English Woman's Journal - Düsseldorf als Champions-League-Sieger abgesetzt

Düsseldorf als Champions-League-Sieger abgesetzt


Düsseldorf als Champions-League-Sieger abgesetzt
Düsseldorf als Champions-League-Sieger abgesetzt / Foto: Jürgen Fromme - firo Sportphoto/SID

Der deutsche Tischtennis-Star Timo Boll und sein Klub Borussia Düsseldorf sind vom Europa-Verband ETTU als Champions-League-Sieger wieder abgesetzt worden. Die ETTU begründete die Entscheidung in einer Mitteilung mit dem erfolgreichen Einspruch der beiden russischen Halbfinalisten beim ETTU-Sportgericht gegen ihren Ausschluss wegen des Angriffskrieges ihres Landes gegen die Ukraine. Dem Urteil zufolge sollen Vereinsmannschaften nicht wie Vertreter ihrer Länder behandelt werden.

Textgröße ändern:

ETTU-Vizepräsidentin Heike Ahlert (Schleswig) sagte dem SID, dass die ETTU-Exekutive "so schnell und zeitnah wie möglich" über ihren Umgang mit dem Beschluss entscheiden wolle. Im Raum stehen der Abbruch des Wettbewerbs, der das Sportgerichts-Urteil mindestens vorerst ins Leere laufen lassen würde, oder eine Grundsatzklage beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) auf eine endgültige Zurückweisung der Proteste von Fakel Orenburg und UMMC Jekaterinburg. Die vom Sportgericht verfügte Ansetzung des Halbfinals beider Teams und eines anschließenden Endspiels gegen Düsseldorf hingegen ist laut Ahlert "keine Option".

Düsseldorf war Anfang März eine Woche nach Beginn von Russlands Krieg gegen die Ukraine aufgrund des Halbfinalerfolgs gegen den Bundesliga-Rivalen 1. FC Saarbrücken zum Gewinner der Champions League ausgerufen worden. Ein Endspiel war nicht möglich, nachdem die ETTU-Spitze Orenburg und Jekaterinburg ausgeschlossen hatte. Düsseldorf und Saarbrücken wollten allerdings schon zuvor nicht gegen russische Teams in den Finalspielen antreten.

Bei Bolls Verein war der Sportgerichtsbeschluss so nicht erwartet worden. "Wir sind sehr verwundert, auch weil die Gesamtsituation sich ja nur noch weiter verschlimmert hat", sagte Düsseldorfs Manager Andreas Preuß auf SID-Anfrage: "Wir waren im März schon ein sehr trauriger Champions-League-Sieger, aber jetzt wissen wir überhaupt nicht, ob wir uns nicht mehr oder noch nicht wieder als Gewinner fühlen sollen."

Eine Befolgung des ETTU-Sportgerichtsurteils kommt für Preuß nicht in Betracht: "Dafür und womöglich ja auch schon wieder für Spiele in der neuen Saison gegen russische Mannschaften fehlt mir die Fantasie. In der jetzigen Situation kann man ja wohl kaum sagen, dass über den Sport eine Verständigung stattfinden soll."

N.M.Shaw--EWJ

Empfohlen

Nagelsmann nimmt zwei Wechsel vor

Julian Nagelsmann verzichtet im abschließenden WM-Gruppenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf eine große Rotation. "Wir werden die Wechsel vornehmen, die wir vornehmen müssen", sagte der Bundestrainer vor der Partie am Donnerstag (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV) gegen Ecuador im Finalstadion in East Rutherford.

Spektakulärer Sieg gegen Haiti: Marokko als Zweiter weiter

Ein Hackentor, ein Strahl in den Winkel – und ganz viel Spektakel: In einem teils wilden Schlagabtausch hat Marokko das Ticket für die K.o.-Runde der Fußball-WM gelöst. Gegen den aufmüpfigen Außenseiter Haiti gewann der Halbfinalist von 2022 sein letztes Gruppenspiel am Mittwoch in Atlanta mit mehr Mühe als gedacht mit 4:2 (2:2). In der Endabrechnung der Gruppe C belegen die Löwen vom Atlas Platz zwei hinter Rekordweltmeister Brasilien und vor Schottland.

Brasilien-Samba in Miami: Vinicius und Co. schocken Schottland

Samba-Party in Miami: Angeführt von Doppelpacker Vinicius Junior ist Brasilien bei der WM in die K.o.-Phase gestürmt und hat durch ein 3:0 (2:0) gegen Schottland weiter Selbstvertrauen für die Jagd nach dem Titel gesammelt. Zur großen Freude der Anhänger durfte Neymar in der letzten Viertelstunde seine ersten Minuten bei dieser WM spielen.

Erster Sieg: Dzeko und Bosnien können weiter hoffen

Bosnien und Herzegowina kann weiter auf den erstmaligen Einzug in die K.o.-Runde bei einer Fußball-Weltmeisterschaft hoffen. Die Mannschaft um Schalke-Torjäger Edin Dzeko bezwang Katar zwar nur mit Mühe 3:1 (2:1) – mit nun vier Punkten auf dem Konto stehen die Chancen auf das Weiterkommen als Dritter der Gruppe B nun jedoch gut, für Schlusslicht Katar ist das Turnier hingegen beendet.

Textgröße ändern: