English Woman's Journal - Zopfzerren kein "Blackout" - Hendrich spricht über Anfeindungen

Zopfzerren kein "Blackout" - Hendrich spricht über Anfeindungen


Zopfzerren kein "Blackout" - Hendrich spricht über Anfeindungen
Zopfzerren kein "Blackout" - Hendrich spricht über Anfeindungen / Foto: Bernd Feil - IMAGO/MiS/SID

Fußball-Nationalspielerin Kathrin Hendrich hat sich erstmals zum viel beachteten Zopfzerren im EM-Viertelfinale geäußert und zugleich von Anfeindungen gegen sich berichtet. "Mir haben wildfremde Menschen private Nachrichten bei Instagram geschrieben. Das Absurdeste war der Vorwurf, ich sei rassistisch, was natürlich nicht stimmt", sagte die 33-Jährige der Bild: "Aber man fragt sich, wie kommt man darauf. Das krasseste aber war, dass ich mich umbringen soll."

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Hendrich hatte bei der EM im Sommer gegen Frankreich (6:5 i.E.) bei einem Zweikampf im Strafraum abseits des Balles die Französin Griedge Mbock am Zopf gehalten und früh die Rote Karte gesehen. Beim Halbfinal-Aus gegen Spanien (0:1 n.V.) fehlte die Abwehrspielerin gesperrt.

Sie sei mit der Szene "völlig im Reinen. Es war weder böse noch ein Blackout. Es war eine unglückliche Situation", sagte Hendrich nun: "Wieso sollte ich ihr nach 13 Minuten böswillig an den Haaren ziehen? Das ergibt doch gar keinen Sinn." Hendrich beschrieb die Szene folgendermaßen: Nach einer "kurzen Greifbewegung" habe sie gemerkt, "dass ich irgendwo festhänge, und will meine Hand wegziehen. Dass es ihre Haare waren, habe ich erst viel später realisiert. Es sieht maximal blöd aus, und ich kann auch verstehen, dass die Schiedsrichterin Rot zeigen muss."

Selbst nach ihrem anschließenden Wechsel in die USA zu den Chicago Red Stars verfolgte Hendrich die Aktion. Nach dem ersten Heimspiel habe ihr eine Mitspielerin gesagt, "dass sie unseren Fans erklären musste, dass ich lieb sei. Die Zuschauer waren wegen der Szene skeptisch mir gegenüber", sagte die frühere Wolfsburgerin. Inzwischen könne sie "die Bilder an sich mit Humor nehmen".

Wie es für sie im DFB-Team weitergehen wird, ließ die Olympia-Dritte von 2024 vorerst offen. "Der Plan ist, dieses Jahr noch mit dem Team abzuschließen", sagte Hendrich vor den Halbfinal-Duellen mit Frankreich in der Nations League Ende Oktober: "Dann setzen wir uns zusammen und besprechen, was am meisten Sinn ergibt."

P.Smid--EWJ

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