English Woman's Journal - Kampf gegen tödliche Krankheiten wie HIV: Deutschland sagt eine Milliarde Euro zu

Kampf gegen tödliche Krankheiten wie HIV: Deutschland sagt eine Milliarde Euro zu


Kampf gegen tödliche Krankheiten wie HIV: Deutschland sagt eine Milliarde Euro zu
Kampf gegen tödliche Krankheiten wie HIV: Deutschland sagt eine Milliarde Euro zu / Foto: Clarens SIFFROY - AFP/Archiv

Die Bundesregierung stellt in den kommenden drei Jahren eine Milliarde Euro für den weltweiten Kampf gegen tödliche Infektionskrankheiten wie Tuberkulose und HIV bereit. Es handle sich nicht nur um "ein Gebot der Menschlichkeit, sondern auch ein Gebot der Vernunft", erklärte Entwicklungshilfeministerin Reem Alabali Radovan (SPD) am Sonntag in Berlin anlässlich des Starts des alljährlichen Weltgesundheitsgipfels in der Hauptstadt.

Textgröße ändern:

Laut Entwicklungsministerium fließt das Geld an den bereits 2002 von der internationalen Gemeinschaft ins Leben gerufenen Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Er gilt als eine der weltweit zentralen Initiativen zur Pandemiebekämpfung und Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Nach eigenen Angaben investierte er bisher rund 70 Milliarden Euro in 100 Ländern. Aktuell läuft die insgesamt achte Wiederauffüllrunde, bei der Geber neue Mittel zusagen können.

HIV beziehungsweise Aids, Tuberkulose und Malaria gelten als die drei tödlichsten Infektionskrankheiten der Menschheit. Allein an HIV starben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO bisher geschätzt mehr als 44 Millionen Menschen, im Jahr 2024 waren es schätzungsweise 630.000. An Tuberkulose sterben jedes Jahr 1,5 Millionen Menschen, was sie zur tödlichsten Krankheit überhaupt macht. Dazu kommen der WHO zufolge noch einmal etwa schätzungsweise 600.000 jährliche Todesfälle durch Malaria.

Nach eigenen Angaben arbeitet der Globale Fonds erfolgreich, die Zahl der durch die drei Krankheiten verursachten Todesfälle in Partnerstaaten sank um 63 Prozent. Angesichts finanzieller Kürzungen durch Regierungen in der Entwicklungszusammenarbeit sowie weiterer Probleme - etwa Kriege und das Entstehen von Resistenzen bei Malariaerregern - würden diese Erfolge aber bedroht. Das Jahr 2025 sei ein "Wendepunkt", hieß es in einer Erklärung.

Radovan sprach mit Blick auf die zugesagten Beiträge aus Deutschland von einem wichtigen Zeichen. "Trotz der schmerzhaften Haushaltskürzungen und trotz des enormen Spardrucks im Ministerium ist es uns gelungen, eine Milliarde Euro für den weltweiten Gesundheitsschutz bereitzustellen", erklärte sie mit Blick auf die Debatten um Einsparungen im Bundeshaushalt. Der Etat des Entwicklungsministeriums soll weiter schrumpfen.

Der Weltgesundheitsgipfel wird am Sonntag mit einer Rede von Radovan offiziell eröffnet. Mehr als 4000 Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland diskutieren auf der Konferenz über Fragen und Probleme der globalen Gesundheitsversorgung. Der diesjährige Kongress steht unter dem Motto "Verantwortung für Gesundheit in einer sich fragmentierenden Welt".

Vertreter aus Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft nehmen teil. Auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sowie Umweltminister Carsten Schneider (SPD) wurden erwartet. Zu den Themen des dreitägigen Gipfels zählen die Vorbereitung auf neue Pandemien, die Folgen des Klimawandels sowie digitale Innovation im Gesundheitsbereich.

R.Mcintosh--EWJ

Empfohlen

"Hoch unanständig": DGB-Chefin kritisiert Debatte um Krankmeldungen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat scharfe Kritik an der Debatte um den möglichen Missbrauch telefonischer Krankschreibungen geübt. Es sei "hoch unanständig, in welchem Ausmaß krank gemeldete Beschäftigte unter Generalverdacht gestellt werden, als wären sie Drückeberger und Faulenzer", sagte DGB-Chefin Yasmin Fahimi am Dienstag in Berlin.

Supreme Court lässt Berufung von Bayer gegen Roundup-Krebs-Urteil zu

Der Oberste Gerichtshof der USA hat eine Berufungsklage des deutschen Chemie-Riesen Bayer gegen ein Urteil gegen sein umstrittenes Pflanzenschutzmittel Roundup zugelassen. Wie der Supreme Court in Washington am Freitag mitteilte, will er sich mit der Verurteilung von Bayer zu einer Strafzahlung in Höhe von 1,25 Millionen Dollar (1,08 Millionen Euro) an einen Mann im Bundesstaat Missouri befassen, der seine Blutkrebserkrankung auf seine Verwendung von Roundup zurückgeführt hatte.

Apotheken-Präsident drängt Risikogruppen zur Grippeimpfung und warnt vor Engpass

Apotheken-Präsident Thomas Preis hat angesichts der bereits angerollten Grippewelle zur Impfung gegen Influenza aufgerufen. Diese Infektionen dürften nicht unterschätzt werden, und es gebe in der aktuellen Grippesaison bereits 225 Todesfälle, sagte er der "Rheinischen Post" vom Freitag. Fast alle Verstorbenen, nämlich 95 Prozent, waren 60 Jahre oder älter, sagte der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

"Niedrigster Stand seit fast 50 Jahren": Zahl der Apotheken 2025 weiter gesunken

Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist im vergangenen Jahr weiter gesunken. Wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Dienstag mitteilte, gab es zum Jahresende noch bundesweit 16.601 Apotheken. Das waren demnach 440 oder 2,6 Prozent weniger als Ende 2024. Damit sei "der niedrigste Stand an Apotheken seit fast 50 Jahren erreicht".

Textgröße ändern: