English Woman's Journal - DOSB kritisiert "Verstaatlichung des Sports"

DOSB kritisiert "Verstaatlichung des Sports"


DOSB kritisiert "Verstaatlichung des Sports"
DOSB kritisiert "Verstaatlichung des Sports" / Foto: Gladys Chai von der Laage - IMAGO/SID

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wehrt sich gegen eine angebliche "Verstaatlichung des Sports". Olaf Tabor, Vorstand Leistungssport im DOSB, kritisierte im Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochausgabe) den Referentenentwurf zum Sportfördergesetz, den das Bundeskanzleramt in der vergangenen Woche vorgelegt hatte. "Es muss allen Beteiligten klar sein, dass die Expertise, wie Leistungssport erfolgreich sein kann, nicht beim Staat liegt, sondern im Sport", sagte Tabor.

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Zudem sei im Gesetzentwurf kein Passus zur "finanziellen Verantwortung des Bundes" zu finden. "Da stellt man sich schon die Frage, warum eine zentrale Aussage für die Planungssicherheit im Spitzensport auch im Hinblick auf Olympische Spiele im eigenen Land plötzlich fehlt", sagte Tabor. "Verwundert" habe der DOSB außerdem darauf reagiert, dass der Hinweis auf "die Autonomie des Sports" gestrichen worden sei: "Das verstärkt bei uns den Eindruck, dass hier eine Verstaatlichung des Sports vorangetrieben werden soll, die wir nicht akzeptieren können."

Der Bund nimmt auf Vorlage des Entwurfs der gescheiterten Ampelregierung einen neuen Anlauf, die Spitzensportförderung auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen. Dabei gilt es, den Einfluss von Politik und Sport zu regeln, insbesondere im Herzstück des Gesetzes, der noch zu gründenden unabhängig agierenden Spitzensportagentur.

In der soll nach den Plänen von Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) - auch nach einer Ermahnung des Bundesrechnungshofes - die Politik mehr Einfluss als der organisierte Sport besitzen. Laut Entwurf bekommen Bund und Länder im maßgeblichen Stiftungsrat vier Sitze, der DOSB nur einen. Diese Verteilung will der Dachverband nicht hinnehmen. Tabor bezweifelt, "dass wir unsere sportlichen Ziele dadurch erreichen, indem der Bund seinen Einfluss bei der Spitzensportförderung massiv ausbaut, so wie er es jetzt in dem Entwurf plant."

In den kommenden Ressortabstimmungen und bei der Verbändeanhörung will der DOSB seine Kritik "sehr deutlich zum Ausdruck bringen und Verbesserungen vorschlagen". Unter der Ampel hatte der Verband nach dem ersten Entwurf Anpassungen zu Gunsten des organisierten Sports bewirkt.

P.Munro--EWJ

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