English Woman's Journal - Lagebild: Fallzahlen bei Missbrauch an Minderjährigen gestiegen

Lagebild: Fallzahlen bei Missbrauch an Minderjährigen gestiegen


Lagebild: Fallzahlen bei Missbrauch an Minderjährigen gestiegen
Lagebild: Fallzahlen bei Missbrauch an Minderjährigen gestiegen / Foto: Daniel ROLAND - AFP/Archiv

Die Zahl der Fälle von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen ist im vergangenen Jahr wieder angestiegen. Das geht aus dem am Dienstag in Berlin vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichten Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen hervor. Auch der Anstieg bei Delikten in Zusammenhang mit jugendpornografischen Inhalten setzte sich fort.

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Insgesamt wurden demnach 2025 in Deutschland 17.126 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern registriert - 4,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei Missbrauchsfällen an Jugendlichen gab es einen Zuwachs um 4,0 Prozent auf 1239 Fälle. 2024 hatte es in beiden Fallgruppen einen leichten Rückgang gegeben, die neuen Zahlen überstiegen aber jeweils auch die Werte für 2023. Eine deutliche Mehrheit der Opfer war weiblich.

Die Zahl der Tatverdächtigen stieg bei Missbrauchsfällen an Kindern laut dem Lagebild 2025 um 3,7 Prozent auf 12.823. Hauptsächlich handele es sich dabei um alleinhandelnde Männer. In 54 Prozent der Fälle habe eine Vorbeziehung zwischen Opfern und Tatverdächtigen bestanden. Auch beim Missbrauch an Jugendlichen bestand in den meisten Fällen eine solche Vorbeziehung.

Bei den Fällen in Zusammenhang mit jugendpornografischen Inhalten verzeichnet das Lagebild im Jahresvergleich einen deutlichen Zuwachs um 19,9 Prozent. Dabei könnte demnach die Nutzung von KI eine Rolle spielen. Aber auch generell nehme das Versenden eigener oder fremder jugendpornografischer Dateien im Internet zu. Umgekehrt könnten Präventionskampagnen dazu beigetragen haben, dass mehr Fälle zur Anzeige gebracht wurden, hieß es. Gut die Hälfte der Tatverdächtigen war selbst minderjährig.

Einen Rückgang gab es dagegen bei Fällen mit kinderpornografischen Inhalten. Auch hier waren die meisten Tatverdächtigen Minderjährige. Ursache für den Rückgang sei auch eine Strafrechtsänderung, hieß es. So kann seit Juni 2024 auf eine Strafverfolgung verzichtet werden, wenn die Schuld als gering angesehen wird - zum Beispiel wenn Eltern oder Lehrkräfte pornografische Inhalte zur Warnung oder als Beitrag zur Tataufklärung weiterleiten.

Ebenfalls einen Rückgang gab es laut Lagebild bei der sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen. Insgesamt ist den Angaben der Behörden zufolge allerdings bei Missbrauchshandlungen insgesamt weiterhin von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen.

A.Wallace--EWJ

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