English Woman's Journal - WM unter Wasser: Zehntausende Fans in Philadelphia müssen Stadionplätze verlassen

WM unter Wasser: Zehntausende Fans in Philadelphia müssen Stadionplätze verlassen


WM unter Wasser: Zehntausende Fans in Philadelphia müssen Stadionplätze verlassen
WM unter Wasser: Zehntausende Fans in Philadelphia müssen Stadionplätze verlassen / Foto: FRANCK FIFE - AFP

Blitze in der Nähe des Stadions, klatschnasse Fans und eine lange Unterbrechung: Ein Unwetter in Philadelphia hat den Zuschauern des WM-Spiels zwischen Frankreich und dem Irak einiges abverlangt. Zehntausende Fans mussten am Montagabend ihre Plätze verlassen und in geschützten Stadion-Bereichen Unterschlupf suchen. Erst nach mehr als zwei Stunden wurde die zur Halbzeit unterbrochene Partie fortgesetzt. Die Vorsichtsmaßnahme stieß bei einigen Fans auf Unverständnis.

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Das Vorrundenspiel zwischen Frankreich wurde zur Halbzeitpause offiziell unterbrochen. Während die Spieler in der Kabine blieben, erschien eine Warnmeldung auf den Anzeigetafeln im Stadion. Die Fans wurden aufgefordert, ihre Tribünenplätze zu verlassen und in den überdachten Bereichen des Stadions Schutz zu suchen.

Der Großteil des für mehr als 68.000 Zuschauer ausgelegten WM-Stadions in Philadelphia ist nicht überdacht. Die Fans, die deshalb ihre Plätze verlassen mussten, drängten sich dicht an dicht in den überdachten Umlaufbereichen. Einige von ihnen nutzten die Unterbrechung für ein Schläfchen, viele wurden aber auch zunehmend ungeduldig.

Zunächst sollte die Unterbrechung nach Angaben der Fifa nur 30 Minuten dauern, aber es wurde immer länger. Alles in allem mussten Spieler und Fans mehr als zwei Stunden warten, bis die Partie fortgesetzt wurde. "So etwas habe ich in 40 Jahren Fußball nicht erlebt", sagte ein französischer Fan, der mit seinen zwei Söhnen ins Stadion gekommen war. "In Frankreich unterbricht man ein Spiel nicht, nur weil es stark regnet."

Andere nahmen die Unterbrechung gelassen hin. Einen Aufruf zum Verlassen des Stadion-Innenbereichs habe er vorher zwar noch nicht erlebt, sagte der Franzose Antoine Chouraqui, der seit einem Jahrzehnt in den USA lebt. Er habe aber beim Tennis schon oft mitten in einem Match den Platz verlassen müssen, "wenn der Alarm losgeht, der vor Blitzen warnt".

Viele Zuschauer deckten sich während der Unterbrechung mit Essen, Trinken und Fanartikeln ein. Das Stadion zu verlassen kam aber allein schon wegen der hohen Ticketpreise kaum einem Fan in den Sinn. "Bei 400 Dollar pro Ticket bleibe ich", sagte Axel Francon.

Auch Pierre Prondeau und Morgane Granger blieben im Stadion. Sie seien schließlich "6000 Kilometer gereist", um die ersten beiden WM-Spiele Frankreichs zu sehen. "Wir machen das Beste daraus, aber das Spiel sollte besser nicht verschoben werden, denn wir können unsere Rückflugtickets nicht umbuchen", sagte Prondeau.

In den USA müssen Sportveranstaltung für 30 Minuten unterbrochen werden, sobald ein Blitz in einem Umkreis von etwa 15 Kilometern einschlägt. Jeder weitere Blitzschlag löst eine erneute halbstündige Pause aus. So dauerte es in Philadelphia letztlich mehr als zwei Stunden, bis es auf dem Rasen weiterging.

Dort zeigte sich das französische Team überlegen - und siegte am Ende 3:0. Damit sicherte sich die Equipe Tricolore schon vor ihrem dritten Gruppenspiel den Einzug ins Sechszehntelfinale.

K.McMillan--EWJ

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