English Woman's Journal - "Tendenz 9000 Punkte": Neugebauer macht Busemann "schwindelig"

"Tendenz 9000 Punkte": Neugebauer macht Busemann "schwindelig"


"Tendenz 9000 Punkte": Neugebauer macht Busemann "schwindelig"
"Tendenz 9000 Punkte": Neugebauer macht Busemann "schwindelig" / Foto: Sven Beyrich - IMAGO/SID

Der frühere Zehnkampf-Star Frank Busemann ist vom neuen Weltmeister Leo Neugebauer hellauf begeistert. "Das, was er jetzt in Tokio gezeigt hat, ist das, was er kann. Das ist nichts, was irgendwie vom Himmel gefallen ist und was er nie mehr wiederholen kann", sagte Busemann im ran-Interview: "Wenn man überlegt, was sein Potenzial ist, dann wird einem schwindelig. Die Tendenz geht Richtung 9000 Punkte."

Textgröße ändern:

Der 50 Jahre alte ARD-Experte, 1996 in Atlanta selbst Olympia-Zweiter, begründet seine Einschätzung mit entsprechenden Entwicklungsmöglichkeiten des frischgekürten "Königs der Athleten". Auf dem Weg zum Titelgewinn mit 8804 Zählern jedenfalls waren nach Ansicht des Recklinghäusers bei Neugebauer "Disziplinen dabei, bei denen er Luft nach oben hatte". Ausdrücklich nannte Busemann als Beispiele den Stabhochsprung ("okay"), den Hürdenlauf ("nicht gut"), Weitsprung und 100-m-Lauf ("kann er besser").

Neugebauer hat in Busemanns Augen auch das Zeug zur neuen Leitfigur für die Leichtathletik in Deutschland. "Genau solche Typen braucht man dafür. Leute, die einen mitnehmen, die eine positive Ausstrahlung haben, die mit offenen Armen dastehen und die Welt umarmen", erklärte der Westfale und bescheinigte damit dem halb so alten Neugebauer auch Star-Eigenschaften. Einschränkend könnte sich jedoch Neugebauers Lebensmittelpunkt in den USA auf die Popularität und Vorbildfunktion des Silbermedaillen-Gewinners von Paris 2024 auswirken, wie Busemann das "kleine Hemmnis" erläuterte: "Er findet deshalb hier nicht ganz so intensiv statt, und Zehnkämpfer sind jetzt auch nicht jedes Wochenende im Stadion, wie etwa Fußballer."

Weniger euphorisch als Neugebauers Zukunftschancen beurteilt Busemann die Situation der deutschen Leichtathletik. "Das Problem ist der Übergang zwischen Jugend- und Erwachsenenbereich. Da fragt man sich natürlich, warum es andere Nationen besser schaffen. Die Ansprüche, die wir noch vor 20 Jahren hatten mit den ganzen Medaillen, sind nicht mehr realisierbar. Man muss nach links und rechts schauen, was gerade vermeintlich kleinere Länder womöglich besser machen", sagte der ehemalige Junioren-Weltmeister und betonte: "Die Fördersysteme gefragt."

O.Jonstone--EWJ

Empfohlen

Tennis: Maria-Auftaktsieg in Memphis

Die frühere Wimbledon-Halbfinalistin Tatjana Maria (Bad Saulgau) ist mit einem Erfolg in die Hartplatz-Saison gestartet. Die deutsche Nummer zwei besiegte die Australierin Talia Gibson zum Auftakt des WTA-Turniers in Memphis in nur 67 Minuten mit 6:0, 6:3. Zuletzt hatte sie den Rasen-Challenger in Newport gewonnen.

Matthäus sieht bei Musiala "keine Ausreden mehr"

Lothar Matthäus hat Fußball-Nationalspieler Jamal Musiala vor der neuen Saison in die Pflicht genommen. "Irgendwann ist es vorbei mit der schweren Verletzung, die er sich vor über einem Jahr zugezogen hat. Diese muss er nun endgültig aus dem Kopf bekommen", schrieb der 65-Jährige in seiner Sky-Kolumne über den Profi des FC Bayern.

"Mit uns ist zu rechnen": Golla hat mit Melsungen Großes vor

Johannes Golla hat sich nach seiner Rückkehr zum Handball-Bundesligisten MT Melsungen hohe Ziele gesteckt. "Im Pokal hat es die MT in den vergangenen Jahren wiederholt zum Final Four geschafft. Es ist auch ein Traum von mir, da dabei zu sein", sagte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft im Interview mit der Frankfurter Neuen Presse: "Und auch wenn die Champions League für Melsungen Neuland ist, heißt es nicht, nur dabei sein zu wollen. Ich will mit der MT so lange wie möglich dabei sein."

BVB holt Teenager Karetsas aus Genk

Der Wechsel von Konstantinos Karetsas zu Borussia Dortmund ist nach SID-Informationen in trockenen Tüchern. Der 18 Jahre alte Grieche kommt vom belgischen Erstligisten KRC Genk zu den Westfalen, wo er im offensiven Mittelfeld die Nachfolge von Julian Brandt antreten soll. Die Ablöse liegt bei kolportierten 30 Millionen Euro plus zwei Millionen Euro Bonuszahlungen, teurer war beim BVB in Summe nur der aktuelle Weltfußballer Ousmane Dembélé im Jahr 2016 (35 Millionen Euro).

Textgröße ändern: