English Woman's Journal - Großbritannien hebt Terrorwarnstufe nach Angriff auf britische Juden auf "hoch" an

Großbritannien hebt Terrorwarnstufe nach Angriff auf britische Juden auf "hoch" an


Großbritannien hebt Terrorwarnstufe nach Angriff auf britische Juden auf "hoch" an
Großbritannien hebt Terrorwarnstufe nach Angriff auf britische Juden auf "hoch" an / Foto: Handout - Metropolitan Police/AFP/Archiv

Nach dem Messerangriff auf zwei Juden in London gilt in Großbritannien nun eine verschärfte Terrorwarnung. Die Terrorwarnstufe sei auf das zweithöchste Niveau von "erheblich" auf "hoch" angehoben worden, teilte das Innenministerium in London am Donnerstag mit. Nach dem als "terroristisch" eingestuften Messerangriff auf zwei Juden im Viertel Golders Green der britischen Hauptstadt hatte Premierminister Keir Starmer eine "schnelle Reaktion" der Justiz gefordert. Der mutmaßliche Täter wurde des versuchten Mordes beschuldigt, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

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Die Terrorwarnstufe sei vom Gemeinsamen Terroranalysezentrum (JTAC) auf das zweithöchste Niveau von "erheblich" auf "hoch" angehoben worden, teilte das Innenministerium mit. Dies bedeute, dass ein Anschlag "in den kommenden sechs Monaten sehr wahrscheinlich" sei. Das JTAC ist den britischen Sicherheitsdiensten angegliedert. Es bewertet die Terrorgefahr alle sechs Monate neu. Seit 2022 hatte im Vereinigten Königreich bereits die Terrorwarnstufe "erheblich" gegolten.

Im März und April wurde in London eine Vielzahl von Angriffen auf jüdische und israelische Einrichtungen verübt, in den meisten Fällen handelte es sich um Brandanschläge. Bei dem jüngsten Angriff am Mittwoch im Londoner Stadtteil Golders Green, in dem viele Juden leben, verletzte der mutmaßliche Täter zwei Männer mit einem Messer. Anschließend ging der 45-Jährige auf Polizeibeamte los und wurde festgenommen.

Die beiden jüdischen Opfer des Angriffs im Alter von 34 und 76 Jahren wurden ins Krankenhaus gebracht, ihr Zustand war nach Angaben der Polizei vom Donnerstag stabil. Die Behörden stuften die Attacke als "terroristischen" Anschlag ein.

Dem 45-jährigen Mann werde "versuchter Mord in zwei Fällen und der Besitz einer Stichwaffe an einem öffentlichen Ort in einem Fall" im Zusammenhang mit dem am Mittwoch erfolgten Angriff im Viertel Golders Green zur Last gelegt, erklärte die Polizei am Freitag.

Zu dem Angriff bekannte sich die bis vor wenigen Wochen weitgehend unbekannte pro-iranische Hayi-Gruppe. Einer ihrer "einsamen Wölfe", also ein Einzeltäter, habe "Zionisten" attackiert, erklärte die Gruppe Harakat Aschab al-Jamin al-Islamija (Hayi). Auch zu früheren Anschlägen hatte sich die Gruppe bekannt. In Paris, München und in den Benelux-Ländern war es seit Beginn des Iran-Kriegs ebenfalls zu Anschlägen auf jüdische Einrichtungen gekommen.

Angesichts der zahlreichen Anschläge auf jüdische Einrichtungen in Großbritannien hatte der britische Premierminister Keir Starmer am Vortag eine "schnelle und sichtbare Reaktion" der Justiz gefordert. Es sei wichtig, gemeinsam zu zeigen, dass es eine sofortige Antwort auf die Angriffe gebe, sagte Starmer.

Starmers Regierung kündigte zusätzliche Mittel in Höhe von 25 Millionen Pfund (umgerechnet knapp 29 Millionen Euro) für die Sicherheit von Synagogen und anderen jüdischen Einrichtungen an. "Das wird für mehr Schutz für Synagogen, Schulen, Gotteshäuser und Gemeindezentren sorgen", sagte Innenministerin Shabana Mahmood dem Sender Sky News. Die Menschen seien zutiefst verunsichert.

Der Terrorismusexperte Peter Neumann sprach mit Blick auf die Serie von Anschlägen in Großbritannien von einem "klaren Signal" der iranischen Führung. Die Anschläge folgten einer Vorgehensweise, "die wir von den iranischen Revolutionsgarden seit vielen Jahren kennen". Dass bisher bei den Hayi-Anschlägen "niemand zu Tode kam", sei "kein Zufall", sagte der Professor für Sicherheitsstudien am Londoner King's College. Mit den über seine Handlanger ausgeführten Anschlägen wolle der Iran zeigen: "Ihr mögt unsere Raketen kaputtgemacht haben, aber wir haben da noch ganz andere Möglichkeiten", sagte Neumann der Nachrichtenagentur AFP.

Die Nervosität innerhalb der jüdischen Gemeinschaft in Großbritannien sei derzeit "extrem hoch, weil wir sehen, dass im Prinzip fast jede Woche etwas passiert", sagte Neumann der AFP. Dies sei "auch die Absicht" des Iran. Teheran wolle zeigen: "Wir sind in der Lage, wir sind überall".

O.Wood--EWJ

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