English Woman's Journal - "Unerschrockener Verkünder": Steinmeier verteidigt Papst gegen Trumps Kritik

"Unerschrockener Verkünder": Steinmeier verteidigt Papst gegen Trumps Kritik


"Unerschrockener Verkünder": Steinmeier verteidigt Papst gegen Trumps Kritik
"Unerschrockener Verkünder": Steinmeier verteidigt Papst gegen Trumps Kritik / Foto: Heikki Saukkomaa - Lehtikuva/AFP/Archiv

Zum Auftakt des Deutschen Katholikentags hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Papst gegen Kritik von US-Präsident Donald Trump verteidigt. "Wenn Papst Leo in einer Zeit von Krisen und Kriegen öffentlich größere Anstrengung für den Frieden fordert, dann verdient ein solcher Aufruf Unterstützung, nicht Kritik - auch nicht die von den Mächtigsten der Welt", sagte Steinmeier am Mittwoch in seiner Eröffnungsansprache in Würzburg.

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Leo XIV. sei ein Papst, der Mut mache, lobte Steinmeier. "Die Welt kann dankbar sein für diesen unerschrockenen Verkünder einer Botschaft von Gerechtigkeit und Frieden", sagte der Bundespräsident. Papst Leo "besteht in seinen Botschaften unüberhörbar auf dem unauflöslichen Zusammenhang zwischen Glauben und Nächstenliebe".

US-Präsident Trump hatte wütend auf Friedensaufrufe des aus den USA stammenden Kirchenoberhauptes reagiert und ihm mit Blick auf den Iran vorgeworfen, sich mit einem Land gemein zu machen, "das eine Atomwaffe will". Leo XIV. bezeichnete in der Vergangenheit zudem den Umgang mit Migranten in den USA als "äußerst respektlos" und forderte einen "menschlichen" Umgang.

Angesichts der sich breit machenden Krisenstimmung im Land rief Steinmeier die Kirchentagsbesucher zu Engagement und Zuversicht auf. "Wir müssen aufhören, uns selbst in die Ohnmacht und das Land in den Abgrund zu reden", sagte er. "Gerade Christen müssen aufstehen gegen Weltuntergangsstimmung, gegen die Vorstellung einer Welt ohne Hoffnung und Zuversicht. Eine Welt ohne Hoffnung und ohne Zuversicht, das ist nicht unsere Welt."

Steinmeier zeigte sich besorgt über den weit verbreiteten Pessimismus - und die Konsequenzen für die Demokratie. "Viele begegnen in diesen aufgewühlten Zeiten immer häufiger Menschen, die müde geworden sind, die sich am liebsten irgendwo fallen lassen oder sich unter irgendein schützendes Dach verkrümeln möchten", sagte er. "Das geht über das Private hinaus bis in die Wahrnehmung von Politik. Viele haben das Gefühl, es ginge nichts mehr, die Zukunft könne notwendigerweise nur düster sein."

Umso wichtiger sei das Motto des Katholikentags - "Hab Mut, steh auf!". Diese Aufforderung wolle "den Anstoß geben, trotz aller Müdigkeit noch einmal einen Schritt zu probieren, einen neuen Schritt, auf dass sich noch mal ein Weg eröffnet".

Zu dem Großereignis in Würzburg werden nach Veranstalterangaben bis zu 30.000 Gläubige erwartet. Katholikentage werden alle zwei Jahre in einer anderen Stadt organisiert und dienen als Forum für Debatten und Austausch. Ihre Wurzeln liegen in der katholischen Laienbewegung. Neben Gottesdiensten gibt es Ausstellungen, Diskussionsformate und weiteres Begleitprogramm. Ausgerichtet wird der Katholikentag vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken und dem jeweils gastgebenden Bistum.

P.Munro--EWJ

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