English Woman's Journal - Krankenkasse: Ein Drittel von Beschäftigten kann nicht von Arbeit abschalten

Krankenkasse: Ein Drittel von Beschäftigten kann nicht von Arbeit abschalten


Krankenkasse: Ein Drittel von Beschäftigten kann nicht von Arbeit abschalten
Krankenkasse: Ein Drittel von Beschäftigten kann nicht von Arbeit abschalten / Foto: Philip FONG - AFP/Archiv

Einer Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) zufolge kann ein Drittel der Beschäftigten nicht von der Arbeit abschalten. 42 Prozent fühlen sich oft abgearbeitet und verbraucht, wie die TK in ihrem am Mittwoch in Hamburg veröffentlichten sogenannten Stressreport mitteilte. Rund ein Viertel schafft es auch im Urlaub nicht, richtig abzuschalten. Bei 29 Prozent leide das Sozialleben - Familie und Freunde kämen zu kurz.

Textgröße ändern:

Allgemein sei Arbeit etwas Positives, erklärte der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas. "Wenn jedoch selbst Wochenenden oder Urlaube nicht ausreichen, um neue Energie zu schöpfen, ist das ein Warnsignal", fügte er hinzu. Dauerhafte Erschöpfung könne zu Burnout und anderen psychischen Erkrankungen führen.

Zu den Hauptstressfaktoren zählen für die Befragten zu viel Arbeit, Termindruck, Unterbrechungen, Informationsflut und regelmäßige Überstunden. "Die aktuelle Debatte um die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung setzt den falschen Schwerpunkt und lenkt vom eigentlichen Problem ab", kritisierte Baas. Kurzzeiterkrankungen machten einen wesentlich geringeren Anteil an den Gesamtfehltagen aus als Langzeiterkrankungen.

Der Blick solle daher viel mehr auf die Langzeiterkrankten gerichtet werden. Auch Arbeitgeber hätten einen großen Einfluss auf die Gesundheit der Mitarbeitenden. "Die Arbeitsbedingungen haben großen Einfluss auf den Krankenstand eines Unternehmens", erklärte Baas. Für den Stressreport wurden 1407 Menschen ab 18 Jahren telefonisch befragt. Davon waren 753 Voll- oder Teilzeitbeschäftigte.

Ch.Reilly--EWJ

Empfohlen

Krankenkassenverbände: Angebot qualitätsgeprüfter Präventionskurse wächst

Das Angebot qualitätsgeprüfter Präventionskurse der Krankenkassen ist gewachsen. 2025 wurden von der Zentralen Prüfstelle Prävention rund 4500 mehr Kursangebote zertifiziert als im Vorjahr, wie die Verbände der Krankenkassen am Mittwoch mitteilten. Insgesamt wurden in dem Jahr 45.000 Präventionsangebote und rund 6000 neue Kursleitungen zertifiziert.

Hausärzteverband warnt Koalition vor Abschaffung der telefonischen Krankschreibung

In der Debatte um die Höhe des Krankenstandes in Deutschland haben die Hausärzte die Bundesregierung vor einer Abschaffung der telefonischen Krankschreibung gewarnt. "Alle bisherigen Auswertungen der Krankenkassen bestätigen, dass die telefonische Krankschreibung nicht zu einem höheren Missbrauch bei Krankschreibungen führt", sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Markus Beier, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND, Mittwoch). "Wer die telefonische Krankschreibung abschafft, der trägt die Verantwortung dafür, dass sich in Zukunft wieder unzählige Patientinnen und Patienten ohne Not in die Praxen schleppen müssen", mahnte der Mediziner.

"Hoch unanständig": DGB-Chefin kritisiert Debatte um Krankmeldungen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat scharfe Kritik an der Debatte um den möglichen Missbrauch telefonischer Krankschreibungen geübt. Es sei "hoch unanständig, in welchem Ausmaß krank gemeldete Beschäftigte unter Generalverdacht gestellt werden, als wären sie Drückeberger und Faulenzer", sagte DGB-Chefin Yasmin Fahimi am Dienstag in Berlin.

Supreme Court lässt Berufung von Bayer gegen Roundup-Krebs-Urteil zu

Der Oberste Gerichtshof der USA hat eine Berufungsklage des deutschen Chemie-Riesen Bayer gegen ein Urteil gegen sein umstrittenes Pflanzenschutzmittel Roundup zugelassen. Wie der Supreme Court in Washington am Freitag mitteilte, will er sich mit der Verurteilung von Bayer zu einer Strafzahlung in Höhe von 1,25 Millionen Dollar (1,08 Millionen Euro) an einen Mann im Bundesstaat Missouri befassen, der seine Blutkrebserkrankung auf seine Verwendung von Roundup zurückgeführt hatte.

Textgröße ändern: