English Woman's Journal - "Provokante" Playlisten-Titel: Türkische Behörden nehmen Spotify ins Visier

"Provokante" Playlisten-Titel: Türkische Behörden nehmen Spotify ins Visier


"Provokante" Playlisten-Titel: Türkische Behörden nehmen Spotify ins Visier
"Provokante" Playlisten-Titel: Türkische Behörden nehmen Spotify ins Visier / Foto: Tobias Schwarz - AFP

In der Türkei haben die Behörden die Streaming-Plattform Spotify ins Visier genommen. Gegen das schwedische Unternehmen seien Ermittlungen wegen der "wettbewerbsverzerrenden Auswirkungen" seiner Geschäftspraxis auf die Musikindustrie im Land eröffnet worden, erklärte die türkische Kartellbehörde. Zugleich rief der stellvertretende Kulturminister Batuhan Mumcu im Onlinedienst X zu rechtlichen Schritten gegen Spotify auf, da sich das Unternehmen geweigert habe, Playlists mit "provokanten" und "beleidigenden" Titeln zu löschen.

Textgröße ändern:

Die Kartellbehörde erklärte zu ihren Ermittlungen am Freitag weiter, Ziel sei es zu prüfen, ob Spotify bestimmten Künstlern mehr Sichtbarkeit verleihe als anderen und seine Auszahlungen auf ungerechte Weise verteile.

Vize-Kulturminister Mumcu schrieb auf X, sein Ministerium habe die Inhalte auf Spotify "seit Langem" im Visier. "Inhalte, die sich gegen unsere religiösen und nationalen Überzeugungen richten und die Glaubenssätze unserer Gesellschaft verhöhnen, wurden nicht korrigiert", hieß es weiter. So seien "in Gestalt von Playlisten" Inhalte veröffentlicht worden, die "unsere religiösen Gefühle zu unserem Propheten Mohammed" missachteten und auf die "heiligen Werte" des türkischen Volks zielten.

Zudem sei in "heimtückisch provokanten und moralisch inakzeptablen" Playlists Emine Erdogan, die Ehefrau des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan, angegriffen worden, erklärte Mumcu. Die zuständigen Behörden müssten daher zur Tat schreiten. Seinem X-Post fügte Mumcu ein Video bei, auf dem die Namen von Spotify-Wiedergabelisten mit Bezug zu Emine Erdogan oder dem Leben des islamischen Propheten Mohammed zu sehen waren.

Spotify, das seit 2013 in der Türkei verfügbar ist, erklärte, seine Geschäftstätigkeit stehe im Einklang mit "allen anwendbaren Gesetzen". Das Unternehmen werde mit den Ermittlern zusammenarbeiten, obwohl ihm bislang keine näheren Angaben zu "Umfang oder Schwerpunkt der Ermittlungen" vorlägen. Ziel sei eine "konstruktive Lösung" der Angelegenheit mit dem türkischen Kartellamt, hieß es weiter. Zu den Vorwürfen wegen der Playlist-Namen äußerte sich Spotify nicht.

se/gt

D.W.Robertson--EWJ

Empfohlen

Musik-Show voller Stars führt zu deutlich längerer Halbzeitpause bei WM-Finale

Eine Halbzeitshow voller Musik-Superstars hat beim Finale der Fußball-WM zwischen Spanien und Argentinien zu einer deutlich verlängerten Halbzeitpause geführt. Im MetLife Stadium vor den Toren New Yorks traten am Sonntag nach der ersten Halbzeit unter anderem Madonna, Shakira, Justin Bieber und die K-Pop-Band BTS auf.

ZDF-Krimiserie "Ein Fall für zwei" wird nach mehr als 45 Jahren eingestellt

Die ZDF-Krimiserie "Ein Fall für zwei" wird nach mehr als 45 Jahren abgesetzt. Wie eine Sprecherin des Senders in Mainz am Freitag mitteilte, wird 2026 die letzte Staffel der Serie produziert, die im kommenden Jahr ausgestrahlt werden soll. Zudem werde 2027 ergänzend zum Serienende ein Spielfilm gedreht, der die Geschichte zu einem "würdigen Abschluss" führen solle.

Romanbiografie macht Leben und Musik der Komponistin Erna Becker-Ernst neu erlebbar

Bewegende Lebensgeschichte trifft auf 22 erstmals hörbar gemachte Originalkompositionen

Bewerbungsverfahren für ESC 2027 beginnt - SWR sucht Talente "mit Persönlichkeit"

Das deutsche Bewerbungsverfahren für den Eurovision Song Contest (ESC) 2027 beginnt. Ab sofort bis zum 21. September werden Bewerbungen entgegengenommen, wie der Südwestrundfunk (SWR) am Mittwoch in Baden-Baden mitteilte. Der Sender adressierte nicht nur Sängerinnen und Sänger, sondern gezielt auch Songwriter. Gesucht würden "professionelle Acts mit Songs, die künstlerische Glaubwürdigkeit mit kreativer Exzellenz verbinden".

Textgröße ändern: