Art gar für hitzige Stimmung in der Halle. Präziser und technisch stärker boxte Sturm. Der deutlich ältere Ex-Weltmeister zeigte schnelle Reflexe und landete auch ein paar Wirkungstreffer. Die Kampfrichter notierten aber trotz des nicht immer zielgerichteten Schlaghagels von Stein offenbar genügend Treffer für den Überraschungssieger. "Danke an Felix, dass er sich getraut hat, seinen letzten Kampf gegen mich zu bestreiten", sagte er unter den Buhrufen des Publikums: "Er wusste, dass man bei mir auf Granit beißen kann."

Für Sturm, bürgerlich Adnan Catic, endete damit eine Karriere, die mit fünf WM-Titeln (WBO, WBA und IBF) zahlreiche sportliche Höhepunkte besaß, aber auch von Skandalen geprägt war. 2016 wurde er nach seinem WM-Sieg gegen den Russen Fjodor Tschudinow positiv auf das anabole Steroid Stanozolol getestet. Einen bewussten Dopingverstoß bestritt er, der Fall führte jedoch zu einem langjährigen Gerichtsverfahren. 2020 wurde Sturm zu drei Jahren Freiheitsstrafe wegen Steuerhinterziehung und versuchter Steuerhinterziehung, Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz sowie vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt.

St.Ch.Russell--EWJ

Empfohlen

Tebas rechnet ab: System Infantino "an der Wurzel krank"

Spaniens Ligaboss Javier Tebas hat zu einem bemerkenswerten Rundumschlag gegen die FIFA und Gianni Infantino ausgeholt sowie mit den schweigenden Kritikern abgerechnet. Die Zeit des FIFA-Chefs sei "vorbei, er sollte nicht im Amt bleiben", sagte Tebas im Interview mit der Gazzetta dello Sport, aber: "Er hat die Unterstützung des Systems, der Verbände. Das ist das System, und es ist ein System, das bereits an der Wurzel krank ist."

Adeyemi soll am Mittwoch in Barcelona vorgestellt werden

Fußball-Nationalspieler Karim Adeyemi (24) soll am Mittwoch als neuer Spieler von Trainer Hansi Flick beim FC Barcelona vorgestellt werden. Das bestätigte Klubboss Joan Laporta bei seiner Rückkehr vom WM-Finale in den USA. "Das wird morgen sein", antwortete er am Dienstag im Gespräch mit Reportern am Flughafen in Barcelona auf eine entsprechende Frage.

Struff nimmt Schwung mit nach Kitzbühel

Tennisprofi Jan-Lennard Struff zeigt sich nach seinem Viertelfinaleinzug in Wimbledon weiter in guter Form. Der 36 Jahre alte Warsteiner zog beim ATP-Turnier in Kitzbühel ins Achtelfinale ein. Struff setzte sich mit 3:6, 7:6 (7:5), 6:4 gegen den Kasachen Alexander Schewtschenko durch.

Denk: Späte Dopingkontrollen nun auch beim Red-Bull-Team

Nach den Diskussionen um nächtliche Dopingkontrollen bei der Tour de France ist es nun auch beim deutschen Rennstall Red Bull-Bora-hansgrohe zu einer späten Testung gekommen. "Auch wir sind heute Nacht besucht worden. Die Rennfahrer haben zum Teil schon geschlafen und haben die Kontrollen mitgemacht", berichtete Team-Manager Ralph Denk im ZDF-Morgenmagazin.

Textgröße ändern: