English Woman's Journal - Mordversuch an Aserbaidschaner: Neun Männer in Frankreich vor Gericht

Mordversuch an Aserbaidschaner: Neun Männer in Frankreich vor Gericht


Mordversuch an Aserbaidschaner: Neun Männer in Frankreich vor Gericht
Mordversuch an Aserbaidschaner: Neun Männer in Frankreich vor Gericht / Foto: Loic VENANCE - AFP/Archiv

Neun Männer müssen sich in Frankreich wegen versuchten Mordes an einem regierungskritischen Blogger aus Aserbaidschan verantworten. Der Prozess gegen das mutmaßliche Killerkommando und deren Unterstützer mit Verbindungen nach Aserbaidschan begann am Dienstag im westfranzösischen Rennes. Im März 2021 war der 32 Jahre alte Mahmmad Mirzali im westfranzösischen Nantes angegriffen und mit etwa 15 Messerstichen schwer verletzt worden. Seitdem lebt der Dissident rund um die Uhr unter Polizeischutz an einem geheim gehaltenen Ort.

Textgröße ändern:

Mirzali ist seit 2015 als politischer Flüchtling in Frankreich anerkannt. Er betreibt einen Youtube-Kanal mit dem Titel "Made in Azerbaijan", in dem er regelmäßig die Regierung unter Präsident Ilham Alijew kritisiert. Der Kanal hat derzeit mehr als 345.000 Abonnenten.

"Es geht um die Freiheit, ein autokratisches und kleptokratisches Regime zu kritisieren", betonte sein Anwalt Henri Carpentier. "Er ist überzeugt, dass seine Bedrohung durch den Prozess nicht endet", fügte er hinzu.

Die Auftraggeber des Angriffs auf Mirzali wurden von der Justiz nicht formell identifiziert. Mirzalis Anwalt zeigt sich jedoch überzeugt, dass diese "zu den höchsten Kreisen Aserbaidschans" zählen.

Der Hauptangeklagte in Rennes ist ein Mann in den 30ern, der bei seiner Festnahme einen moldauischen Pass hatte. Nach Ansicht der Ermittler stammt er jedoch aus Aserbaidschan und hat dort Verbindungen zu einer russischsprachigen Mafiagruppe. Zum Auftakt des Prozesses bestritt der Angeklagte, je einen aserbaidschanischen Pass gehabt zu haben.

Er ist gemeinsam mit zwei anderen des Mordversuchs angeklagt. Einem von ihnen wird der Prozess in Abwesenheit gemacht, er befindet sich auf der Flucht. Den Dreien droht im Fall einer Verurteilung lebenslängliche Haft.

Die sechs übrigen Angeklagten sind der Beihilfe und der Teilnahme an einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Der Prozess soll bis zum 12. Juni dauern.

N.M.Shaw--EWJ

Empfohlen

Keine Angriffe nach PHP-Sicherheitslücke festgestellt - Debatte um IT-Sicherheit

Nach der Warnung vor schwerwiegenden Sicherheitslücken in der Programmiersprache PHP sind bislang keine erfolgreichen Cyberangriffe festgestellt worden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) habe bislang keine Fälle festgestellt, in denen die Sicherheitslücken ausgenutzt wurde, erklärte die IT-Sicherheitsbehörde am Donnerstag. "Dennoch können erfolgreiche Angriffe derzeit nicht ausgeschlossen werden." Experten warnten zudem, dass Unternehmen oft nicht wüssten, wo PHP bei ihnen zum Einsatz komme.

Rassistische Chats: Justizbeamter aus Nordrhein-Westfalen verliert Beamtenstatus

Weil er in Chats mit anderen Justizbeamten rassistische Inhalte verbreitete, verliert ein früherer Justizvollzugsbeamter aus Nordrhein-Westfalen seinen Beamtenstatus. Er habe gegen die Pflicht verstoßen, der für seinen Beruf notwendigen Achtung und dem Vertrauen gerecht zu werden, entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Donnerstag. Einen Kollegen des Manns stufte es um ein Amt zurück. (Az. 2 C 2.26 und 2 C 4.26)

PHP-Sicherheitslücke: Wildberger sieht für Bund aktuell keine Hinweise auf Schaden

Nach der Warnung vor einer schwerwiegenden Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP sieht Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) "keine Hinweise", dass Webseiten und IT-Systeme des Bundes von der PHP-Sicherheitslücke betroffen sind. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das zentrale IT-Dienstleistungsunternehmen des Bundes (ITZ-Bund) hätten "sehr schnell und klar reagiert", sagte Wildberger am Donnerstag der "Bild"-Zeitung. Wirtschaftsverbände warnten allerdings, dass Unternehmen oft nicht wüssten, wo PHP bei ihnen zum Einsatz komme.

Ukrainer in Brandenburg wegen Spionageverdachts für Russland festgenommen

Er soll für einen russischen Geheimdienst in Deutschland militärisch relevante Informationen gesammelt haben: Die Bundesanwaltschaft hat am Donnerstag in Brandenburg den ukrainischen Staatsbürger Vadym Y. als mutmaßlichen Spion festnehmen lassen. Der Karlsruher Behörde zufolge soll er unter anderem Erkenntnisse über die Produktion von Panzern, Munition und Sprengstoffen zusammengetragen haben.

Textgröße ändern: