English Woman's Journal - Britischer Kabinettchef tritt wegen Rolle bei Ernennung von Epstein-Freund Mandelson zurück

Britischer Kabinettchef tritt wegen Rolle bei Ernennung von Epstein-Freund Mandelson zurück


Britischer Kabinettchef tritt wegen Rolle bei Ernennung von Epstein-Freund Mandelson zurück
Britischer Kabinettchef tritt wegen Rolle bei Ernennung von Epstein-Freund Mandelson zurück / Foto: Henry NICHOLLS - AFP

Der Kabinettschef des britischen Premierministers Keir Starmer, Morgan McSweeney, hat im Zusammenhang mit dem Skandal um den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein seinen Rücktritt erklärt. "Nach gründlicher Überlegung habe ich beschlossen, aus der Regierung auszutreten", erklärte McSweeney am Sonntag in einem an den Sender BBC übermittelten Schreiben. Der Kabinettchef hatte eigenen Angaben zufolge Starmer dazu geraten, Peter Mandelson - einen Freund Epsteins - zum Botschafter in Washington zu ernennen.

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"Die Entscheidung, Peter Mandelson zu ernennen, war falsch", erklärte McSweeney. Mandelson habe "unsere Partei, unser Land und das Vertrauen in die Politik selbst beschädigt", betonte der bisherige Kabinettschef in seiner Erklärung. "Ich habe dem Premierminister zu dieser Ernennung geraten und übernehme die volle Verantwortung."

Die Regierung Starmers befindet sich in der Krise, seitdem ans Licht kam, dass Ex-Botschafter Mandelson enge Verbindungen zu Epstein hatte. Mandelson wird vorgeworfen, vertrauliche Regierungsinformationen an Epstein weitergegeben und Geld von ihm angenommen zu haben.

Zuvor hatte das britische Außenministerium bekanntgegeben, dass es eine an Mandelson gezahlte Abfindung prüfe. Starmer hatte den damaligen Botschafter wegen seiner Verbindungen zu Epstein im September entlassen. Mandelson, seit Jahrzehnten eine zentrale Figur in der britischen Politik und der Labour-Partei, erhielt laut einem Bericht der "Sunday Times" nach nur sieben Monaten im Amt eine Abfindung in Höhe von schätzungsweise 44.612 bis 55.000 Pfund (rund 51.300 bis 63.300 Euro).

Das Ausmaß der Verbindungen Mandelsons zu Epstein wurde mit der Freigabe weiterer Epstein-Akten durch das US-Justizministerium Ende Januar bekannt. Demnach soll Mandelson, als er von 2008 bis 2010 Minister unter Premier Gordon Brown war, vertrauliche Finanzdaten der damaligen Labour-Regierung an den US-Finanzier weitergegeben haben.

Dem bis in höchste Kreise international vernetzte Finanzberater und Millionär Epstein wurde vorgeworfen, in der Vergangenheit mehr als tausend Mädchen und Frauen missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Epstein war 2008 verurteilt worden, weil er die Dienste von minderjährigen Prostituierten in Anspruch genommen hatte. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft lautete die Strafe damals aber nur 18 Monate Gefängnis.

2019 wurde Epstein unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen. Rund einen Monat nach seiner Festnahme wurde der 66-Jährige erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden, nach offiziellen Angaben nahm er sich das Leben.

R.Wilson--EWJ

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