English Woman's Journal - Lauterbach warnt vor Rückkehr der Delta-Variante im Herbst

Lauterbach warnt vor Rückkehr der Delta-Variante im Herbst


Lauterbach warnt vor Rückkehr der Delta-Variante im Herbst
Lauterbach warnt vor Rückkehr der Delta-Variante im Herbst / Foto: Ina Fassbender - AFP

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat vor einer Rückkehr der Delta-Variante des Coronavirus gewarnt und die Beschaffung unterschiedlicher Impfstoffe angekündigt. "Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Eine Omikron-Welle im Herbst ist zwar wahrscheinlich. Aber selbst die gefährlichere Delta-Variante könnte zurückkommen", sagte Lauterbach der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe) unter Verweis auf eine entsprechende Studie aus Israel.

Textgröße ändern:

Deutschland müsse sich auf beide Szenarien einstellen, sagte er. "Wir brauchen Impfstoff gegen beide Varianten. Das wird sehr teuer. Aber ein weiterer verpasster Herbst wäre für die Wirtschaft unbezahlbar." Die Bundesregierung rechnet im September mit einem Impfstoff gegen die Omikron-Variante.

Lauterbach machte der Union in diesem Zusammenhang schwere Vorwürfe. "Die Impfpflicht hätte alles einfacher gemacht. Die Union trägt die Schuld, wenn die Impflücke zu vermeidbaren Toten und Beschränkungen führt", sagte er. "Ohne ihre parteitaktische Blockade wäre die Impfpflicht gekommen."

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund rief Bund und Länder dazu auf, Vorbereitungen für eine neue Corona-Welle zu treffen. Die Impfmöglichkeiten müssten aufrechterhalten werden, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben).

Zwar sei es nicht sinnvoll, in großem Umfang weitgehend leer stehende Impfzentren zu betreiben, sagte Landsberg. "Aber die Planung, wann man unter welchen Umständen erneut zusätzliche Impfmöglichkeiten schaffen muss, sind jetzt notwendig." Zugleich forderte Landsberg eine Diskussion darüber, "ob die jetzt reduzierten Möglichkeiten des Infektionsschutzgesetzes tatsächlich ausreichen".

Skeptisch äußerte sich Landsberg über eine Abschaffung der Maskenpflicht in Bus und Bahn. Viele Menschen hätten sich an das Tragen von Masken gewöhnt, sagte er. "Diese Vorsichtsmaßnahmen werden wir im Herbst voraussichtlich verstärken müssen, zumal der damit verbundene Schutz nicht nur gegen eine Corona-Ansteckung, sondern auch gegen Grippeviren wirksam ist."

Lauterbach plädierte für eine Beibehaltung der Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Flugzeugen auch im Sommer. "Wer jetzt den Menschen vorgaukelt, Corona sei Geschichte, wird das im Herbst bitter bereuen", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post".

B.Mclean--EWJ

Empfohlen

Ärztinnen-Netzwerk fordert zum Frauentag geschlechtsspezifische Medizinforschung

In der Gesundheitsforschung sollte nach Auffassung von Ärztinnen systematisch zwischen den Geschlechtern differenziert werden. Das fordert das Frauennetzwerk im Ärzteverband Hartmannbund anlässlich des internationalen Frauentags, der am Sonntag begangen wird. "Gleichbehandlung ist nicht automatisch eine gerechte oder wirksame Behandlung", erklärte die Sprecherin des Netzwerks, Iris Illing.

Private Krankenversicherung darf Arztrechnungen nicht für Vorsorgeprogramme auswerten

Eine private Krankenversicherung darf die eingereichten Arztrechnungen nicht ohne das Einverständnis der Versicherten analysieren, um so potenzielle Teilnehmer für Vorsorgeprogramme zu finden. Das entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Freitag und verwies auf den hohen Schutz für sensible Gesundheitsdaten. Zuvor hatte der Datenschutzbeauftragte von Rheinland-Pfalz die Versicherung verwarnt. (Az. 6 C 7.24)

Arbeitgeber warnen vor Aufweichen von Krankenhausreform

Der Arbeitgeberverband BDA warnt vor einem Aufweichen der Ende 2024 beschlossenen Krankenhausreform. "Mit der weiteren Verwässerung der Krankenhausreform verschließt die Politik die Augen vor den Anpassungsnotwendigkeiten im stationären Bereich", erklärte Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter am Freitag in Berlin. "Länder und Krankenhäuser glauben Gewinner zu sein - Verlierer sind die Patienten und die Beitragszahler", kritisierte er mit Blick auf Änderungen des Reformgesetzes, die der Bundestag am Vormittag beschließen soll.

Bundestag entscheidet über Änderungen an Krankenhausreform

Der Bundestag berät am Freitag (Plenarsitzung ab 09.00 Uhr) abschließend über Änderungen an der Ende 2024 beschlossenen Krankenhausreform. Dabei geht es unter anderem um mehr Mitspracherechte für die Länder sowie Fristverlängerungen und zusätzliche Ausnahmeregeln insbesondere für kleinere Kliniken im ländlichen Raum. Zudem wird der Kostenanteil des Bundes zugunsten der Länder erhöht.

Textgröße ändern: