English Woman's Journal - Geldwäsche für nigerianische Mafia: Zwölf Angeklagte in München verurteilt

Geldwäsche für nigerianische Mafia: Zwölf Angeklagte in München verurteilt


Geldwäsche für nigerianische Mafia: Zwölf Angeklagte in München verurteilt
Geldwäsche für nigerianische Mafia: Zwölf Angeklagte in München verurteilt / Foto: Lennart Preiss - POOL/AFP/Archiv

In einem Prozess um ein Geldwäschenetzwerk der nigerianischen Mafiabruderschaft Black Axe hat das Landgericht München I am Donnerstag zwölf Angeklagte zu teils langjährigen Haftstrafen verurteilt. Nach Angaben eines Gerichtssprecherin sprach es sie wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung schuldig und verhängte Gefängnisstrafen zwischen drei Jahren und vier Monaten sowie achteinhalb Jahren. Einige der Angeklagten im Alter von 34 bis 55 Jahren wurden zudem wegen Geldwäsche verurteilt.

Textgröße ändern:

Nach Feststellungen der Gerichts gehörten die Beschuldigten zu einem internationalen Geldwäschenetzwerk, durch das illegale Einnahmen aus sogenannten Love-Scamming-Betrugstaten geschleust wurden. Dabei wird Opfern über soziale Netzwerke eine Liebesbeziehung vorgespielt, um sie unter Vorspiegelung finanzieller Notlagen zu Überweisungen zu verleiten.

Die auch als Neo Black Movement of Africa bekannten Bruderschaft Black Axe ist nach Angaben bayerischer Sicherheitsbehörden eine unter anderem auf solche Taten spezialisierte Mafiaorganisation. Im April 2024 rückten sie zu einem großangelegten Schlag gegen mutmaßliche Mitglieder in Bayern und anderen Bundesländern aus. Die Mafiaorganisation gilt demnach als gewalttätig und ist auch im Menschen- und Drogenhandel aktiv. Beheimatet ist sie in Nigeria, sie ist aber international aktiv.

Zehn der zwölf Angeklagten stellten nach Überzeugung des Landgerichts entweder eigenen Konten für Geldwäsche zur Verfügung oder vermittelten entsprechende Konten innerhalb des Finanzagentennetzwerks von Black Axe. Zwei weitere Beschuldigte unterstützen entsprechende Handlungen demnach organisatorisch. Unmittelbar in Betrugstaten eingebunden waren sie demnach zwar nicht, wussten aber um den Hintergrund der Geschäfte.

Laut Gerichtssprecherin stufte die zuständige Kammer die Vereinigung Black Axe als "Gefahr für die Öffentlichkeit" ein und wertete dies strafschärfend für die Angeklagten. Diese seien Rädelsführer einer kriminellen Organisation gewesen, die "wie ein Zahlungsdienstleister" geschäftsmäßig weltweit Geldwäsche betreibe und damit maßgeblich das Kriminalitätsphänomen Love Scamming stütze. Entsprechende Betrugstaten verursachten viel Leid, die Schadenssumme sei außerdem hoch gewesen.

Der Prozess dauerte mehr als ein Jahr, das Gericht tagte dabei zugleich als eine Staatsschutzkammer. Bereits die großangelegte Razzia gegen Black Axe vor etwas mehr als zwei Jahren war laut Behörden Ergebnis jahrelanger Beobachtungen durch den bayerischen Verfassungsschutz sowie unter anderem von Analysen des deutschen Auslandsgeheimdiensts BND. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Rechtsmittel dagegen sind möglich.

L.Scott--EWJ

Empfohlen

Bundestag wählt Juristen Hennemann zum neuen Bundesdatenschutzbeauftragten

Der Bundestag hat den Freiburger Rechtswissenschaftler Moritz Hennemann zum neuen Bundesbeauftragten für Datenschutz gewählt. Hennemann erhielt am Donnerstag klar die notwendige Kanzlermehrheit, also die Stimmen von mehr als der Hälfte der Mitglieder des Bundestags. Gegenkandidaten gab es nicht. Der 41-Jährige soll zum 1. Oktober sein Amt antreten und wäre dann für fünf Jahre Deutschlands oberster Datenschützer.

600 Ferkel ohne Wasser: Autobahnpolizei stoppt Tiertransport bei Hitze in Bayern

Die Autobahnpolizei hat auf der A8 in Bayern einen Tiertransport mit 600 Ferkeln gestoppt. Die Wassertränken der Tiere waren in der Hitze schon leer, wie die Polizei in Augsburg am Donnerstag mitteilte. Die Beamten wiesen den Fahrer demnach an, den Transporter an einem schattigen Platz abzustellen, und riefen die Feuerwehr.

Oberstes US-Gericht entscheidet zugunsten von Bayer im Glyphosat-Streit

Im jahrelangen Streit um gesundheitliche Folgen des Pflanzenschutzmittels Glyphosat hat der Oberste Gerichtshof der USA zugunsten des Bayer-Konzerns aus Leverkusen entschieden. Bundesweite Warnhinweise in den USA hätten Vorrang vor solchen der Bundesstaaten, hieß es in dem am Donnerstag in Washington veröffentlichten Urteil. Bayer begrüßte die Entscheidung und erklärte, dadurch dürften "aktuelle Klagen abgewiesen und mögliche künftige Klagen verhindert werden – soweit sie auf angeblich fehlenden Warnhinweisen beruhen".

Infrastrukturgesetz: Lob aus Wirtschaft - Kritik von Umweltschützern

Das von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Gesetz zur Beschleunigung großer Bauvorhaben stößt vor dem Bundestagsvotum auf Zustimmung in der Wirtschaft. "In ganz Deutschland leiden Unternehmen unter maroden Brücken, Staus und fehlenden Kapazitäten auf der Straße, der Schiene oder dem Wasser", sagte die Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Helena Melnikov, der "Rheinischen Post". Umweltschützer protestieren hingegen gegen das Vorhaben.

Textgröße ändern: