English Woman's Journal - Experte: Le-Pen-Urteil gibt Startschuss für Frankreichs Präsidentschaftswahl

Experte: Le-Pen-Urteil gibt Startschuss für Frankreichs Präsidentschaftswahl


Experte: Le-Pen-Urteil gibt Startschuss für Frankreichs Präsidentschaftswahl
Experte: Le-Pen-Urteil gibt Startschuss für Frankreichs Präsidentschaftswahl / Foto: SIMON WOHLFAHRT - AFP/Archiv

Das Urteil im Berufungsverfahren gegen die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen am Dienstag gibt nach Einschätzung eines Experten den Startschuss für den Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich. "Alle Parteien warten ausnahmslos auf das Urteil und auf die Antwort zu der Frage, mit wem sie es zu tun bekommen", sagte der Politikwissenschaftler Jacob Ross von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) der Nachrichtenagentur AFP.

Textgröße ändern:

Die Fraktionsvorsitzende des Rassemblement National (RN) erfährt am Nachmittag, ob die Berufungsrichter das Urteil der ersten Instanz bestätigen oder nicht. Falls Le Pen erneut zu fünf Jahren Nichtwählbarkeit verurteilt wird, bedeutet dies das Aus für ihre geplante Präsidentschaftskandidatur.

Die hohe Aufmerksamkeit für das Urteil im Prozess um die Veruntreuung von EU-Geldern zeige zugleich, "wie zentral der RN und seine Themen für den kommenden Wahlkampf werden", sagte Ross.

Falls Le Pen nicht antreten kann, soll an ihrer Stelle der 30 Jahre alte Parteichef Jordan Bardella kandidieren. "Aus deutscher Sicht gibt es eine leichte Präferenz für Bardella, auch wenn er in Berlin noch recht unbekannt ist", sagte Ross. Le Pen habe sich in den vergangenen Jahren immer wieder als Deutschland-Gegnerin gezeigt. Bardella hingegen gelte, auch aufgrund seines Alters, "als weniger ideologisch festgelegt und formbar".

Bardella hatte in einem Interview mit der "FAZ" im Mai "Übereinstimmungen" mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) betont - unter anderem in der Migrationspolitik. Er äußerte sich zudem mehrfach positiv zur Politik der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni, zu der Berlin eine pragmatische Beziehung aufgebaut hat.

Bardellas Unerfahrenheit sei jedoch zugleich seine Achillesferse, sagte Ross. "Wollen die Franzosen wirklich von einem dann 31-Jährigen ohne Arbeitserfahrung außerhalb der Partei geführt werden?", gibt er zu Bedenken.

Riskant seien auch die "Flügelkämpfe" innerhalb der Partei. Obwohl Le Pen und Bardella sich in den vergangenen Monaten demonstrativ harmonisch gezeigt haben, zeichnen sich mehr und mehr thematische Unterschiede ab, etwa mit Blick auf die Rente, die Außenpolitik oder ein mögliches Bündnis mit anderen rechten Parteien.

Mit dem Urteil im Berufungsverfahren wurde am Nachmittag gerechnet. Neben Le Pen sind zehn weitere Personen und die Partei angeklagt. Die Anklage wirft Le Pen vor, die Gehälter von EU-Parlamentsassistenten systematisch genutzt zu haben, um die Parteifinanzen aufzubessern. Der Schaden wurde auf 4,4 Millionen Euro beziffert.

P.Smid--EWJ

Empfohlen

Brite soll Ex-Ministerin Widdecombe mit 21 Hammer-Schlägen getötet haben

Im Fall des Mordes an der britischen Ex-Ministerin Ann Widdecombe sind grausame Details bekannt geworden: Ein britisches Gericht ordnete am Dienstag Untersuchungshaft für einen 28-jährigen Briten an, der laut Staatsanwaltschaft verdächtigt wird, Widdecombe 21 Mal mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen zu haben. Anschließend habe er eine Geldbörse aus ihrer Handtasche gestohlen und sei geflohen. Als Prozessbeginn wurde der 8. Juni 2027 festgesetzt.

Deutsche-Welle-Journalist Alican Uludag erneut in der Türkei festgenommen

Ein türkischer Journalist der Deutschen Welle ist in der Türkei erneut inhaftiert worden. "Ich werde festgenommen", erklärte Alican Uludag am Dienstag im Onlinedienst X. Der in der Hauptstadt Ankara ansässige Journalist war bereits im Februar wegen "Beleidigung des Präsidenten" festgenommen worden und hatte anschließend rund 90 Tage im berüchtigten Gefängnis Silivri nahe Istanbul verbracht. DW-Intendantin Barbara Massing nannte die erneute Festnahme "zutiefst besorgniserregend".

Nach Gewalt bei Protesten in Indien: Gandhi fordert Rücktritt von Premier Modi

Nach heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften bei Protesten gegen Missstände im indischen Bildungssystem hat Oppositionsführer Rahul Gandhi den Rücktritt von Premierminister Narendra Modi gefordert. Modi "zerstört die Zukunft der indischen Jugend", schrieb Gandhi am Dienstag in Onlinemedien. Die sogenannte Kakerlaken-Bewegung will trotz des harten Vorgehens der Polizei ihre Aktionen fortsetzen.

Caritas kritisiert Bundesregierung wegen Kürzungen bei humanitärer Hilfe

Das katholische Hilfswerk Caritas hat die Bundesregierung wegen der Kürzungen der Mittel für humanitäre Hilfe kritisiert. "Der Staat kürzt seine Unterstützung ausgerechnet in einer Zeit, in der humanitäre Hilfe dringlicher und gefährlicher wird", sagte der Leiter von Caritas international, Oliver Müller, am Dienstag bei der Vorstellung des Jahresberichts der Organisation in Freiburg.

Textgröße ändern: