English Woman's Journal - Zentralrat: Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Deutschland schwindet

Zentralrat: Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Deutschland schwindet


Zentralrat: Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Deutschland schwindet
Zentralrat: Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Deutschland schwindet / Foto: Patrik STOLLARZ - AFP/Archiv

Der Zentralrat der Juden hat eine schwindende Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Deutschland beklagt. Auch wird jüdisches Leben aufgrund von Bedrohungen aus der Öffentlichkeit verdrängt, wie aus dem am Freitag vom Zentralrat in Berlin veröffentlichten Lagebild der jüdischen Gemeinden hervorgeht. Diese Entwicklungen seien "alarmierend".

Textgröße ändern:

Für das Lagebild wurden nach 2023 und 2024 zum dritten Mal Führungspersönlichkeiten von 102 jüdischen Gemeinden und Landesverbänden befragt. Nahmen demnach im Jahr 2023 noch 62 Prozent der Gemeinden eine Solidarität aus der Zivilgesellschaft wahr, fiel dieser Wert inzwischen auf nur noch 35 Prozent. Jüdische Gemeinden fühlen sich laut Umfrage zunehmend im Stich gelassen, "während Judenhass, oft getarnt als vermeintlich legitime 'Israelkritik', tief in der bürgerlichen Mitte Anschluss findet".

Die alltägliche Bedrohung führe dazu, dass mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der jüdischen Gemeinden das Leben in Deutschland verglichen mit der Zeit vor dem Terrorangriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 als unsicherer wahrnähmen, heißt es weiter in dem Lagebild. Als Folge zögen sich Jüdinnen und Juden zunehmend aus dem öffentlichen Raum zurück, verheimlichten ihre Identität und verzichteten auf das offene Tragen von Symbolen wie dem Davidstern oder der Kippa.

In den vergangenen zwölf Monaten mussten zudem 21 Prozent der Gemeinden Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen absagen. Nur noch 13 Prozent der Gemeinden schätzen die Zukunft für jüdisches Leben in Deutschland positiv ein.

"Nach dem explosionsartigen Anstieg des Antisemitismus in Folge des 7. Oktober hat sich eine 'neue Normalität' herausgebildet", erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster. Der Ausnahmezustand für Jüdinnen und Juden in Deutschland sei zu einem Dauerkrisenzustand geworden. Jüdische Gemeinden müssten permanent geschützt werden, und der Antisemitismus habe als Teil des öffentlichen Raums eine Normalisierung erfahren. "Diese Zustände sind unhaltbar", erklärte Schuster.

A.Wallace--EWJ

Empfohlen

Staatsmedien: Mindestens 16 Tote und 32 Verletzte bei Erdbeben in Tibet

Bei einem schweren Erdbeben in der autonomen Region Tibet in China sind nach Angaben chinesischer Staatsmedien mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des Sender CCTV vom Freitag wurden weitere 46 Menschen bei dem Beben der Stärke 7,0 verletzt, mehr als 300 Häuser stürzten ein oder wurden beschädigt. Die Nachrichtenagentur Xinhua meldete, die Rettungsarbeiten dauerten an, das Ausmaß der Schäden werde weiter ausgewertet.

Xinhua: Mindestens 16 Tote und 32 Verletzte bei Erdbeben in Tibet

Bei dem schweren Erdbeben in der autonomen Region Tibet in China sind nach jüngsten offiziellen Angaben mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag (Ortszeit) unter Berufung auf örtliche Behörden berichtete, wurden weitere 32 Menschen bei dem Beben der Stärke 7,0 verletzt, mehr als 300 Häuser stürzten ein. Die Rettungsarbeiten dauerten demnach an, das Ausmaß der Schäden werde weiter ausgewertet.

"Rückkehr zur Ruhe": Demonstrationsverbote und weitere Einschränkungen in Frankreich

Mit Demonstrationsverboten und der Einschränkung geplanter Proteste am Samstag will Frankreich Ausschreitungen wie am vergangenen Wochenende verhindern. Oberstes Ziel sei eine "Rückkehr zur Ruhe", sagte Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag. Er kündigte neue Ausgangssperren an; zudem dürften nur von Gewerkschaften organisierte Kundgebungen stattfinden, sagte er. Die Gelbwesten-Bewegung, die zu den Organisatoren der Proteste zählt, kündigte ihren Widerstand an. In Paris bleiben der Louvre und andere Museen am Samstag geschlossen.

Vom IS im Niger entführte Schweizerin und Österreicherin zurück in der Heimat

2025 wurden sie im Niger von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) entführt - nun sind die Schweizerin Claudia Abt und die Österreicherin Eva Gretzmacher freigelassen worden und in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Die 69-jährige Schweizerin landete am Donnerstag am Flughafen Belp nahe Bern, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Das österreichische Außenministerium bestätigte die Landung der 76-jährigen Gretzmacher in Wien.

Textgröße ändern: