Vier Tote nach Lawine in Pakistan geborgen - Auch bekannter Bergsteiger Purja vermisst
Nach einem Lawinenabgang im Norden Pakistans, bei dem mutmaßlich auch der bekannte nepalesisch-britische Bergsteiger Nirmal Purja verschüttet wurde, hat die Polizei vier Tote geborgen. "Vorläufigen Berichten zufolge wurden bislang vier Leichen geborgen", teilte der Polizeisprecher der Region Gilgit-Baltistan am Freitag auf Facebook mit. Der Zustand der weiteren Teilnehmer der zehnköpfigen Gruppe müsse erst noch überprüft werden, hieß es demnach weiter.
Zuvor hatte der Verband erklärt, mit Ortungsgeräten ausgestattete Rettungskräfte seien entsandt worden, um nach den Bergsteigern zu suchen. Dank des GPS-Systems "haben wir bereits den Standort von vier Bergsteigern ausgemacht", sagte ACP-Leiter Ayaz Shigri der Nachrichtenagentur AFP. Auch Hubschrauber seien mobilisiert worden.
Die Expedition unter Leitung des 43-jährigen Purja war nach den Angaben des Pakistanischen Alpinistenverbands (ACP) am Broad Peak, einem über 8000 Meter hohen Gipfel im Karakorum-Gebirge, von Schneemassen erfasst worden. Danach war der Kontakt zu der Gruppe abgebrochen.
Dem ACP zufolge bestand die Gruppe aus fünf Nepalesen sowie je einem Teilnehmer aus Pakistan, Oman, den USA und China sowie ein weiterer Ausländer. Die Polizei bestätigte die Nationalitäten bis auf den US-Bürger und erklärte, ein britisches Ehepaar sei unter den Vermissten.
Purja hat als Bergsteiger mehrere Rekorde gebrochen. Er bestieg zwischen April und Oktober 2019 alle 14 über 8000 Meter hohen Berge der Welt. Im Jahr 2021 gelang Purja zudem gemeinsam mit neun weiteren nepalesischen Bergsteigern die erste Winterbesteigung des weltweit zweithöchsten Bergs K2 im Karakoram-Gebirge.
Der auch als professioneller Bergführer arbeitende Purja hatte Anfang der Woche im Onlinedienst X erklärt, er stünde kurz davor, als erster Mensch der Welt alle 14 Achttausender zweimal ohne zusätzlichen Sauerstoff bestiegen zu haben. "Ich wünsche mir nichts anderes, als einen sicheren Aufstieg und Abstieg. Ich nehme keinen Berg als selbstverständlich hin. Keinen einzigen. Sobald ich das Basislager verlasse, gebe ich 100 Prozent. So war es schon immer. Und so wird es auch immer bleiben", schrieb Purja.
L.Paterson--EWJ