English Woman's Journal - Extreme Feinstaubbelastung in Indien: Schulen in Neu Delhi wegen Smogs geschlossen

Extreme Feinstaubbelastung in Indien: Schulen in Neu Delhi wegen Smogs geschlossen


Extreme Feinstaubbelastung in Indien: Schulen in Neu Delhi wegen Smogs geschlossen
Extreme Feinstaubbelastung in Indien: Schulen in Neu Delhi wegen Smogs geschlossen / Foto: Pawan SHARMA - AFP

Wegen alarmierender Höchstwerte bei der Luftverschmutzung bleiben in Indiens Hauptstadt Neu Delhi die Schulen vorerst geschlossen. Bis auf Weiteres werde der Unterricht online abgehalten, erklärte die Regierungschefin der Hauptstadtregion, Atishi, am Montag. Der ganze Norden Indiens sei "zu einem medizinischen Notfall geworden", kritisierte sie vor Journalisten. Die gesundheitsschädliche Feinstaubbelastung überstieg inzwischen das 60-fache der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten Tagesobergrenze.

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Die Behörden hoffen, dass der Verkehr erheblich reduziert wird, wenn die meisten Schülerinnen und Schüler zu Hause bleiben. Ausnahmen gelten laut Ministerin Atishi für die Klassenstufen zehn bis zwölf. Die Grundschulen in Neu Delhi waren bereits am Donnerstag geschlossen worden. Am Montag wurden eine Reihe weiterer Maßnahmen verhängt, darunter Beschränkungen für Diesel-Lastwagen und Bauarbeiten.

Die Luftverschmutzung in der Metropole mit 30 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern erreichte unterdessen neue Höchstwerte: Am Montagmittag war die Feinstaubbelastung 60-mal höher als die von der WHO festgelegte Tagesobergrenze, wie die Gesellschaft IQAir mitteilte. So erreichte die Konzentration giftiger Feinstaubpartikel der Kategorie PM2,5 921 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. An einigen Messstationen lag die Konzentration sogar bei 1117 Mikrogramm pro Kubikmeter - das 74-fache der WHO-Tagesobergrenze.

Feinstaubpartikel der Kategorie PM2,5 sind so klein, dass sie in den Blutkreislauf des Menschen und tief in die Lunge eindringen können. Der WHO zufolge kann dies zu Herzkreislauf- und Atemwegserkrankungen sowie zu Lungenkrebs führen.

Der Smog betrifft weite Teile Nordindiens. Touristen am Taj Mahal in Agra konnten das weltberühmte Mausoleum im dichten Smog am Montag kaum erkennen. Auch im Nachbarland Pakistan leiden die Menschen unter der Luftverschmutzung.

Der Oberste Gerichtshof Indiens wies die Behörden an, "alle möglichen" Maßnahmen zu ergreifen. Die Zentralregierung und die einzelnen Bundesstaaten seien durch die Verfassung verpflichtet, den Bürgerinnen und Bürgern "ein Leben in einer verschmutzungsfreien Atmosphäre" zu garantieren.

Neu Delhis Regierungschefin Atishi warf den umliegenden Bundesstaaten vor, die Bauern nicht am Abbrennen ihrer Stoppelfelder zu hindern. "Die Menschen in Delhi haben wirklich ein Problem, sie können nicht atmen", sagte sie bei ihrer Pressekonferenz. Sie habe die ganze Nacht über Anrufe von Menschen erhalten, die ihre alten Eltern wegen Atemproblemen ins Krankenhaus bringen mussten oder die Inhaliergeräte für ihre Kinder brauchten, führte sie aus.

"Warum? Weil überall im Land Stoppelfelder abgebrannt werden, in jedem Bundesstaat, überall, und die nationale Regierung tut nichts", bemängelte sie.

Kritikern zufolge haben Streitigkeiten zwischen rivalisierenden Politikern einzelner Bundesstaaten sowie zwischen Zentralregierung und Bundesstaaten das Problem verschärft. Politikern wird vorgeworfen, zu viel Rücksicht auf mächtige Bauernverbände in ihren Wahlkreisen zu nehmen.

Jeden Winter vermischen sich in der indischen Hauptstadtregion die kühle Luft, der Rauch der von den Bauern nach der Ernte abgebrannten Felder und die Abgase von Industrie und Verkehr zu einem gesundheitsschädlichen Cocktail. Neu Delhi wird häufig als eine der weltweit am meisten verschmutzen Städte eingestuft. Experten machen die Luftverschmutzung für tausende verfrühte Todesfälle in Neu Delhi und Umgebung verantwortlich.

Ch.Anderson--EWJ

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