English Woman's Journal - Studie: Pflegekräfte wollen neben mehr Geld zahlreiche weitere Verbesserungen

Studie: Pflegekräfte wollen neben mehr Geld zahlreiche weitere Verbesserungen


Studie: Pflegekräfte wollen neben mehr Geld zahlreiche weitere Verbesserungen
Studie: Pflegekräfte wollen neben mehr Geld zahlreiche weitere Verbesserungen / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP/Archiv

Pflegekräfte und Auszubildende in der Pflege wünschen sich im Beruf nicht nur eine angemessene Bezahlung und eine bessere Personaldecke. Sie wollen auch mehr Unterstützung bei der Kinderbetreuung, verlässliche Dienstpläne und mehr Entlastung durch Digitalisierung, wie eine Studie des Bundesgesundheitsministeriums ergab, die am Freitag anlässlich des Tags der Pflegenden veröffentlicht wurde. Auch das Arbeitsklima und den Führungsstil von Vorgesetzten halten viele Befragte für deutlich verbesserungswürdig.

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"Der Wunsch nach einer angemessenen Bezahlung, einer am Pflegeaufwand ausgerichteten Personaldecke und einer besseren digitalen Ausstattung ist berechtigt", erklärte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Der Alltag in der Pflege werde zu stark durch ökonomische Zwänge bestimmt. "Niemand will im Akkord arbeiten. Erst recht nicht in der Pflege."

Lauterbach verwies darauf, dass die Bezahlung auf Tarifniveau in der Langzeitpflege zur Pflicht geworden sei. "Jetzt müssen die Arbeitsbedingungen besser werden", so der Minister. "Wir treffen klare bundeseinheitliche Vorgaben zur Personalbemessung und digitalisieren das Gesundheitswesen." Damit werde Druck von den Pflegenden genommen. Aber auch die Arbeitgeber müssten mehr tun, um Fach- und Hilfskräfte zu halten.

Das Ministerium hatte die Studie zur Zufriedenheit in der Akut- und Langzeitpflege bereits 2020 beauftragt. Es ging darum, die Gründe zu ermitteln, "warum Pflegekräfte den Beruf verlassen und welche Punkte für mehr Zufriedenheit im Job sorgen". Dafür wurden mehr als 5500 beruflich Pflegende und Auszubildende im dritten Ausbildungsjahr befragt und teilweise einzeln interviewt.

Die Studie ergab, dass eine angemessene Bezahlung für nahezu alle Pflegenden ein zentraler Punkt für einen attraktiven Arbeitsplatz ist. Vor allem Berufsanfängerinnen und -anfänger sowie Auszubildende, aber auch Quereinsteigende erhoffen sich demnach eine bessere Bezahlung.

Die Mehrheit der beruflich Pflegenden will zudem einen digital unterstützten Arbeitsplatz. 80 Prozent der Befragten wollen etwa einen stabilen Internetzugang am Arbeitsplatz. Die Einführung der elektronischen Patientenakte zur Unterstützung der Pflege wünschen rund 75 Prozent. Auch eine elektronische Pflegedokumentation wird von einer deutlichen Mehrheit der Befragten gefordert.

Fast 90 Prozent der Befragten halten zudem eine am tatsächlichen Pflegebedarf ausgerichtete Personalzusammensetzung für dringend notwendig. Dass Hilfskräfte die Arbeit der Pflegekräfte unterstützen, wird von mehr als 80 Prozent der beruflich Pflegenden begrüßt. Das Ministerium verweist in dem Zusammenhang darauf, dass ab Juli für vollstationäre Pflegeeinrichtungen bundeseinheitliche, an der Bewohnerstruktur und dem Pflegebedarf ausgerichtete Personalvorgaben gelten.

Für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist der Studie zufolge mehr Freizeit weniger relevant als persönlich zugeschnittene Arbeitszeitmodelle, eine verlässliche Dienstplanung und eine flexible Kinderbetreuung. Die Befragten nannten als mögliche Unterstützungsangebote eine Betriebskita (79 Prozent), Ferienbetreuung (76 Prozent), Abhol- und Bringdienste für Schul- und Kita-Kinder (58 Prozent) sowie Hausaufgabenbetreuung.

Das Bundesgesundheitsministerium verweist darauf, dass zur Unterstützung solcher Maßnahmen ein Förderprogramm ins Leben gerufen wurde: Angebote von Arbeitgebern zum Beispiel zur Kinderbetreuung, aber auch zu anderen Maßnahmen für eine bessere Vereinbarkeit, können mit bis zu 7500 Euro jährlich bezuschusst werden.

Die Studie ergab weiter, dass bei Führungsstil und Wertschätzung durch Vorgesetzte ein deutlicher Nachholbedarf bestehe. Auch häufige Personalwechsel in der Führungsebene sorgten demnach für eine geringere Zufriedenheit am Arbeitsplatz.

St.Reid--EWJ

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