English Woman's Journal - Italiener stimmen in Referendum über Justizreform ab - Knappes Ergebnis erwartet

Italiener stimmen in Referendum über Justizreform ab - Knappes Ergebnis erwartet


Italiener stimmen in Referendum über Justizreform ab - Knappes Ergebnis erwartet
Italiener stimmen in Referendum über Justizreform ab - Knappes Ergebnis erwartet / Foto: Piero CRUCIATTI - AFP

In Italien hat am Sonntag ein zweitägiges Referendum über eine umfassende Reform des Justizsystems begonnen. Das Vorhaben der Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sieht unter anderem eine strikte Trennung der Laufbahnen von Richtern und Staatsanwälten vor. Die Opposition sieht in der Reform den Versuch, Richter zu kontrollieren. Sie kritisiert, dass das Vorhaben Probleme wie langwierige Gerichtsverfahren und überfüllte Gefängnisse nicht angehe.

Textgröße ändern:

Die Regierung will mit der strikten Trennung der Laufbahnen von Richtern und Staatsanwälten unter anderem verhindern, dass Juristen von einer Funktion in die andere wechseln können. Damit sollen nach ihren Angaben zu enge Beziehungen zwischen Richtern und Staatsanwälten vermieden werden. Meloni betonte in einem vor dem Referendum veröffentlichten Video, es handle sich um die "historische Chance" handele, das Justizsystem "leistungsorientierter, verantwortungsbewusster und effizienter" zu machen.

Mit der angestrebten Verfassungsänderung will die Regierung auch den Obersten Rat der Magistratur reformieren - das Gremium entscheidet, wer einen Posten erhält, versetzt oder befördert wird. Wer im Obersten Rat sitzt, wird bisher von Juristen und vom Parlament bestimmt. Durch die Reform könnte die Regierung mehr Einfluss auf das Gremium erhalten, fürchten Kritiker.

Die 21-jährige Studentin Margherita Rossi, die in Rom gegen die Reform stimmte, sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie sei auch besorgt, weil das Referendum kein Quorum habe. "Selbst wenn zehn Menschen wählen, könnte die Verfassung trotzdem geändert werden", kritisierte sie.

Jüngste Umfragen deuteten auf ein knappes Rennen zwischen Befürwortern und Gegnern der Reform hin. Die Wahllokale schließen am Montag um 15.00 Uhr. Mit ersten Ergebnissen wird noch am selben Tag gerechnet. Sollte das Ja-Lager gewinnen, hätten die Regierungsparteien ein Jahr Zeit, um die entsprechenden Gesetze zu verabschieden.

Die Reform ist ein zentrales Vorhaben der rechtsgerichteten Regierung Melonis, das Referendum gilt daher auch als Gradmesser für die Zustimmung zu ihrer Politik im Allgemeinen. Meloni und ihre Ministerinnen und Minister hatten mehrfach insbesondere Gerichtsurteile im Bereich Einwanderung kritisiert, die ihrer Meinung nach zu schwach ausfielen. In Italien stehen 2027 wieder Parlamentswahlen an.

N.Macleod--EWJ

Empfohlen

Zug kracht nahe Kamen in Betonplatten auf Gleisen - Staatsschutz ermittelt

In Nordrhein-Westfalen ist ein Regionalexpress in Betonplatten gekracht, die von Unbekannten auf die Gleise gelegt worden waren. Die 309 Passagiere und der Lokführer blieben unverletzt, wie die Polizei in Dortmund am Sonntag mitteilte. Der Zug konnte aber nicht mehr weiterfahren.

Italiener stimmen in Referendum über Justizreform ab - knappes Rennen erwartet

In Italien hat am Sonntag ein zweitägiges Referendum über eine umfassende Reform des Justizsystems begonnen. Das Vorhaben der Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sieht unter anderem eine strikte Trennung der Laufbahnen von Richtern und Staatsanwälten vor. Die Opposition sieht in der Reform den Versuch, Richter zu kontrollieren. Sie kritisiert, dass das Vorhaben Probleme wie langwierige Gerichtsverfahren und überfüllte Gefängnisse nicht angehe.

Früherer FBI-Chef und Sonderermittler Robert Mueller im Alter von 81 Jahren gestorben

Der frühere Chef der US-Bundespolizei FBI, Robert Mueller, ist tot. Er starb im Alter von 81 Jahren, wie die "New York Times" am Samstag unter Berufung auf eine Erklärung seiner Familie berichtete. Mueller war nach seiner Zeit als FBI-Direktor als Sonderermittler mit den Untersuchungen zur Russland-Affäre um US-Präsident Donald Trump beauftragt worden.

Bewaffneter Überfall auf Supermarkt gescheitert

Zwei Täter haben am Freitagabend versucht, einen Supermarkt im hessischen Limburg zu überfallen. Wie die Polizei mitteilte, betraten die beiden Männer den Markt bewaffnet mit einer Pistole und einem Baseballschläger. Dort hätten sie laut "Überfall" gerufen und die Herausgabe von Bargeld verlangt.

Textgröße ändern: