English Woman's Journal - "Eine Ehre": Alcaraz schlägt Djokovic in historischem Finale

"Eine Ehre": Alcaraz schlägt Djokovic in historischem Finale


"Eine Ehre": Alcaraz schlägt Djokovic in historischem Finale
"Eine Ehre": Alcaraz schlägt Djokovic in historischem Finale / Foto: DAVID GRAY - SID

Carlos Alcaraz ist nach dem Melbourne-Finale der jüngste Spieler, der den Karriere-Grand-Slam vervollständigt. Novak Djokovic verpasst seinen 25. Major-Titel.

Textgröße ändern:

Melbourne (SID) Carlos Alcaraz reckte stolz den Silberpokal in die Luft, während der geschlagene Rekordjäger Novak Djokovic mit einem grimmigen Lächeln seinen Trostpreis umklammerte. Mit seinem Premierentitel bei den Australian Open fügte der Weltranglistenerste aus Spanien im Alter von erst 22 Jahren seiner Laufbahn das fehlende Puzzleteil hinzu. "Niemand weiß, wie hart ich für diese Trophäe gearbeitet habe. Ich und mein Team sind durch so viel gegangen", sagte Alcaraz bei der hochemotionalen Siegerehrung.

Im historischen Finale von Melbourne hatte er Djokovic zuvor mit 2:6, 6:2, 6:3, 7:5 niedergerungen und als jüngster Spieler der Geschichte seinen Karriere-Grand-Slam komplettiert. Danach dachte er schnell an seinen Kontrahenten. "Was Du machst, ist inspirierend. Es ist eine Ehre für mich, den Court mit Dir zu teilen", sagte er in Richtung von Djokovic.

Alcaraz, der nun sieben Majortitel gewonnen hat, löste den bisherigen Rekordhalter Don Budge (USA) ab. Djokovic hingegen verpasste es, das nächste große Kapitel Tennisgeschichte zu schreiben. Er muss weiter auf seinen 25. Grand-Slam-Titel warten und teilt sich die Bestmarke noch immer mit der Australierin Margaret Court, die auf der Tribüne zuschaute.

"Glückwunsch Carlos, das war ein fantastisches Turnier. Was Du geschafft hast, ist historisch - legendär", sagte Djokovic, der sich als großartiger Verlierer präsentierte - und bald schon wieder scherzen konnte. "Du bist noch so jung, hast noch so viel Zeit. So wie ich auch. Ich bin sicher, wir werden uns noch häufiger auf dem Platz sehen", sagte der 38-Jährige - "in den kommenden zehn Jahren".

Auch Djokovics einstiger Rivale Rafael Nadal spendete von der Tribüne der Rod Laver Arena aus Applaus und bekam ebenfalls ein paar warme Worte mit. "Es fühlt sich komisch an, Dich da oben zu sehen und nicht hier", sagte Djokovic: "Es war eine Ehre, vor Dir zu spielen, danke, dass Du da warst."

Alcaraz hatte zuvor nach einer intensiven Partie und 3:02 Stunden seinen ersten Matchball verwandelt. Auch weil Djokovic nach seinem strapaziösen Halbfinale am Freitag nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war, verlor er im elften Anlauf zum ersten Mal ein Finale bei den Australian Open. Letztlich verdiente sich aber der Weltranglistenerste Alcaraz den glänzenden Norman Brookes Challenge Cup.

Den besseren Start hatte aber sein Gegner erwischt. Djokovic zog die Fans auf seine Seite, bei jedem Punkt des Serben wurde es laut. Er spielte wie zu seinen besten Zeiten und bekam die Liebe zu spüren, die ihm lange gefehlt hatte. Alcaraz, der bei seinem fast fünfeinhalb Stunden langen Halbfinale gegen Alexander Zverev (Hamburg) Krämpfe gehabt hatte, wirkte hingegen angespannt. Er konnte seine peitschende Vorhand nicht gewinnbringend einsetzen.

Neun vermeidbare Fehler des Spaniers waren zu viel. Djokovic gewann den ersten Satz in nur 33 Minuten, was auch Nadal staunen ließ. Dessen spanischer Landsmann aber fing sich. Bei kühlen 19 Grad lief er sich die Nervosität aus den Beinen. Der zweite Satz war ähnlich einseitig wie der erste - nur mit einem anderen Gewinner.

Djokovic wirkte ab dem dritten Satz plötzlich müde. Alcaraz war nun der aktivere Spieler und nach exakt zwei gespielten Stunden nur noch einen Satz von seinem großen Ziel entfernt. Die aufmunternden "Nole, Nole"-Rufe im Publikum konnten daran nichts ändern. Der nervenstarke Alcaraz ließ sich in einer umkämpften Endphase nicht mehr aufhalten.

M.Stevenson--EWJ

Empfohlen

"Verrückt da draußen": Schumachers erste Oval-Erfahrung

Gegner überall, Unfälle rundherum - und dann streikte auch noch die Technik: Mick Schumacher musste nach seinem Debüt auf einem der Ovale der IndyCar-Serie erst mal das Chaos sortieren. "Es ist verrückt da draußen", sagte der frühere Formel-1-Pilot nach dem Rennen in Phoenix: "Die Jungs haben viel mehr Erfahrung in dieser Art von Rennen als ich, und das habe ich von Runde eins an gesehen."

Technische Probleme bei Hülkenberg - kein Start in Melbourne

Technische Probleme an seinem Audi haben Nico Hülkenberg unmittelbar vor dem Start des Grand Prix von Australien ausgebremst. Der Deutsche musste beim Saisonauftakt der Formel 1 in Melbourne tatenlos zusehen, er war auf dem Weg in die Startaufstellung ausgerollt und musste von seinem Team weitergeschoben werden. Später wurde der Audi in die Boxengasse gebracht, um die Probleme möglicherweise doch noch zu beheben - letztlich vergebens. Australien ist für den deutschen Hersteller das Debüt in der Königsklasse.

"Sehr dominante" DFB-Frauen auf WM-Kurs - Wück dankt Berger

Sechs Punkte, 9:0 Tore - viel besser hätte der Start in die WM-Qualifikation kaum laufen können. "Mir geht es gut, wir haben zu null gespielt, da muss es einem immer gut gehen", sagte Fußball-Nationaltorhüterin Ann-Katrin Berger, nachdem sie bei der eindrucksvollen 4:0 (3:0)-Gala in Norwegen einiges hatte wegstecken müssen. Nach einer späten Knieverletzung gab die 35-Jährige im ZDF sofort Entwarnung: "Ich habe ein paar Mal was abbekommen. Aber das gehört zum Fußball."

Drama um Piastri: Crash vor dem Start

Oscar Piastris McLaren brach bei gemächlicher Fahrt aus, krachte in die Bande - und auf den Tribünen schlugen Tausende Heimfans die Hände über dem Kopf zusammen: Für den Australier war der Heim-Grand-Prix zum Saisonauftakt schon vor dem Start beendet, auf einer Installationsrunde verlor Piastri plötzlich die Kontrolle. Nach Kurve vier drehte sich der McLaren unvermittelt, beim Kontakt mit der Streckenbegrenzung wurde die Nase beschädigt, unter anderem ging ein Vorderrad verloren.

Textgröße ändern: