English Woman's Journal - DOSB zum Fall Kusch: "Außerhalb der Gemeinschaft des Sports"

DOSB zum Fall Kusch: "Außerhalb der Gemeinschaft des Sports"


DOSB zum Fall Kusch: "Außerhalb der Gemeinschaft des Sports"
DOSB zum Fall Kusch: "Außerhalb der Gemeinschaft des Sports" / Foto: PATRIK STOLLARZ - SID

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat den Entschluss des früheren Schwimm-Europameisters Marius Kusch, an den umstrittenen Enhanced Games teilzunehmen, verurteilt. "Jeder Mensch hat das Recht, frei über seinen Körper bestimmen zu können. Wer sich allerdings gesundheitsgefährdenden Projekten wie den Enhanced Games anschließt, nimmt wissentlich in Kauf, sich damit außerhalb der Gemeinschaft des Sports zu positionieren", teilte der Sport-Dachverband auf SID-Anfrage mit.

Textgröße ändern:

Die Enhanced Games, bei denen Doping ausdrücklich freigegeben ist, sollen im Mai 2026 in Las Vegas erstmals stattfinden. Der 32-jährige Kusch, 2019 Kurzbahn-Europameister über 100 m Schmetterling, hatte am Mittwoch als erster Deutscher seinen Start bei der hochdotierten Veranstaltung bekannt gegeben und dabei auch ausdrücklich wirtschaftliche Beweggründe angeführt - schwimmt er in Nevada über 50 oder 100 m Schmetterling als Wettkampfsieger unter der Weltrekordzeit, erhält er einen sechsstelligen Betrag.

Der DOSB räumte ein "dass die finanziellen Verlockungen einen erheblichen Anreiz darstellen, diesen Schritt zu gehen". Dennoch erwarte man "von allen Angehörigen unserer Mitgliedsorganisationen – ob Spitzenathlet*in oder Breitensportler*in –, die Werte, denen wir uns im Sinne des Miteinanders im Sport verschrieben haben, zu jeder Zeit zu achten und für deren Einhaltung Sorge zu tragen."

Die von milliardenschweren Investoren - dazu gehört auch der libertäre US-Unternehmer Peter Thiel - unterstützten Enhanced Games, so der Verband weiter, seien "mit den Werten des Sports nicht vereinbar. Sie verstoßen durch den Einsatz von Doping gegen in Deutschland geltendes Recht und stehen in ihrer Ausrichtung auf Leistungsoptimierung mithilfe verbotener Substanzen gegen das, wofür sich der Sport in Deutschland und weltweit einsetzt: faire und saubere Wettkämpfe."

Der DOSB verwies weiter auf "unkalkulierbare Gesundheitsrisiken für die Teilnehmenden". Die Enhanced Games seien "ein Sinnbild der Tendenz zu permanenter Grenzüberschreitung in unserer Gesellschaft". Zuvor hatte sich bereits der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) klar von den Werten der Enhanced Games und dem Handeln Kuschs distanziert.

O.Jonstone--EWJ

Empfohlen

Tennis: Maria-Auftaktsieg in Memphis

Die frühere Wimbledon-Halbfinalistin Tatjana Maria (Bad Saulgau) ist mit einem Erfolg in die Hartplatz-Saison gestartet. Die deutsche Nummer zwei besiegte die Australierin Talia Gibson zum Auftakt des WTA-Turniers in Memphis in nur 67 Minuten mit 6:0, 6:3. Zuletzt hatte sie den Rasen-Challenger in Newport gewonnen.

Matthäus sieht bei Musiala "keine Ausreden mehr"

Lothar Matthäus hat Fußball-Nationalspieler Jamal Musiala vor der neuen Saison in die Pflicht genommen. "Irgendwann ist es vorbei mit der schweren Verletzung, die er sich vor über einem Jahr zugezogen hat. Diese muss er nun endgültig aus dem Kopf bekommen", schrieb der 65-Jährige in seiner Sky-Kolumne über den Profi des FC Bayern.

"Mit uns ist zu rechnen": Golla hat mit Melsungen Großes vor

Johannes Golla hat sich nach seiner Rückkehr zum Handball-Bundesligisten MT Melsungen hohe Ziele gesteckt. "Im Pokal hat es die MT in den vergangenen Jahren wiederholt zum Final Four geschafft. Es ist auch ein Traum von mir, da dabei zu sein", sagte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft im Interview mit der Frankfurter Neuen Presse: "Und auch wenn die Champions League für Melsungen Neuland ist, heißt es nicht, nur dabei sein zu wollen. Ich will mit der MT so lange wie möglich dabei sein."

BVB holt Teenager Karetsas aus Genk

Der Wechsel von Konstantinos Karetsas zu Borussia Dortmund ist nach SID-Informationen in trockenen Tüchern. Der 18 Jahre alte Grieche kommt vom belgischen Erstligisten KRC Genk zu den Westfalen, wo er im offensiven Mittelfeld die Nachfolge von Julian Brandt antreten soll. Die Ablöse liegt bei kolportierten 30 Millionen Euro plus zwei Millionen Euro Bonuszahlungen, teurer war beim BVB in Summe nur der aktuelle Weltfußballer Ousmane Dembélé im Jahr 2016 (35 Millionen Euro).

Textgröße ändern: