English Woman's Journal - Oberster Impf-Experte der USA tritt aus Protest gegen Gesundheitsminister Kennedy zurück

Oberster Impf-Experte der USA tritt aus Protest gegen Gesundheitsminister Kennedy zurück


Oberster Impf-Experte der USA tritt aus Protest gegen Gesundheitsminister Kennedy zurück
Oberster Impf-Experte der USA tritt aus Protest gegen Gesundheitsminister Kennedy zurück / Foto: Jim WATSON - AFP/Archiv

Wegen "Desinformation und Lügen" nach der Amtsübernahme von US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. ist Berichten zufolge der oberste Impf-Experte der US-Regierung zurückgetreten. Peter Marks habe die Leitung der Impfabteilung der US-Arzneimittelbehörde FDA am Freitag (Ortszeit) abgegeben, berichteten die "New York Times" und die "Washington Post". In seinem Rücktrittsschreiben beklagte er demnach "beispiellose Angriffe auf die wissenschaftliche Wahrheit" von seiten des Ministers und seiner Unterstützer.

Textgröße ändern:

"Es ist deutlich geworden, dass Wahrheit und Transparenz vom Minister nicht gewünscht werden, sondern dass er sich eher unterwürfige Bestätigungen seiner Desinformation und Lügen wünscht", kritisierte Marks den Berichten zufolge in seinem Schreiben.

Während seiner ersten Amtszeit hatte US-Präsident Donald Trump stolz auf sein "Project Warp Speed" zur schnellen Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus verwiesen. In seiner zweiten Amtszeit machte er aber Kennedy zum Gesundheitsminister, der seit langem nicht belegte Ansichten darüber verbreitet, dass Impfungen nutzlos sind oder Krankheiten auslösen.

Vergangenes Jahr hatten 75 Nobelpreisträger den US-Senat aufgerufen, Kennedys Nominierung als Gesundheitsminister nicht abzusegnen. Er wurde dennoch im Februar im Amt bestätigt, bei den Republikanern in der Kongresskammer gab es nur eine Gegenstimme.

Laut dem "Wall Street Journal" zeigte das US-Gesundheitsministerium kein Bedauern über Marks' Rücktritt. Wenn dieser "die Wiederherstellung der Wissenschaft nach ihrem Gold-Standard und radikale Transparenz" nicht unterstützen wolle, sei für Marks "in der FDA unter der starken Führung von Minister Kennedy kein Platz".

R.Wilson--EWJ

Empfohlen

Ärztinnen-Netzwerk fordert zum Frauentag geschlechtsspezifische Medizinforschung

In der Gesundheitsforschung sollte nach Auffassung von Ärztinnen systematisch zwischen den Geschlechtern differenziert werden. Das fordert das Frauennetzwerk im Ärzteverband Hartmannbund anlässlich des internationalen Frauentags, der am Sonntag begangen wird. "Gleichbehandlung ist nicht automatisch eine gerechte oder wirksame Behandlung", erklärte die Sprecherin des Netzwerks, Iris Illing.

Private Krankenversicherung darf Arztrechnungen nicht für Vorsorgeprogramme auswerten

Eine private Krankenversicherung darf die eingereichten Arztrechnungen nicht ohne das Einverständnis der Versicherten analysieren, um so potenzielle Teilnehmer für Vorsorgeprogramme zu finden. Das entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Freitag und verwies auf den hohen Schutz für sensible Gesundheitsdaten. Zuvor hatte der Datenschutzbeauftragte von Rheinland-Pfalz die Versicherung verwarnt. (Az. 6 C 7.24)

Arbeitgeber warnen vor Aufweichen von Krankenhausreform

Der Arbeitgeberverband BDA warnt vor einem Aufweichen der Ende 2024 beschlossenen Krankenhausreform. "Mit der weiteren Verwässerung der Krankenhausreform verschließt die Politik die Augen vor den Anpassungsnotwendigkeiten im stationären Bereich", erklärte Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter am Freitag in Berlin. "Länder und Krankenhäuser glauben Gewinner zu sein - Verlierer sind die Patienten und die Beitragszahler", kritisierte er mit Blick auf Änderungen des Reformgesetzes, die der Bundestag am Vormittag beschließen soll.

Bundestag entscheidet über Änderungen an Krankenhausreform

Der Bundestag berät am Freitag (Plenarsitzung ab 09.00 Uhr) abschließend über Änderungen an der Ende 2024 beschlossenen Krankenhausreform. Dabei geht es unter anderem um mehr Mitspracherechte für die Länder sowie Fristverlängerungen und zusätzliche Ausnahmeregeln insbesondere für kleinere Kliniken im ländlichen Raum. Zudem wird der Kostenanteil des Bundes zugunsten der Länder erhöht.

Textgröße ändern: