English Woman's Journal - Wolff-Wahnsinn! Handballer erkämpfen Halbfinal-Matchbälle

Wolff-Wahnsinn! Handballer erkämpfen Halbfinal-Matchbälle


Wolff-Wahnsinn! Handballer erkämpfen Halbfinal-Matchbälle
Wolff-Wahnsinn! Handballer erkämpfen Halbfinal-Matchbälle / Foto: IMAGO/Stian Lysberg Solum - IMAGO/NTB/SID

Wolff-Wahnsinn in Herning, die Medaillenspiele sind ganz nah: Deutschlands Handballer haben sich dank einer unwirklichen Paraden-Show ihres Torhüters Andreas Wolff zwei Matchbälle für das EM-Halbfinale erkämpft. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason rang Norwegen nach einer Leistungssteigerung mit 30:28 (15:17) nieder und holte die nächsten Big Points auf dem Weg zum ersehnten Edelmetall.

Textgröße ändern:

Wolff hielt sein Team, das offensiv lange mit großen Problemen zu kämpfen hatte, mit atemberaubenden Aktionen immer wieder im Spiel und kam nach 60 Minuten auf sagenhafte 22 Paraden. Mitte der zweiten Hälfte senkte die DHB-Auswahl ihre extrem hohe Fehlerquote dann auch im Angriff und zog das Spiel angeführt von Marko Grgic noch auf ihre Seite. Zum besten Werfer vor 10.117 Zuschauern in der Jyske Bank Boxen avancierte Grgic - er erzielte all seine sieben Treffer nach dem Seitenwechsel.

Mit einem Sieg gegen Weltmeister und Olympiasieger Dänemark am Montag (20.30 Uhr/ARD) würde Deutschland schon vor Ende der zweiten Turnierphase die Teilnahme an den Medaillenspielen sichern. Der letzte Gegner am Mittwoch (18.00 Uhr/ZDF) ist Titelverteidiger Frankreich.

Deutschland, das zuvor schon Spanien (34:32) und Portugal (32:30) besiegt hatte, führt die Hauptrundengruppe I nach dem zweiten Spieltag mit 6:0 Punkten an. Dahinter folgen Frankreich und Dänemark (je 4:2 Zähler), Norwegen und Portugal (je 2:4) sowie das punktlose Spanien.

"Wir sind unfassbar heiß", hatte Shootingstar Miro Schluroff vor der Partie betont: "Wir wollen die nächsten zwei Punkte in dieser Hauptrundengruppe holen und den Weg weiter ebnen fürs Halbfinale." Und Gislason meinte am ARD-Mikrofon: "Wir müssen unser Spiel durchziehen."

Dies gestaltete sich zunächst allerdings schwierig. Hinten entschärfte Wolff zwar direkt zwei freie Würfe, doch im Angriff fehlte es an Präzision. Vier DHB-Fehlwürfe in den ersten sieben Minuten, dazu ein gut aufgelegter Sander Sagosen führten zu einem schnellen 2:5-Rückstand (10.). "Vorne ist unser Problem, wir machen zu wenig Tore", moserte Gislason in der Auszeit und forderte "mehr Lockerheit" von seinem Team.

In der Folge war es zunächst weiter vor allem Wolff, der sich mit all seiner Klasse gegen die flinken Skandinavier stellte. Als seine Vorderleute nach einer seiner nächsten Paraden den Abpraller nicht sicherten, brüllte er lauthals seinen Frust heraus. Ein Weckruf, der Wirkung zeigte.

Gislason stellte um, brachte mit Nils Lichtlein für Juri Knorr, Franz Semper für Renars Uscins und Julian Köster für Schluroff frisches Personal für die Offensive - und sorgte damit für neuen Schwung. Vor allem Semper lief heiß, sein vierter Treffer im vierten Versuch bedeutete nach 20 Minuten die deutsche Führung (11:10). Wolffs Fangquote lag zu diesem Zeitpunkt bei wahnwitzigen 50 Prozent.

Wolff blieb auf deutscher Seite der auffälligste Akteur, etliche weitere Fehlwürfe kosteten aber ein besseres Halbzeitergebnis. Statt mit einer Führung in die Pause zu gehen, lag Deutschland mit zwei Toren hinten. "Das kann man nicht so richtig erklären. Wir sind alle ein bisschen überrascht", sagte Lichtlein im Ersten. Man müsse "dankbar" sein, Wolff zu haben. "Er rettet uns immer wieder den Arsch."

Es klingt verrückt, aber Wolff wurde mit Beginn der zweiten Halbzeit noch besser. Mit dem Bein, mit der Schulter, mit der Brust: Der deutsche Keeper hielt nun fast alles - Deutschland berauschte sich nun an den Heldentaten des Torhüters und führte nach 40 Minuten plötzlich mit 20:19. Vor allem der eingewechselte Grgic riss die Partie offensiv nun an sich. Der Flensburger Rückraumspieler stellte mit seinem fünften Treffer (im sechsten Versuch) auf 25:21 (49.), die deutschen Fans jubelten.

Ch.McDonald--EWJ

Empfohlen

Paris-Nizza: Kanter gewinnt zweite Etappe

Ungläubig fasste Max Kanter sich an den Helm: Der deutsche Radprofi hat am Montag die zweite Etappe von Paris-Nizza gewonnen und damit seinen ersten WorldTour-Sieg überhaupt gefeiert. Der 28-jährige Cottbuser vom Team Astana triumphierte auf den 187 Kilometern von Épône nach Montargis knapp vor dem Neuseeländer Laurence Pithie und dem Belgier Jasper Stuyven. Die Gesamtwertung führt weiterhin US-Auftaktsieger Luke Lamperti gleichauf mit Vito Braet aus Belgien an. Lamperti kam zu Wochenbeginn als Fünfter ins Ziel.

Eberl zu Verhandlungen mit Neuer: "Soll erst mal 40 werden"

Die neuerliche Verletzung von Torhüter Manuel Neuer hat auf Seiten des FC Bayern vorerst keinen Einfluss auf die anstehenden Vertragsverhandlungen. "Was es bei ihm macht, kann ich nicht beurteilen. Für uns ändert sich die Situation nicht", sagte Sportvorstand Max Eberl vor dem Abflug der Münchner zum Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Atalanta Bergamo (Dienstag, 21.00 Uhr/Prime).

Trump fordert von Australien Asyl für Irans Fußballerinnen

US-Präsident Donald Trump hat Australien am Montag öffentlich aufgefordert, den Spielerinnen der iranischen Fußball-Nationalmannschaft Asyl zu gewähren. Das Team solle nicht in die Heimat zurückgeschickt werden, so Trump, dort drohe den Spielerinnen "sehr wahrscheinlich" der Tod.

Medien: Fünf iranische Fußballerinnen flüchten zur Polizei

Fünf Spielerinnen der iranischen Fußball-Nationalmannschaft haben sich nach dem Aus bei der Asienmeisterschaft offenbar aus Angst vor Repressalien von ihrem Team abgesetzt. Das Quintett habe das Mannschaftshotel in Australien verlassen und Schutz bei der Polizei gesucht, berichtet der TV-Sender CNN.

Textgröße ändern: