English Woman's Journal - Tausende bei Trauerprozession für getöteten iranischen Führer Chamenei in Nadschaf

Tausende bei Trauerprozession für getöteten iranischen Führer Chamenei in Nadschaf


Tausende bei Trauerprozession für getöteten iranischen Führer Chamenei in Nadschaf
Tausende bei Trauerprozession für getöteten iranischen Führer Chamenei in Nadschaf / Foto: Zaid AL-OBEIDI - AFP

Ungeachtet neuerlicher Angriffe der USA und des Irans in der Golfregion haben im irakischen Nadschaf Trauerfeierlichkeiten für den getöteten obersten Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, stattgefunden. Der Sarg mit den sterblichen Überresten Chameneis wurde im Beisein Tausender Menschen am Mittwoch in einer Prozession durch die Straßen der Stadt zu einem wichtigen schiitischen Heiligtum gefahren.

Textgröße ändern:

Bilder aus Nadschaf zeigten Menschenmassen, die sich um den Lastwagen mit dem Sarg Chameneis drängten, als dieser über eine sechs Kilometer lange Strecke zum Schrein des Imams Ali gebracht wurde. Ali gilt als Schwiegersohn des Propheten Mohammed und wird vor allem von Schiiten verehrt. An dem Schrein standen dutzende Geistliche bereit, um Gebete für Chamenei zu sprechen.

"Diese Gelegenheit darf man sich nicht entgehen lassen", sagte der 30-jährige Mohammed al-Bajati der Nachrichtenagentur AFP, der für die Trauerfeiern eine mehrstündige Reise nach Nadschaf in Kauf genommen hatte. In der Großstadt südlich von Bagdad haben zahlreiche schiitische Geistliche studiert, darunter auch Chameneis Vorgänger Ayatollah Ruhollah Khomeini.

Der Sarg mit Chameneis sterblichen Überresten war in der Nacht auf dem Flughafen von Nadschaf angekommen, begleitet vom iranischen Präsidenten Massud Peseschkian und einem der Söhne Chameneis, Mostafa Chamenei. Auch der irakische Regierungschef Ali al-Saidi war Fernsehbildern zufolge vor Ort. Seine Regierung hatte den Mittwoch wegen der Trauerfeiern zum Feiertag erklärt.

Die Kundgebungen im Irak sind Teil der sechstägigen öffentlichen Trauerfeiern für Chamenei. Am Montag hatten tausende Menschen in der iranischen Hauptstadt Teheran und am Dienstag in der Stadt Ghom Abschied von Chamenei genommen. Von Nadschaf aus soll der Sarg nach Kerbela geflogen werden, wo eine weitere Prozession geplant ist, die zu den Schreinen des Imams Hussein und dessen Halbbruder Abbas führen soll.

Der 86 Jahre alte Chamenei war am 28. Februar, dem ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran, bei einem Angriff auf seine Residenz in Teheran getötet worden. Er hatte das klerikale System im Iran seit 1989 geführt. Die Beisetzung ist für Donnerstag in Chameneis Heimatstadt Maschhad im Nordosten des Iran geplant.

Überschattet wurden die Trauerfeierlichkeiten von neuen Angriffen der USA und des Iran. Während die US-Armee nach eigenen Angaben in der Nacht mehr als 80 Ziele im Iran attackierte, griff Teheran als Vergeltungsmaßnahme US-Stützpunkte in anderen Ländern in der Region an. In Kuwait und Bahrain wurde Luftalarm ausgelöst.

Seit Anfang April gilt in dem Krieg eigentlich eine Waffenruhe. Mitte Juni hatten sich der Iran und die USA auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das weitere Verhandlungen für eine dauerhafte Friedenslösung vorsieht. Seither stocken die Gespräche aber.

R.Wilson--EWJ

Empfohlen

Brite soll Ex-Ministerin Widdecombe mit 21 Hammer-Schlägen getötet haben

Im Fall des Mordes an der britischen Ex-Ministerin Ann Widdecombe sind grausame Details bekannt geworden: Ein britisches Gericht ordnete am Dienstag Untersuchungshaft für einen 28-jährigen Briten an, der laut Staatsanwaltschaft verdächtigt wird, Widdecombe 21 Mal mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen zu haben. Anschließend habe er eine Geldbörse aus ihrer Handtasche gestohlen und sei geflohen. Als Prozessbeginn wurde der 8. Juni 2027 festgesetzt.

Deutsche-Welle-Journalist Alican Uludag erneut in der Türkei festgenommen

Ein türkischer Journalist der Deutschen Welle ist in der Türkei erneut inhaftiert worden. "Ich werde festgenommen", erklärte Alican Uludag am Dienstag im Onlinedienst X. Der in der Hauptstadt Ankara ansässige Journalist war bereits im Februar wegen "Beleidigung des Präsidenten" festgenommen worden und hatte anschließend rund 90 Tage im berüchtigten Gefängnis Silivri nahe Istanbul verbracht. DW-Intendantin Barbara Massing nannte die erneute Festnahme "zutiefst besorgniserregend".

Nach Gewalt bei Protesten in Indien: Gandhi fordert Rücktritt von Premier Modi

Nach heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften bei Protesten gegen Missstände im indischen Bildungssystem hat Oppositionsführer Rahul Gandhi den Rücktritt von Premierminister Narendra Modi gefordert. Modi "zerstört die Zukunft der indischen Jugend", schrieb Gandhi am Dienstag in Onlinemedien. Die sogenannte Kakerlaken-Bewegung will trotz des harten Vorgehens der Polizei ihre Aktionen fortsetzen.

Caritas kritisiert Bundesregierung wegen Kürzungen bei humanitärer Hilfe

Das katholische Hilfswerk Caritas hat die Bundesregierung wegen der Kürzungen der Mittel für humanitäre Hilfe kritisiert. "Der Staat kürzt seine Unterstützung ausgerechnet in einer Zeit, in der humanitäre Hilfe dringlicher und gefährlicher wird", sagte der Leiter von Caritas international, Oliver Müller, am Dienstag bei der Vorstellung des Jahresberichts der Organisation in Freiburg.

Textgröße ändern: