English Woman's Journal - Aktivisten: Deutlich mehr Hinrichtungen in Nordkorea während Corona-Pandemie

Aktivisten: Deutlich mehr Hinrichtungen in Nordkorea während Corona-Pandemie


Aktivisten: Deutlich mehr Hinrichtungen in Nordkorea während Corona-Pandemie
Aktivisten: Deutlich mehr Hinrichtungen in Nordkorea während Corona-Pandemie / Foto: STR - KCNA VIA KNS/AFP/Archiv

In Nordkorea ist die Zahl der Hinrichtungen während der Corona-Pandemie einer Menschenrechtsorganisation zufolge dramatisch angestiegen. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Studie der in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ansässigen Organisation Transitional Justice Working Group wurden in den Jahren von 2020 bis 2025 mehr als doppelt so viele Menschen zum Tode verurteilt und exekutiert als in den fünf Jahren zuvor.

Textgröße ändern:

Die Organisation wertete für ihre Studie nach eigenen Angaben unter anderem die Aussagen hunderter aus Nordkorea geflüchteter Menschen. Zudem beruhten die Angaben auf Medienberichten unter Berufung auf anonymisierte Quellen. Insgesamt wurden laut Transitional Justice Working Group 144 bekannte Fälle von Hinrichtungen und Todesstrafen untersucht, die insgesamt mehrere hundert Menschen betroffen hätten. Etwa drei Viertel der Exekutionen waren demnach öffentlich und wurden zumeist durch Erschießen vollzogen.

Die Autoren der Studie verzeichneten insbesondere einen Anstieg der Hinrichtungen wegen des Konsums ausländischer Kultur und politischer Vergehen. Nachdem die Regierung in Pjöngjang im Jahr 2020 Nordkorea noch weiter als zuvor abschottete, habe sich die Menschenrechtslage im Land noch einmal verschlechtert, hieß es weiter. Die Todesstrafe werde seither verstärkt für den Konsum von südkoreanischen Filmen, Serien und Musik verhängt.

Demnach stieg die Zahl der Todesstrafe-Urteile im Zusammenhang mit ausländischer Kultur, Religion und "Aberglauben" um 250 Prozent. Der Anstieg der Hinrichtungen wegen politischer Vergehen, wie etwa Kritik an Machthaber Kim Jong Un, könnte der Studie zufolge darauf hinweisen, dass "die Regierung auf wachsende interne Unzufriedenheit reagiert", indem sie staatliche Gewalt nutze, um Unzufriedenheit zu unterdrücken.

Im vergangenen Jahr hatte auch ein Bericht des UN-Menschenrechtskommissars kritisiert, dass sich die Menschenrechtslage in Nordkorea im Jahrzehnt zuvor nicht verbessert, sondern in einigen Bereichen sogar verschlechtert habe. Die Regierung in Pjöngjang weist derartige Vorwürfe stets zurück und wirft den Vereinten Nationen vor, die Menschenrechte zu instrumentalisieren.

paj/se

Ch.Thomson--EWJ

Empfohlen

EU gibt unter Auflagen grünes Licht für Übernahme von Warner Bros. durch Paramount

Die EU hat grünes Licht für die geplante Übernahme des Film- und Medienkonzerns Warner Bros. Discovery (WBD) durch den Konkurrenten Paramount Skydance gegeben - allerdings unter Auflagen. Paramount müsse seine Anteile an dem Filmvertriebsunternehmen United International Pictures (UIP) aufgeben, erklärte die EU-Kommission am Mittwoch. UIP ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Paramount und Universal, das Filme an Kinobetreiber vertreibt.

In der Türkei festgenommener Deutsche-Welle-Journalist Uludag vorerst freigelassen

Einen Tag nach seiner Festnahme in der Türkei wegen kritischer Kommentare in Onlinediensten ist ein türkischer Journalist der Deutschen Welle Aktivisten zufolge vorerst auf freiem Fuß. Ein Gericht in der Hauptstadt Ankara habe die Freilassung von Alican Uludag bis zum Prozessbeginn angeordnet, teilte die Menschenrechtsorganisation MLSA am Mittwoch mit.

Mit Balkongitter: Von Diebstahl betroffene Apollo-Galerie im Louvre wieder geöffnet

Die meisten Besucher dürften sich für den Balkon interessieren: Neun Monate nach dem spektakulären Juwelen-Diebstahl im Pariser Louvre hat die betroffene Apollo-Galerie wieder geöffnet - allerdings ohne jedes Ausstellungsobjekt. Die üppig dekorierte Galerie aus dem 17. Jahrhundert solle wieder ihrem ursprünglichen Ziel dienen, nämlich dem einer Wandelhalle, erklärte Museumsdirektor Christophe Leribault.

Orban: Durchsuchung bei Ungarns Ex-Regierungspartei Fidesz "politisch motiviert"

Ungarns ehemaliger Ministerpräsident Viktor Orban hat die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen seine Partei Fidesz als politisch motiviert kritisiert. "Seit gestern ist mir klar geworden, worum es hier geht", sagte Orban am Mittwoch Journalisten vor der Fidesz-Parteizentrale. Es handle sich um ein "politisch motiviertes rechtliches Verfahren, das darauf abzielt, Fidesz rechtlich handlungsunfähig zu machen".

Textgröße ändern: