English Woman's Journal - Weniger Kinder und Jugendliche während Pandemie gegen HPV geimpft

Weniger Kinder und Jugendliche während Pandemie gegen HPV geimpft


Weniger Kinder und Jugendliche während Pandemie gegen HPV geimpft
Weniger Kinder und Jugendliche während Pandemie gegen HPV geimpft

Während der Corona-Pandemie sind nach Angaben der Krankenkasse DAK deutlich weniger Kinder und Jugendliche gegen Humane Papillomviren (HPV) geimpft worden. Die Zahl der Erstimpfungen bei Mädchen sank 2020 im Vergleich zum Vorjahr um über 14 Prozent, wie die DAK am Donnerstag in ihrem sogenannten Kinder- und Jugendreport anlässlich des Welt-HPV-Tags am Freitag mitteilte.

Textgröße ändern:

Bei Jungen lag der Wert neun Prozent unter dem Vorjahreswert. Humane Papillomviren werden sexuell übertragen und können Gebärmutterhalskrebs und Krebs im Mund-Rachen-Raum auslösen. Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe erkranken jedes Jahr 7700 Menschen an HPV-bedingtem Krebs.

Die Zahl der Erstimpfungen bei Jungen erreichte nahezu das Niveau der Mädchen. 2020 erhielten elf Prozent der Jungen im Alter zwischen neun und 17 Jahren eine HPV-Impfung, bei den Mädchen waren es zwölf Prozent. Trotzdem liegt die Gesamtimpfquote der Jungen deutlich unter der Quote der Mädchen. Laut Daten des Robert-Koch-Instituts waren Ende 2019 insgesamt 47 Prozent der Mädchen im Alter von 15 Jahren und lediglich fünf Prozent der Jungen desselben Alters vollständig gegen HPV geimpft.

"Der deutliche Rückgang der HPV-Erstimpfungen bei Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie ist ein Alarmsignal", erklärte der DAK-Vorstandsvorsitzende Andreas Storm. Die HPV-Impfung schütze junge Menschen vor Krebserkrankungen. Es bestehe dringender Handlungsbedarf. "Wir müssen Eltern bei diesem Thema sensibilisieren und aufklären, um die Gesundheit der zukünftigen Generation zu schützen", forderte Storm.

Seit dem Jahr 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission eine HPV-Impfung für Mädchen und seit 2018 auch für Jungen. Demnach sollte eine Impfung idealerweise vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Für die Analyse der DAK wurden anonymisierte Abrechnungsdaten aus 2019 und 2020 von rund 385.000 bei der DAK versicherten Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen neun und 17 Jahren ausgewertet.

L.McKay--EWJ

Empfohlen

Hausärzteverband warnt Koalition vor Abschaffung der telefonischen Krankschreibung

In der Debatte um die Höhe des Krankenstandes in Deutschland haben die Hausärzte die Bundesregierung vor einer Abschaffung der telefonischen Krankschreibung gewarnt. "Alle bisherigen Auswertungen der Krankenkassen bestätigen, dass die telefonische Krankschreibung nicht zu einem höheren Missbrauch bei Krankschreibungen führt", sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Markus Beier, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND, Mittwoch). "Wer die telefonische Krankschreibung abschafft, der trägt die Verantwortung dafür, dass sich in Zukunft wieder unzählige Patientinnen und Patienten ohne Not in die Praxen schleppen müssen", mahnte der Mediziner.

"Hoch unanständig": DGB-Chefin kritisiert Debatte um Krankmeldungen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat scharfe Kritik an der Debatte um den möglichen Missbrauch telefonischer Krankschreibungen geübt. Es sei "hoch unanständig, in welchem Ausmaß krank gemeldete Beschäftigte unter Generalverdacht gestellt werden, als wären sie Drückeberger und Faulenzer", sagte DGB-Chefin Yasmin Fahimi am Dienstag in Berlin.

Supreme Court lässt Berufung von Bayer gegen Roundup-Krebs-Urteil zu

Der Oberste Gerichtshof der USA hat eine Berufungsklage des deutschen Chemie-Riesen Bayer gegen ein Urteil gegen sein umstrittenes Pflanzenschutzmittel Roundup zugelassen. Wie der Supreme Court in Washington am Freitag mitteilte, will er sich mit der Verurteilung von Bayer zu einer Strafzahlung in Höhe von 1,25 Millionen Dollar (1,08 Millionen Euro) an einen Mann im Bundesstaat Missouri befassen, der seine Blutkrebserkrankung auf seine Verwendung von Roundup zurückgeführt hatte.

Apotheken-Präsident drängt Risikogruppen zur Grippeimpfung und warnt vor Engpass

Apotheken-Präsident Thomas Preis hat angesichts der bereits angerollten Grippewelle zur Impfung gegen Influenza aufgerufen. Diese Infektionen dürften nicht unterschätzt werden, und es gebe in der aktuellen Grippesaison bereits 225 Todesfälle, sagte er der "Rheinischen Post" vom Freitag. Fast alle Verstorbenen, nämlich 95 Prozent, waren 60 Jahre oder älter, sagte der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Textgröße ändern: