English Woman's Journal - Verbände zu Dunkelfeldstudie: Ausmaß der Gewalt ist ein Schock

Verbände zu Dunkelfeldstudie: Ausmaß der Gewalt ist ein Schock


Verbände zu Dunkelfeldstudie: Ausmaß der Gewalt ist ein Schock
Verbände zu Dunkelfeldstudie: Ausmaß der Gewalt ist ein Schock / Foto: Odd ANDERSEN - AFP/Archiv

Mehrere Sozialverbände haben die Ergebnisse der Dunkelfeldstudie zu partnerschaftlicher Gewalt als alarmierend bezeichnet und einen wirksamen Schutz der Betroffenen gefordert. Die vorgestellten Zahlen seien "ein Schock" und das tatsächliche Ausmaß von Gewalt übersteige die polizeiliche Statistik bei weitem, erklärte der Paritätische Gesamtverband am Dienstag. Der Bedarf an Schutz, Beratung und Prävention sei damit "weitaus größer als bislang angenommen".

Textgröße ändern:

Der Verband forderte einen massiven Ausbau von Schutzhäusern und Beratungsstellen für alle Betroffenen. Nötig seien außerdem "gezielte Investitionen in Familienarbeit und in die Arbeit mit Täterinnen und Tätern, damit Gewalt gar nicht erst entsteht".

Das Familien- und das Innenministerium sowie das Bundeskriminalamt hatten am Vormittag eine Dunkelfeldstudie zu Gewalt innerhalb und außerhalb von Partnerschaften vorgestellt. Demnach werden bei psychischer und körperlicher Gewalt in Partnerschaften 19 von 20 Taten nicht angezeigt.

Die Studie ergab auch, dass grundsätzlich Männer und Frauen von psychischer und körperlicher Gewalt in Partnerschaften beinahe gleichermaßen betroffen sind. Frauen werden allerdings öfters Opfer von sexualisierter Gewalt und erleben häufigere und schwerere Gewalttaten als Männer.

Die Diakonie sieht das Problem auch in den Kommunen, denn diese zögen sich aus der Finanzierung von Unterstützungsangeboten wie Frauenhäusern und Fachberatungsstellen zurück. "Das ist ein Skandal, denn wenn diese Angebote schließen müssen, verlieren betroffene Frauen oft ihre letzte sichere Anlaufstelle", kritisierte Elke Ronneberger, bei dem Verband zuständig für Sozialpolitik.

Die Grünen forderten, das Problem der niedrigen Anzeigequote in den Blick zu nehmen. "Es braucht ein stabiles und niedrigschwelliges Schutznetz für Betroffene von Partnerschaftsgewalt. Die Strukturen in den Strafverfolgungsbehörden, in der Justiz sowie auch in den Beratungsstellen und Einrichtungen müssen konsequent ineinandergreifen", forderten die beiden Politikerinnen Irene Mihalic und Ulle Schauws. Dazu gehörten auch bessere Schulungen in den Behörden und beteiligten Berufen.

K.McMillan--EWJ

Empfohlen

Waldbrände in Südeuropa: Brantner fordert mehr Aufmerksamkeit für Klimaschutz

Angesichts der verheerenden Waldbrände in Frankreich und Spanien hat Grünen-Chefin Franziska Brantner mehr Aufmerksamkeit für den Klimaschutz gefordert. "Diese Brände zeigen erneut, wie verletzlich unsere Gesellschaften durch die Folgen der Klimakrise geworden sind", sagte Brantner am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. "Umso wichtiger ist es, jetzt entschlossen zu helfen und gleichzeitig alles dafür zu tun, solche Katastrophen künftig zu begrenzen."

Weiter dichter Rauch durch Waldbrände nahe Madrid - Ministerpräsident Sánchez vor Ort

Bei dem Großfeuer nahe Madrid gibt es trotz verbesserter Löschbedingungen vorerst keine Entwarnung: Teile der Gegend westlich der spanischen Hauptstadt waren am Samstag durch die Waldbrände weiter in Rauch gehüllt. Brandgeruch drang bis ins Zentrum Madrids vor. Nach Regierungsangaben breiteten sich die Flammen aufgrund "erheblich" besserer Bedingungen nur noch wenig aus. Bei einem Besuch am Samstag vor Ort sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez, vorrangiges Ziel sei es, "Leben zu retten".

Frankreich setzt Militärflugzeug gegen Waldbrände im Südwesten ein

Zur Bekämpfung der Waldbrände im Südwesten Frankreichs soll ab Samstag ein militärisches Transportflugzeug vom Typ A400M eingesetzt werden. Premierminister Sébastien Lecornu habe den Streitkräften die Entsendung der Maschine angeordnet, teilte sein Büro mit. Zudem sollen 100 Feuerwehrleute aus Paris bei der Brandbekämpfung helfen, erklärte der Kommandeur der Pariser Feuerwehrbrigade, Arnaud de Cacqueray, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Weiter dichter Rauch durch Großbrand nahe Madrid - Löschbedingungen über Nacht verbessert

Bei dem Großfeuer nahe Madrid gibt es trotz verbesserter Löschbedingungen vorerst keine Entwarnung: Teile der Gegend westlich der spanischen Hauptstadt waren am Samstag weiter in Rauch gehüllt. Rauchgeruch drang bis ins Zentrum Madrids vor. Nach Regierungsangaben breiteten sich die Flammen aufgrund "erheblich" besserer Bedingungen nur noch wenig aus.

Textgröße ändern: