English Woman's Journal - Mehr als 900 Tote und fast 5000 Vermisste nach Sturzflut in Nepal und Tibet

Mehr als 900 Tote und fast 5000 Vermisste nach Sturzflut in Nepal und Tibet


Mehr als 900 Tote und fast 5000 Vermisste nach Sturzflut in Nepal und Tibet
Mehr als 900 Tote und fast 5000 Vermisste nach Sturzflut in Nepal und Tibet / Foto: Prakash MATHEMA - AFP

Nach der verheerenden Sturzflut im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet suchen die Rettungskräfte nach einer immer größeren Zahl von Vermissten. Auf beiden Seiten der Grenze registrierten die Behörden bis Montag mehr als 900 Todes- und fast 5000 Vermisstenfälle. In Nepal kämpften sich die Suchmannschaften etwa mit wachsender Sorge durch Schlamm und Geröll, um mehr als hundert in einem verschütteten Tunnel vermutete Bauarbeiter zu befreien.

Textgröße ändern:

Seit der Sturzflut vom vergangenen Mittwoch werden in Nepal insgesamt mehr als 930 Arbeiter vermisst, die in Wasserkraftwerken oder auf Baustellen für neue Staudämme gearbeitet hatten. Die Regierung geht davon aus, dass mehr als hundert von ihnen noch leben und in einem der schlammverschütteten Tunnel eingeschlossen sind.

"Die Rettungs- und Sucheinsätze am Standort Trishuli 3 werden fortgesetzt", erklärte Nepals Armee am Montag. Die Suchmannschaften seien weiter damit beschäftigt, Wasser und Geröll aus dem Tunnel zu entfernen. Dabei kämen auch Sprengstoff und zwei Bagger zum Einsatz.

Am Standort Trishuli 3A war es Einsatzkräften der Armee am Wochenende gelungen, mit Bohrgeräten den oberen Teil eines verschütteten Tunnels zu durchbrechen und Luft hineinzupumpen. Als Mitglieder der Suchmannschaft sich an Seilen hinabließen und in den Tunnel hineinriefen, bekamen sie aber "keine Antwort", wie Nepals Regierungschef Balendra Shah mitteilte.

In zwei anderen Tunneln wurden nach Armeeangaben mittlerweile drei Leichen geborgen. Neben der Armee sind auch auf Tunnelrettungen spezialisierte Teams aus Indien, China und Südkorea sowie Nepals erfahrene Bergrettungsteams an den Einsätzen beteiligt.

Bei der Suche nach Verschütteten gab es am Wochenende aber auch Hoffnungsschimmer: Ein sechsjähriges Mädchen, das am Freitag aus den Schlammmassen gerettet wurde, ist mittlerweile wieder mit seinen Eltern vereint. Die Polizei hatte die Kleine gefunden, weil sie geweint und nach ihrer Mutter gerufen hatte. "Ihr Körper steckte im Schlamm, aber ihr Kopf war im Freien", teilte Polizeisprecher Netra Bahadur Karki mit.

Die Sturzflut hatte im Grenzgebiet zwischen Nepal und dem offiziell zu China gehörenden Tibet ganze Ortschaften zerstört. Nepals Regierungschef Shah sprach von einer "unvorstellbaren" Katastrophe. Die verheerenden Überschwemmungen machten es extrem schwierig, einen vollständigen Überblick über den Verlust an Menschenleben sowie die Zerstörungen zu gewinnen, erklärte Shah.

Die Zahl der geborgenen Todesopfer lag in Nepal am Montag bei 903. Mindestens 4247 Menschen wurden nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde vermisst. In der benachbarten Region Tibet kamen nach Berichten chinesischer Staatsmedien mindestens 16 Menschen ums Leben; 546 weitere Menschen würden vermisst. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten auf 919 und die der Vermissten auf 4793.

Unter den Vermissten in Nepal waren 592 ausländische Staatsbürger. Dazu waren nach Angaben der nepalesischen Tourismusbehörde mindestens acht Deutsche. Das Auswärtige Amt hatte am Freitag von einer "hohen einstelligen Zahl deutscher Staatsbürger unter den Vermissten" gesprochen.

3655 nepalesische Staatsbürger wurden in Nepal vermisst. Allein im schwer getroffenen Bezirk Nuwakot stieg deren Zahl laut Angaben vom Montag sprunghaft auf 1158. Am Sonntag hatten die Behörden noch von 115 Vermissten in dem Bezirk gesprochen.

In Nordindien wurden unterdessen 17 Leichen aus Flüssen geborgen, die im oberen Verlauf durch Nepal fließen. Die Behörden gehen davon aus, dass es sich um Opfer der Flutkatastrophe handelt. Diese 17 Toten sind nicht in den offiziellen Zahlen zu den Toten der Katastrophe enthalten.

Nach Einschätzung von chinesischen und US-Experten wurde die Katastrophe durch einen Gletscherabbruch an der Südflanke des Langtang Lirung in Nepal ausgelöst. Die Gletscher im Himalaya schmelzen wegen des Klimawandels schneller als je zuvor. Schmelzende Gletscher können Berghänge destabilisieren und das Risiko von Erdrutschen erhöhen.

S.Smith--EWJ

Empfohlen

Zwei Verschüttete mehr als eine Woche nach verheerender Sturzflut in Nepal gerettet

Mehr als eine Woche nach der verheerenden Himalaya-Sturzflut mit mindestens 1280 Toten sind in Nepal zwei in einem Tunnel eingeschlossene Arbeiter gerettet worden. Zwei Minister des Landes bestätigten am Freitag, dass die beiden Verschütteten lebend geborgen worden seien. Laut Energieminister Biraj Bhakta Shrestha wurde ein Mensch "soeben wohlbehalten aus dem Tunnel" des Wasserkraftwerks Trishuli 3A gerettet. "Wir haben gerade erfahren, dass eine zweite Person gerettet wurde", fügte Innenminister Sudan Gurung kurz darauf hinzu.

Bekennerschreiben nach Angriff auf Umspannwerk in Brandenburg aufgetaucht

Nach dem Angriff auf ein Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Das Brandenburger Polizeipräsidium in Potsdam teilte am Donnerstag mit, über ein Bekennerschreiben im Zusammenhang mit dem Anschlag informiert worden zu sein. "Die Authentizität des Schreibens ist Gegenstand weiterer Ermittlungen und kann zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigt, noch verneint werden", hieß es. "Aus ermittlungstaktischen Gründen" würden keine weiteren Angaben gemacht.

Malta: Empörung über Freispruch im Caruana-Galizia-Prozess hält an

In Malta sorgt der Freispruch eines Geschäftsmanns im Prozess um den Mord an der Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia weiter für Empörung. Hunderte Menschen demonstrierten am Mittwochabend gegen das Urteil, internationale Organisationen für Pressefreiheit reagierten scharf. Regierungschef Robert Abela mahnte am Donnerstag zu "Besonnenheit und Vorsicht" und verwies auf laufende Ermittlungen sowie eine mögliche Berufung.

Mindestens 1280 Menschen durch Sturzflut im Himalaya ums Leben gekommen

Nach der Sturzflut im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet im Himalaya ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 1280 gestiegen. In Nepal wurden inzwischen 1259 Leichen geborgen, wie die Katastrophenschutzbehörde in Kathmandu am Donnerstag mitteilte. Chinesische Staatsmedien hatten zuvor 21 Tote in Tibet gemeldet.

Textgröße ändern: