English Woman's Journal - Zahl der Toten nach Erdbeben in Kolumbien steigt auf 240 - mehr als 1300 Verletzte

Zahl der Toten nach Erdbeben in Kolumbien steigt auf 240 - mehr als 1300 Verletzte


Zahl der Toten nach Erdbeben in Kolumbien steigt auf 240 - mehr als 1300 Verletzte
Zahl der Toten nach Erdbeben in Kolumbien steigt auf 240 - mehr als 1300 Verletzte / Foto: Joaquin SARMIENTO - AFP

Einen Tag nach dem verheerenden Erdbeben in Kolumbien ist die Zahl der Toten am Dienstag auf 240 gestiegen. Mehr als 1300 weitere Menschen wurden laut den Behörden bei dem schwersten Beben im Land seit einem Jahrzehnt verletzt. Einsatzkräfte und Freiwillige suchten teils mit bloßen Händen und erschwert durch Stromausfälle weiter nach Überlebenden. UN-Generalsekretär António Guterres und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußerten ihr Mitgefühl.

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Das Erdbeben der Stärke 7,4 hatte sich am Montagmorgen um 07.34 Uhr (Ortszeit, 14.34 Uhr MESZ) ereignet. Das Epizentrum lag nahe der westkolumbianischen Gemeinde San José del Palmar im Departamento Chocó, einer relativ armen Region an der Pazifikküste. Mehr als hundert Wohn- und Bürogebäude in mehreren Städten und Orten stürzten in sich zusammen. Der erst seit Freitag amtierende Staatschef Abelardo de la Espriella rief den Katastrophenfall aus.

Besonders betroffen war das für den Kaffee-Anbau bekannte Departamento Risaralda mit der Regionalhauptstadt Pereira im Westen des Landes, das auch bei Touristen beliebt ist. In den Trümmern eines sechsstöckigen Büro- und Geschäftsgebäudes suchten Freiwillige nach zwei Mädchen, die in den Schuttmassen vermutet wurden. Der Tätowierer Andrés Hernández sagte, er werde sich nicht schlafen legen, weil die Bauten um ihn herum "kurz vor dem Einsturz" stünden.

Viele Todesopfer gab es auch im Departamento Valle del Cauca mit der Regionalhauptstadt Cali, der drittgrößten Stadt des Landes. Helfer bildeten Menschenketten, um Trümmerteile fortzuschaffen, und hielten alle paar Minute inne, um auf Rufe unter den Trümmern zu achten.

"Jemand von den Einsatzkräften hat Verschüttete gebeten zu pfeifen, und jemand pfiff daraufhin", sagte Andres Felipe Mejia, einer von zahlreichen freiwilligen Helfern. "Sie zogen einen Man und ein Baby heraus, aber die Frau ist noch unter den Trümmern." Fachleuten zufolge sind nach einem Erdbeben die ersten 72 Stunden entscheidend, um noch Verschüttete zu retten.

UN-Generalsekretär Guterres sprach den Familien der Erdbebenopfer sein Mitgefühl aus. Die Vereinten Nationen stünden in engem Kontakt mit den kolumbianischen Behörden und unterstützen die Maßnahmen der Regierung, erklärte ein Sprecher.

Zahlreiche Länder boten Kolumbien nach dem Beben Hilfe an, darunter Frankreich, Israel und Mexiko. Die USA gaben nach Angaben des Außenministeriums 15,5 Millionen Dollar (13,4 Millionen Euro) frei. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, die EU sei bereit, Unterstützung zu leisten. "Wir haben bereits unseren Satellitendienst Copernicus mobilisiert, um bei den Rettungseinsätzen zu helfen", schrieb sie am Tag des Bebens im Onlinedienst X.

Bundespräsident Steinmeier äußerte seine Anteilnahme für die Familien und Freunde der Erdbebenopfer. "Zugleich hoffe ich, dass die Rettungskräfte noch viele Menschen erreichen und in Sicherheit bringen können", erklärte er am Dienstag. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach den Opfern und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus.

Papst Leo XIV. äußerte ebenfalls sein Mitgefühl. Das Oberhaupt der katholischen Kirche sei "zutiefst betroffen", schrieb die Nummer zwei im Vatikan, Kardinal Pietro Parolin, in einem Telegramm an die kolumbianische Bischofskonferenz. Emotionale Unterstützung kam außerdem von Kolumbiens Superstar Shakira. Die Sängerin sandte via X "meine ganze Kraft und meine ganze Liebe an meine Heimat".

Zuletzt hatten im Juni zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 Kolumbiens Nachbarland Venezuela erschüttert. Dort stieg die Opferzahl inzwischen auf mehr als 6300. Beide Länder liegen in einer Region, in der drei tektonische Erdplatten aufeinander stoßen.

P.Mitchell--EWJ

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