English Woman's Journal - Hamburger Ehepaar sucht Auftragskiller im Darknet und fällt auf Betrüger herein

Hamburger Ehepaar sucht Auftragskiller im Darknet und fällt auf Betrüger herein


Hamburger Ehepaar sucht Auftragskiller im Darknet und fällt auf Betrüger herein
Hamburger Ehepaar sucht Auftragskiller im Darknet und fällt auf Betrüger herein / Foto: Chris Delmas - AFP/Archiv

Sie suchten im Internet nach einem Auftragsmörder und wurden dabei zum Opfer von Betrügern: Vor dem Hamburger Landgericht hat am Donnerstag ein Prozess gegen ein Ehepaar wegen versuchter Anstiftung zum Mord begonnen. Laut Anklage sollen der 51-jährige Unternehmer und die 49-jährige Ärztin auf einer Website im sogenannten Darknet einen entsprechenden Auftrag platziert und dem Betreiber dafür bereits Bitcoins im Gegenwert von etwa 14.000 Euro übermittelt haben.

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Demnach wollte das Paar den ehemaligen Lebensgefährten der Frau, mit dem diese eine gemeinsame Tochter hat, vor dem Hintergrund eines Streits um das Sorgerecht ermorden lassen. Bei dem Darknetforum handelte es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft allerdings nur um ein Betrugsangebot unbekannt gebliebener Krimineller, welche die Vermittlung von Auftragsmorden lediglich vortäuschten. Sie strichen die von den Angeklagten über eine Treundhandgesellschaft eingezahlten Bitcoins ein, ohne dass etwas passierte.

Laut Anklage übermittelten die beiden Beschuldigten den Seitenbetreibern im Januar dieses Jahr zunächst gemeinsam mit ihrem Auftrag ein Foto und die Hamburger Adresse des Opfers. Als bis Mitte März keine Reaktion erfolgte, wandten sie sich ratsuchend in einem zu der Plattform gehörenden Forum an einen weiteren Nutzer, dem sie demnach ebenfalls Namen und Anschrift des früheren Lebensgefährten der Frau mitteilten. Auch dieser war jedoch Teil des Betrugs, so dass ein Mordauftrag auch weiterhin nicht ausgeführt wurde.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers kamen die Ermittlungen gegen das Paar durch einen Hinweis der US-Bundespolizei FBI ins Rollen, die wiederum das Bundeskriminalamt informierte. Zum Prozessauftakt am Donnerstag verwies die Verteidigung der Angeklagten demnach in einer Erklärung auf eine psychische Erkrankung ihrer Mandantin. Am nächsten Verhandlungstag soll die Beschuldigte sich in einer persönlichen Aussage näher äußern.

Dem Ehepaar wird wegen der beiden Anbahnungsversuche auf der Darknetseite versuchte Anstiftung zum Mord in zwei Fällen zur Last gelegt. Für den Prozess gegen die beiden wurden zunächst Termine bis Februar 2023 angesetzt.

Ch.Anderson--EWJ

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