English Woman's Journal - 44 Prozent der Beschäftigten in der Privatwirtschaft bekommen Urlaubsgeld

44 Prozent der Beschäftigten in der Privatwirtschaft bekommen Urlaubsgeld


44 Prozent der Beschäftigten in der Privatwirtschaft bekommen Urlaubsgeld
44 Prozent der Beschäftigten in der Privatwirtschaft bekommen Urlaubsgeld / Foto: Mladen ANTONOV - AFP

Weniger als die Hälfte der Beschäftigten in der Privatwirtschaft erhalten in diesem Jahr Urlaubsgeld. Aktuell bekommen 44 Prozent dieser Beschäftigten den Zuschuss des Arbeitgebers zur Urlaubskasse, wie eine am Dienstag veröffentlichte Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung ergab. Damit blieb der Wert im Vergleich zum Vorjahr gleich.

Textgröße ändern:

Das WSI wertete die Angaben von rund 50.000 Beschäftigten von Mai 2025 bis Ende Mai 2026 aus. Demnach ist die Chance auf Urlaubsgeld in großen Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten größer: Hier erhalten 61 Prozent der Beschäftigten die Sonderzahlung. In mittleren Betrieben sind es 50 Prozent und in kleineren Betrieben mit weniger als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 37 Prozent.

Männer (49 Prozent) profitieren häufiger von Urlaubsgeld als Frauen (38 Prozent) und in Westdeutschland (46 Prozent) wird häufiger Urlaubsgeld gezahlt als in Ostdeutschland (33 Prozent). Hier spiele eine Rolle, dass die Tarifbindung in Ostdeutschland niedriger ist als im Westen, erklärte das WSI. Denn in tarifgebundenen Betrieben erhalten 73 Prozent der Beschäftigten Urlaubsgeld, ohne Tarifvertrag sind es 35 Prozent.

Wie hoch die Zahlung ausfällt, hängt von den Regelungen in den einzelnen Tarifverträgen ab. Die Spannbreite reicht laut WSI von 186 Euro in der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern bis zu 2904 Euro für Angestellte in der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie in Westfalen-Lippe. In den meisten Tarifbereichen ist die Höhe des Urlaubsgelds demnach vom Tariflohn abhängig, in einigen Bereichen wird auch ein Pauschalbetrag gezahlt.

WSI-Lohnexperte Malte Lübker betonte, wie wichtig Tarifverträge seien. Sie "bieten entscheidende Vorteile: bessere Löhne, geregelte Arbeitszeiten und oft auch einen verbindlichen Anspruch auf Urlaubsgeld". Wenn der Tarifvertrag fehle, fehle meist auch das Urlaubsgeld - und auch die Grundgehälter seien im Durchschnitt niedriger. "Das ist ein Befund, der seit Jahren stabil ist."

Umso bedenklicher sei der Rückgang der Tarifbindung, erklärte Lübker. Sie liegt nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nur noch bei 49 Prozent - verglichen mit rund 80 Prozent zur Mitte der 90er Jahre.

Ch.Thomson--EWJ

Empfohlen

Steinmeier bei Gedenken zu zehntem Jahrestag von OEZ-Attentat in München

In München wird am Mittwoch (16.00 Uhr) zum zehnten Jahrestag der Opfer des rechtsextremistisch motivierten Attentats am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) gedacht. Angehörige der neun getöteten Menschen, Überlebende und Münchner Bürger wollen bei der Veranstaltung an die Getöteten vom 22. Juli 2016 erinnern. Hauptredner ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, zudem sprechen die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), der Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) und Hinterbliebene.

Hunderte Menschen fliehen vor neuem Waldbrand in Südfrankreich

Ein sich rasend schnell ausbreitender Waldbrand hat im Süden Frankreichs hunderte Menschen zur Flucht aus ihren Häusern gezwungen. Wie die Behörden im Département Var am Dienstagabend mitteilten, waren fast tausend Feuerwehrleute im Kampf gegen die Flammen im Einsatz. Sie wurden von acht Löschflugzeugen unterstützt.

Brite soll Ex-Ministerin Widdecombe mit 21 Hammer-Schlägen getötet haben

Im Fall des Mordes an der britischen Ex-Ministerin Ann Widdecombe sind grausame Details bekannt geworden: Ein britisches Gericht ordnete am Dienstag Untersuchungshaft für einen 28-jährigen Briten an, der laut Staatsanwaltschaft verdächtigt wird, Widdecombe 21 Mal mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen zu haben. Anschließend habe er eine Geldbörse aus ihrer Handtasche gestohlen und sei geflohen. Als Prozessbeginn wurde der 8. Juni 2027 festgesetzt.

Deutsche-Welle-Journalist Alican Uludag erneut in der Türkei festgenommen

Ein türkischer Journalist der Deutschen Welle ist in der Türkei erneut inhaftiert worden. "Ich werde festgenommen", erklärte Alican Uludag am Dienstag im Onlinedienst X. Der in der Hauptstadt Ankara ansässige Journalist war bereits im Februar wegen "Beleidigung des Präsidenten" festgenommen worden und hatte anschließend rund 90 Tage im berüchtigten Gefängnis Silivri nahe Istanbul verbracht. DW-Intendantin Barbara Massing nannte die erneute Festnahme "zutiefst besorgniserregend".

Textgröße ändern: