English Woman's Journal - 93 Liter zuckerhaltige Getränke pro Kopf: Produktion bleibt nahezu konstant

93 Liter zuckerhaltige Getränke pro Kopf: Produktion bleibt nahezu konstant


93 Liter zuckerhaltige Getränke pro Kopf: Produktion bleibt nahezu konstant
93 Liter zuckerhaltige Getränke pro Kopf: Produktion bleibt nahezu konstant / Foto: Lakruwan WANNIARACHCHI - AFP/Archiv

Ungeachtet der Debatte über die gesundheitlichen Folgen nehmen die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland weiter erhebliche Mengen Zucker zu sich. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, blieb die Produktionsmenge von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken wie Cola oder Limonade im Jahr 2024 mit 7,7 Milliarden Litern nahezu auf demselben Niveau wie im Vorjahr (minus 0,2 Prozent). Pro Kopf entspricht dies 93 Litern.

Textgröße ändern:

Zugleich wies das Bundesamt darauf hin, dass der jährliche Zuckerverbrauch pro Kopf im Jahr 2023 in Deutschland bei 41,2 Kilogramm gelegen habe - rechnerisch jeden Tag 38 Stück Würfelzucker. Im weltweiten Durchschnitt habe die Verbrauchsmenge von Zucker nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO hingegen bei 24 Stück Würfelzucker pro Kopf gelegen, führte das Bundesamt aus. Die Empfehlung der Welternährungsorganisation WHO liege für Menschen mit gesundem Körpergewicht bei nur knapp 17 Stück Würfelzucker pro Tag.

Hoher Zuckerkonsum wirke sich auf die Gesundheit aus und erhöhe das Risiko für Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erklärte das Bundesamt weiter. Nach WHO-Angaben seien 2022 in Deutschland knapp ein Viertel (24 Prozent) der Erwachsenen und acht Prozent der Kinder und Jugendlichen von Adipositas (Fettleibigkeit) betroffen gewesen.

Eine Steuer auf Zucker, um den hohen Konsum zu begrenzen, habe es laut WHO im Jahr 2024 weltweit in 116 Staaten gegeben, erklärte das Bundesamt zudem. Zu diesen Ländern zählen demnach beispielsweise Frankreich, Polen, Großbritannien, Saudi-Arabien, Brasilien, Indien und Südafrika.

In Deutschland gibt es dagegen keine derartige Steuer. Wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) am Donnerstag berichteten, spricht sich allerdings eine Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher für eine Abgabe auf stark gesüßte Getränke aus. Dies ergab demnach eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Verbraucherorganisation Foodwatch, der zufolge 60 Prozent der Befragten es befürworten, wenn Hersteller eine gestaffelte Steuer je nach Höhe des Zuckergehalts zahlen müssten. 38 Prozent lehnen das ab. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hatte (CDU) Ende letzten Jahres eine Gesetzesinitiative für eine bundesweite Zuckersteuer angekündigt.

Mit Blick auf die Produktion von Erfrischungsgetränken wies das Statistische Bundesamt darauf hin, dass die Produktion von Light-Varianten zuletzt stieg: 2024 wurden demnach "1,5 Milliarden Liter brennwertverminderte Cola und Limonaden hergestellt" - gut 18 Liter Light-Getränke pro Kopf. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Produktion um 5,7 Prozent.

Insgesamt übersteigt das Produktionsvolumen zuckerhaltiger Getränke das von Light-Produkten damit allerdings immer noch deutlich. Noch vor den zuckerhaltigen Getränken kommt indes das Mineralwasser: 2024 wurden in Deutschland laut Statistik 12,7 Milliarden Liter Mineral-, Tafel- und Heilwasser produziert - gut 152 Liter pro Kopf.

P.Smid--EWJ

Empfohlen

Private Krankenversicherung darf Arztrechnungen nicht für Vorsorgeprogramme auswerten

Eine private Krankenversicherung darf die eingereichten Arztrechnungen nicht ohne das Einverständnis der Versicherten analysieren, um so potenzielle Teilnehmer für Vorsorgeprogramme zu finden. Das entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Freitag und verwies auf den hohen Schutz für sensible Gesundheitsdaten. Zuvor hatte der Datenschutzbeauftragte von Rheinland-Pfalz die Versicherung verwarnt. (Az. 6 C 7.24)

Arbeitgeber warnen vor Aufweichen von Krankenhausreform

Der Arbeitgeberverband BDA warnt vor einem Aufweichen der Ende 2024 beschlossenen Krankenhausreform. "Mit der weiteren Verwässerung der Krankenhausreform verschließt die Politik die Augen vor den Anpassungsnotwendigkeiten im stationären Bereich", erklärte Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter am Freitag in Berlin. "Länder und Krankenhäuser glauben Gewinner zu sein - Verlierer sind die Patienten und die Beitragszahler", kritisierte er mit Blick auf Änderungen des Reformgesetzes, die der Bundestag am Vormittag beschließen soll.

Bundestag entscheidet über Änderungen an Krankenhausreform

Der Bundestag berät am Freitag (Plenarsitzung ab 09.00 Uhr) abschließend über Änderungen an der Ende 2024 beschlossenen Krankenhausreform. Dabei geht es unter anderem um mehr Mitspracherechte für die Länder sowie Fristverlängerungen und zusätzliche Ausnahmeregeln insbesondere für kleinere Kliniken im ländlichen Raum. Zudem wird der Kostenanteil des Bundes zugunsten der Länder erhöht.

DAK warnt vor "Pflegekollaps": Rekordwert bei Sozialhilfequote in Heimen

Durch die massiv gestiegenen Eigenanteile in stationären Pflegeeinrichtungen sind immer mehr Bewohnerinnen und Bewohner auf unterstützende Sozialhilfeleistungen angewiesen. Die Sozialhilfequote in Pflegeheimen erreiche im laufenden Jahr einen neuen Höchstwert von 37 Prozent, teilte die DAK Gesundheit am Donnerstag mit. DAK-Vorstandschef Andreas Storm warnte vor einem "Pflegekollaps" und forderte von der Bundesregierung kurzfristig eine umfassende Pflegereform.

Textgröße ändern: