English Woman's Journal - Nach IMK: Fans üben weiter heftig Kritik

Nach IMK: Fans üben weiter heftig Kritik


Nach IMK: Fans üben weiter heftig Kritik
Nach IMK: Fans üben weiter heftig Kritik / Foto: Marcus Hirnschal - IMAGO/osnapix/SID

Auf drastische Maßnahmen inmitten der Debatte um die Sicherheit in Fußballstadien hat die Politik jüngst verzichtet - dennoch äußerte der Dachverband der Fanhilfen nun starke Kritik am finalen Beschlusstext der Innenministerkonferenz (IMK). "Die Innenministerinnen und Innenminister setzen ihren Kurs gegen alle Fans sowie die vielfältige Fankultur unbeirrt fort" erklärte Vorstandsmitglied Linda Röttig.

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Nach ihrem Treffen Anfang Dezember hatte die IMK angekündigt, dass es - anders als von vielen Fans befürchtet - keine personalisierten Tickets in der Bundesliga und auch keine Gesichtserkennung im Stadion geben werde. Röttig sieht in dem nun veröffentlichten Beschlusstext allerdings "eine in Worte gegossene Trotzreaktion ohne Einsehen oder Blick für die Realität".

Die Aussicht auf einen Dialog zwischen Politik und Fans vermisst Röttig in dem Schreiben, zudem kritisiert sie: "Die vollständige Intransparenz wird ohne Änderungen fortgesetzt, indem alle Papiere weiterhin unter Verschluss gehalten werden." Gemeint sein dürfte der nicht veröffentlichte Sachstandsbericht der Bund-Länder-offenen Arbeitsgruppe (BLoAG), die sich unter Beteiligung der Deutschen Fußball Liga (DFL), dem Deutschen Fußball Bund (DFB) und Vertretern von Politik und Polizei zum Thema Stadionsicherheit beraten hatte.

In dem Beschlusstext attestiert die IMK der "ganz überwiegenden Zahl der Fußballbegegnungen in allen Spielklassen" eine gute Organisation und einen weitgehend friedlichen Verlauf. Wenige Störer würden jedoch "mit hoher Gewaltbereitschaft eine nicht hinzunehmende Beeinträchtigung für die Sicherheit in und um die Stadien sowie auf den Reisewegen darstellen". Daher gebe es einen "Handlungsbedarf, im Interesse eines Fußballs ohne Gewalt gegen diese Entwicklungen konsequent vorzugehen".

Laut des Beschlusstextes sei die Umsetzung der in einem Spitzengespräch im Oktober mit dem DFB und der DFL vereinbarten Maßnahmen rund um Stadionverbote und Sicherheitspersonal zwischenzeitlich weiter vorangeschritten. Nachholbedarf sieht die IMK beim Thema Pyrotechnik. Hierüber beriet zuletzt die BLoAG, aus Sicht der IMK wurden "noch keine akzeptablen Ergebnisse" erzielt. Sie erhofft sich bis zur Frühjahrskonferenz 2026 insbesondere im Themenbereich Pyrotechnik weitere Lösungsansätze.

Im Vorfeld der IMK hatten Fans wochenlang massiv gegen verstärkte Sicherheitsmaßnahmen in den deutschen Stadien protestiert. Auch DFL, DFB und Klubs lehnten eine von der Politik diskutierte deutliche Verschärfung der Regeln für den Stadionbesuch ab.

F.McKenzie--EWJ

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