English Woman's Journal - Patientenbeauftragter kritisiert Pflicht zum Arztbesuch am ersten Krankheitstag

Patientenbeauftragter kritisiert Pflicht zum Arztbesuch am ersten Krankheitstag


Patientenbeauftragter kritisiert Pflicht zum Arztbesuch am ersten Krankheitstag
Patientenbeauftragter kritisiert Pflicht zum Arztbesuch am ersten Krankheitstag / Foto: Charly TRIBALLEAU - AFP/Archiv

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Stefan Schwartze (SPD), hat die von der Koalition geplante Pflicht zum Arztbesuch gleich am ersten Krankheitstag kritisiert. "Das Aufsuchen einer Arztpraxis ist bei vielen Krankheitsbildern eine unnötige Belastung für alle und erhöht die Ansteckungsgefahr", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgaben). Zudem zeigte er sich auch skeptisch bei der geplanten Abschaffung der telefonischen Krankschreibung.

Textgröße ändern:

Es sei mit den geplanten Regeln zu befürchten, dass sich "künftig noch mehr Arbeitnehmende krank zur Arbeit schleppen, nicht genesen und letztendlich aufgrund langwieriger Verläufe mehr Krankheitstage aufweisen", sagte Schwartze. Er forderte die Politik auf, digitale und telemedizinische Angebote weiter ausbauen.

Auch der Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Markus Blumenthal-Beier, warnte vor den Folgen der Regierungspläne: "Für unsere Praxen ist das eine Katastrophe", sagte er den Funke-Zeitungen. Sollten Beschäftigte künftig bereits am ersten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung benötigen, müssten die Praxen "mit Millionen zusätzlichen Patientinnen und Patienten rechnen". Darunter würden vor allem schwer und chronisch Kranke leiden, weil weniger Zeit für ihre Behandlung bleibe.

Die Spitzen der schwarz-roten Bundesregierung hatten sich am Mittwochabend beim Koalitionsausschuss auf tiefgreifende Änderungen bei der Krankschreibung geeinigt. So soll die telefonische Krankschreibung abgeschafft werden. Zudem soll künftig ab dem ersten Tag der Erkrankung die verpflichtende Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gesetzlich vorgeschrieben werden. Die genaue Ausgestaltung dabei ist aber noch offen.

N.Macleod--EWJ

Empfohlen

Gesundheitsausgaben im Jahr 2024 preisbereinigt um 3,9 Prozent gestiegen

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind 2024 gegenüber dem Vorjahr preisbereinigt um 3,9 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden unter Verweis auf erstmalige entsprechende Berechnungen mit. Nominal - also in jeweiligen Preisen - waren sie im Vorjahresvergleich um 7,6 Prozent gestiegen. Insgesamt hatten die Gesundheitsausgaben im Jahr 2024 bei 538,2 Milliarden Euro gelegen.

TV-Legende Thomas Gottschalk ist "momentan krebsfrei"

Fernsehlegende Thomas Gottschalk ist nach eigenen Angaben "momentan krebsfrei". Dies hätten ihm die Ärzte mitgeteilt, sagte der 76-Jährige der "Bild"-Zeitung. Die jüngste Untersuchung habe ergeben, dass er keinerlei Krebszellen mehr im Körper habe, sagte Gottschalk. "Das ist eine gute Nachricht, und ich bin natürlich entsprechend froh, dass ich diese Auskunft geben kann."

Studie: Mindestvorgaben erzielen gewünschten Effekt bei komplexen Operationen

Mindestmengen für komplexe Operationen zeigen nach einer wissenschaftlichen Auswertung den gewünschten Effekt, dass dadurch immer mehr schwierige Eingriffe in immer weniger Kliniken vorgenommen werden. Das gelte vor allem für Operationen bei Brustkrebs oder Lungenkrebs, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) am Freitag mitteilte. Der sogenannte Qualitätsmonitor ist online einsehbar und wurde nun um die Daten aus dem Jahr 2024 ergänzt.

RKI: Vier Beschäftigte an Frankfurter Flughafen an Malaria erkrankt

Am Frankfurter Flughafen sind vier Beschäftigte an Malaria erkrankt. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag in Berlin mitteilte, ist davon auszugehen, dass die Infektionen von einer per Flug importierten Anophelesmücke stammen. Der Fall sei insofern besonders, als das in Deutschland fast ausschließlich Fernreisende von Malaria betroffen seien, die im Ausland infiziert wurden.

Textgröße ändern: