English Woman's Journal - Todesfälle in Berliner Seniorenwohnanlagen: Ermittlungen gegen Pflegedienst

Todesfälle in Berliner Seniorenwohnanlagen: Ermittlungen gegen Pflegedienst


Todesfälle in Berliner Seniorenwohnanlagen: Ermittlungen gegen Pflegedienst
Todesfälle in Berliner Seniorenwohnanlagen: Ermittlungen gegen Pflegedienst / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP/Archiv

In Berlin ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der mutmaßlich unsachgemäßen Pflege mit teilweisen tödlichen Folgen in zwei Seniorenwohnanlagen. Wie die Behörden in der Bundeshauptstadt am Mittwoch mitteilten, richten sich die Vorwürfe gegen bisher sieben Mitarbeitende eines Pflegedienstleisters. Ermittelt wird demnach wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen sowie wegen gefährlicher Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen.

Textgröße ändern:

Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft wurden am Mittwoch in Berlin Durchsuchungsbeschlüsse in zwei Seniorenwohnanlagen im Stadtteil Lichtenberg sowie in Arztpraxen und an einer Geschäftsanschrift vollstreckt. Dabei seien unter anderem Patientenakten zwecks weiterer Auswertung beschlagnahmt worden.

Es besteht demnach der Verdacht, dass zwischen Januar 2017 und Januar 2023 insgesamt 13 pflegebedürftigte Bewohnerinnen und Bewohner in den beiden Seniorenwohnanlagen "durch nicht ausreichend qualifizierte oder nachlässig arbeitende Mitarbeitende des Pflegediensts falsch behandelt" wurden und so zu Schaden kamen. Einige sollen sich durch unsachgemäße Lagerung wundgelegen haben, in anderen Fällen sollen Mitarbeitende laut Ermittlern eigenmächtig Medikamente abgesetzt oder völlig falsche Arzneimittel verabreicht haben.

In zwei Fällen gehen Polizei und Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben sogar von tödlichen Folgen aus. Eine 75-Jährige soll durch "unsachgemäße Unterstützung beim Essen" erstickt sein, weil ihre Luftröhre verstopfte und die Pflegekräfte nicht angemessen reagiert hätten, wie die Behörden erklärten. Außerdem soll ein lebensbedrohlicher Zustand einer noch nicht namentlich bekannten weiteren Frau nicht rechtzeitig erkannt worden sein, so dass auch sie starb.

Den Angaben zufolge wurden die entsprechenden Ermittlungen durch mehrere Strafanzeigen ausgelöst, ergänzende Erkenntnisse stammten aus einem schon laufenden Ermittlungsverfahren gegen die Verantwortlichen des Pflegediensts wegen Abrechnungsbetrugs. Ihr Unternehmen tritt demnach zwar als ambulanter Pflegedienst auf, "erweckt" durch ein kombiniertes Angebot von Pflege und Wohnen in einer Seniorenwohnanlage jedoch "den Eindruck eines Pflegeheims".

L.McKay--EWJ

Empfohlen

AfD scheitert mit Organklage gegen frühere 2G+-Regelung in Bundestag

Das Bundesverfassungsgericht hat eine Organklage von AfD-Vertretern gegen die während der Coronapandemie im Januar 2022 geltende sogenannte 2G+-Regelung im Bundestag verworfen. Die Maßnahme sei "zur Sicherung der Arbeits- und Funktionsfähigkeit" des Parlaments seinerzeit gerechtfertigt gewesen, entschied das Gericht in seinem am Mittwoch in Karlsruhe veröffentlichten Beschluss. Zwei mit der Organklage verbundene Eilanträge hatte das Bundesverfassungsgericht bereits 2022 verworfen. (Az. 2 BvE 1/22)

"Routinemäßiger Eingriff": Wirtschaftsministerin Reiche wird in Sommerpause operiert

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nutzt die parlamentarische Sommerpause für mindestens eine Operation. "Ministerin Reiche wird sich in der Sommerpause mindestens einem medizinischen routinemäßigen Eingriff unterziehen", teilte ihre Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag mit. Eigentlich sei der Eingriff bereits für die Osterzeit geplant gewesen, die Ministerin habe sie jedoch "wegen der intensiven Regierungsarbeit verschoben". Einzelheiten zu dem geplanten Eingiff nannte die Sprecherin nicht.

Spanien will Rauchen auf öffentlichen Terrassen und Stränden verbieten

Die spanische Regierung hat einen Gesetzentwurf für ein Rauchverbot in öffentlichen Außenbereichen wie Café- und Restaurantterrassen, Parks und Stränden beschlossen. Ziel des Gesetzes sei es, das bereits geltende Rauchverbot für Innenräumen auszuweiten, "um die öffentliche Gesundheit besser zu schützen und auf eine tabakfreie Generation hinzuwirken", sagte Gesundheitsministerin Mónica García nach der Billigung des Entwurfs durch das Kabinett am Dienstag vor Journalisten.

Gesundheitsausgaben im Jahr 2024 preisbereinigt um 3,9 Prozent gestiegen

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind 2024 gegenüber dem Vorjahr preisbereinigt um 3,9 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden unter Verweis auf erstmalige entsprechende Berechnungen mit. Nominal - also in jeweiligen Preisen - waren sie im Vorjahresvergleich um 7,6 Prozent gestiegen. Insgesamt hatten die Gesundheitsausgaben im Jahr 2024 bei 538,2 Milliarden Euro gelegen.

Textgröße ändern: