English Woman's Journal - Französischer Ex-Bischof wegen Vergewaltigung zu Schadensersatz verurteilt

Französischer Ex-Bischof wegen Vergewaltigung zu Schadensersatz verurteilt


Französischer Ex-Bischof wegen Vergewaltigung zu Schadensersatz verurteilt
Französischer Ex-Bischof wegen Vergewaltigung zu Schadensersatz verurteilt / Foto: ERIC CABANIS - AFP/Archiv

In Frankreich ist ein sehr bekannter, früherer Bischof wegen Vergewaltigung eines Schülers in den 70er Jahren zu einer Entschädigungszahlung von 200.000 Euro verurteilt worden. Das Pariser Berufungsgericht entschied anders als frühere Instanzen, dass der Fall des früheren Pariser Weihbischofs Jean-Michel di Falco nicht verjährt sei. "Das schuldhafte, sexuelle Verhalten hat einen körperlichen Schaden verursacht, der ihn zu einer Wiedergutmachung verpflichtet", urteilten die Richter.

Textgröße ändern:

Di Falco beteuerte nach der Urteilsverkündung erneut seine "vollkommene Unschuld". Er sei "schockiert", dass seine "moralische und psychologische Unterstützung eines Waisenjungen" falsch gedeutet werde, teilte sein Anwalt mit. Zudem gebe es keine Beweise für die ihm vorgeworfenen Taten, die mehr als 50 Jahre lang zurücklägen. De Falco werde eine Beschwerde beim höchsten Berufungsgericht einlegen.

Bei dem Kläger handelt es sich um den heute 65 Jahre alten Pierre-Jean Pagès. Er wirft De Falco vor, ihn zwischen 1972 und 1975 vergewaltigt zu haben, als der Geistliche eine weiterführende katholische Schule in Paris leitete. Die Taten sind strafrechtlich verjährt, aber Pagès strengte zudem ein Zivilverfahren an. Der 84 Jahre alte ehemalige Bischof befindet sich im Ruhestand.

Das Investigativmagazin "Mediapart" hatte vor einigen Monaten die handschriftliche Korrespondenz des früheren Bischofs mit einem anderen Jugendlichen veröffentlicht, die eine mehrjährige homosexuelle Beziehung erkennen ließ. Der Jugendliche war zu Beginn ihrer Bekanntschaft 15 Jahre alt. Er sagte später, dass di Falco die Beziehung beendet habe, als er "nicht mehr frisch genug" gewesen sei. Dies habe ihn in eine tiefe Krise gestürzt. Di Falco wies auch in diesem Fall jegliches Fehlverhalten zurück.

Di Falco war lange Zeit einer der bekanntesten Bischöfe Frankreichs, da er mit zahlreichen Politikern und Prominenten befreundet war und sich häufig in Medien äußerte. Er zelebrierte 2024 die Trauerfeier für den Schauspieler Alain Delon. 2020 hatte er eine private Trauerfeier für den verstorbenen Präsidenten Valéry Giscard d’Estaing mitzelebriert, dem er nahestand. Anfang der 2010er Jahre hatte De Falco landesweit Erfolg mit der von ihm gegründeten katholischen Pop-Band "Les Prêtres" (Die Priester).

T.Burns--EWJ

Empfohlen

Prozess mit Mafiabezug in Stuttgart: Haftstrafe für Verkauf geklauter Lebensmittel

In einem Prozess mit Bezug zur italienischen Mafiaorganisation 'Ndrangheta hat das Landgericht Stuttgart einen 65-Jährigen wegen des Verkaufs von geklauten Lebensmitteln im großen Stil zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Schuldig gesprochen wurde der Mann zudem wegen der Unterstützung einer kriminellen Vereinigung im Ausland und Steuerhinterziehung, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Demnach ordnete das Gericht die Einziehung vom knapp 333.000 Euro an Tatertägen an.

Sachsen: Großeinsatz gegen illegale Schleusungen - mehr als 50 Durchsuchungen

Mit einem Großeinsatz ist die Bundespolizei in Sachsen gegen illegale Schleusungen von Ausländern vorgegangen. Zahlreiche syrische Tatverdächtige aus Leipzig sollen anderen Syrern ihre Dokumente und Aufenthaltstitel für die unerlaubte Einreise überlassen haben, wie die zuständige Bundespolizeiinspektion in Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt am Dienstag mitteilte.

Nordrhein-Westfalen: Unbekannter erschießt Waschbär mit Armbrust

Ein Unbekannter hat in Nordrhein-Westfalen einen Waschbären offenbar mit einer Armbrust erschossen. Eine Anwohnerin entdeckte das getötete Tier am Montagabend an einem Bach in Niederdresselndorf, einem Ortsteil der Gemeinde Burbach, wie die Polizei am Dienstag in Siegen mitteilte.

23-jähriger Syrer in Berlin wegen Anschlagplanung angeklagt

Wegen der mutmaßlichen Planung eines Anschlags in Berlin hat die Generalstaatsanwaltschaft in der Bundeshauptstadt Anklage gegen einen 23-jährigen Syrer erhoben. Er soll spätestens im März 2025 den Entschluss gefasst haben, mit einem Messer möglichst viele Jüdinnen und Juden sowie "Ungläubige" und anschließend sich selbst mit einem Sprengstoffgürtel zu töten, wie die Anklagebehörde am Dienstag mitteilte.

Textgröße ändern: