English Woman's Journal - Unicef prangert Frankreichs Umgang mit Kindesmissbrauch an

Unicef prangert Frankreichs Umgang mit Kindesmissbrauch an


Unicef prangert Frankreichs Umgang mit Kindesmissbrauch an
Unicef prangert Frankreichs Umgang mit Kindesmissbrauch an / Foto: JOEL SAGET - AFP/Archiv

Das Kinderhilfswerk Unicef hat Frankreich für seinen Umgang mit Kindesmissbrauch scharf kritisiert. Die jüngsten Verdachtsfälle in der Nachmittagsbetreuung von Vor- und Grundschulkindern zeugten von "strukturellen Mängeln, wie etwa fehlender Koordination und mangelnden Absprachen zwischen den Behörden", sagte die Vorsitzende von Unicef Frankreich, Adeline Hazan, am Donnerstag in Paris.

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"Diese Kultur der Verharmlosung von Gewalt ist unerträglich", betonte Hazan. Im vergangenen Jahr hätten die Behörden mehr als 290.000 minderjährige Opfer registriert, ein Anstieg um 77 Prozent im Vergleich zu 2016. Die Organisation forderte einfachere Verfahren, um Verdachtsfälle zu melden, und eine unabhängige Kontrolle der Einrichtungen. Vor allem aber müssten die Betreuungskräfte besser ausgebildet werden, die sich um die Kinder kümmerten.

"Wenn man Kindern die Möglichkeit zum Sprechen gibt, dann tun sie es auch. Aber man muss ihnen dann auch zuhören und sie begleiten", betonte Jodie Soret von Unicef Frankreich. Nach einer Untersuchung von Unicef sagte ein Drittel der Kinder, die Opfer von Gewalt wurden, dass es keinen Erwachsenen gebe, dem sie vertrauen können.

Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit nach eigenen Angaben wegen Gewalt unterschiedlicher Intensität an 84 Vorschulen, etwa 20 Grundschulen und zehn Kindertagesstätten. In Paris wurden seit Beginn des Jahres 78 Mitarbeiter der Nachmittagsbetreuung für Grundschulkinder suspendiert, unter ihnen 31 wegen des Verdachts auf sexuelle Übergriffe. In zwei Prozessen gegen ehemalige Betreuer forderte die Staatsanwaltschaft Bewährungsstrafen. Die Urteile stehen noch aus.

Im September stehen weitere Prozesse an. Ein Dokumentarfilm über Kindesmissbrauch an einer Pariser Grundschule hatte zahlreiche Eltern bewogen, weitere Verdachtsfälle zu melden.

R.Wilson--EWJ

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