English Woman's Journal - Katholische Bischofskonferenz braucht neuen Chef: Bätzing hört nach sechs Jahren auf

Katholische Bischofskonferenz braucht neuen Chef: Bätzing hört nach sechs Jahren auf


Katholische Bischofskonferenz braucht neuen Chef: Bätzing hört nach sechs Jahren auf
Katholische Bischofskonferenz braucht neuen Chef: Bätzing hört nach sechs Jahren auf / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Nach sechs Jahren braucht die katholische Deutsche Bischofskonferenz einen neuen Chef: Der seit 2020 amtierende Vorsitzende Georg Bätzing gibt sein Amt bereits im Februar ab, wie aus einem am Montag von der Bischofskonferenz in Bonn veröffentlichen Brief Bätzings an die anderen Bischöfe hervorgeht. Der Limburger Bischof wird sich demnach bei der am 23. Februar beginnenden Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz nicht für eine zweite Amtszeit als Vorsitzender zur Wahl stellen.

Textgröße ändern:

"Jetzt ist es Zeit, diese für die Arbeit der Bischofskonferenz wichtige Aufgabe in andere Hände zu legen - und ich bin mir sicher, es wird gut weitergehen", erklärte Bätzing in seinem Schreiben. Zu den Gründen für seinen Entschluss äußerte er sich darin nicht näher. "Ich habe mich dazu nach Beratung und reiflicher Überlegung entschieden", schrieb er.

Bätzing hatte den Vorsitz der Bischofskonferenz im März 2020 von seinem Vorgänger, dem Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx, übernommen. Bischof im hessischen Limburg ist der 64-jährige seit 2016. In der Bischofskonferenz beraten die Vertreter der 27 deutschen katholischen Bistümer und Erzbistümer über kirchliche Angelegenheiten. Sie hat 59 Mitglieder.

In dem von der Bischofskonferenz veröffentlichten Brief Bätzings an die Bischöfe bezeichnete er seine Amtszeit als "sechs intensive Jahre". Die Bischöfe hätten "gemeinsam mit vielen anderen aus dem Volk Gottes" viel bewegt und "eine tragfähige Zukunftsgestalt von Kirche in unserem Land" realisieren können, schrieb der als liberal geltende Bätzing darin.

In den vergangenen Jahren hatte es wiederholt teilweise erhebliche Spannungen zwischen den deutschen katholischen Kirche und dem Vatikan um innerkirchliche Reformen und die Positionierung in Fragen etwa im Zusammenhang mit Homosexualität gegeben. Besonders scharf geführt wurden diese Diskussionen um den von der deutschen Kirche auf den Weg gebrachten Reformprozess des sogenannten synodalen Wegs. Der im vergangenen Jahr gestorbene Papst Franziskus kritisierte den synodalen Weg teils scharf, Bätzing musste wiederholt die deutschen Pläne gegen den Vorwurf einer Kirchenspaltung verteidigen.

Die Kirche kämpft zudem mit den Folgen von Missbrauchsskandalen und sinkenden Mitgliederzahlen. Bätzing selbst positionierte sich unter anderem immer wieder auf als scharfer Kritiker der AfD, die er öffentlich antidemokratisch nannte.

Wer Bätzing als neuer Vorsitzender nachfolgen könnte, blieb am Montag zunächst unklar. Bätzing selbst erklärte, er wünsche der Konferenz der Bischöfe "weiterhin den Mut zum offenen Wort, zu konstruktivem Ringen und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen". Er danke allen, die ihn über die Jahre "wertschätzend" wie "konstruktiv-kritisch" unterstützt hätten. Die gegenwärtigen Zeiten seien anspruchsvoll, sie eröffneten allerdings "zugleich neue Gestaltungsspielräume", fügte Bätzing hinzu.

Mit Spannung wird nun abzuwarten sein, ob in der deutschen Kirche die in den vergangenen Jahren deutlichen Kämpfe zwischen konservativen Bischöfen und den liberal-gemäßigten bei der Suche nach einem Nachfolger für Bätzing verstärkt aufbrechen. Die konservativen Bischöfe - darunter etwa der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und mehrere bayerische Bischöfe - kritisierten den synodalen Weg sowohl in Rom als auch in Deutschland.

N.M.Shaw--EWJ

Empfohlen

Trump: Kubanische Regierung erlebt ihre "letzten Momente"

US-Präsident Donald Trump hat erneut ein baldiges Ende der kommunistischen Regierung in Kuba in Aussicht gestellt. "Ich werde mich um Kuba kümmern", sagte Trump am Samstag bei einem Treffen mit Staatschefs verbündeter lateinamerikanischer Länder in der Nähe von Miami. "Kuba befindet sich in den letzten Momenten seines Lebens."

Gipfel zu Drogen und Sicherheit: Trump empfängt Vertreter aus Lateinamerika

US-Präsident Donald Trump empfängt am Samstag Vertreter verbündeter lateinamerikanischer Staaten zu einem Gipfeltreffen. Hauptthemen der Zusammenkunft in Miami im Bundesstaat Florida sind der Kampf gegen den Drogenhandel sowie Sicherheitsfragen. Trump will dabei eine neue Initiative namens "The Shield of the Americas" (etwa: Schild Amerikas) ins Leben rufen.

Epstein-Skandal: Akten zu Missbrauchsvorwürfen gegen Trump veröffentlicht

Laut neu veröffentlichten Epstein-Akten hat ein mutmaßliches Opfer in der Vergangenheit schwere Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump erhoben. Das US-Justizministerium gab am Donnerstag (Ortszeit) Protokolle der Bundespolizei FBI von der Vernehmung einer Frau frei, die angegeben hatte, sie sei im Alter von 13 bis 15 Jahren sowohl von Trump als auch von dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein missbraucht worden. Das Weiße Haus sprach von "haltlosen Anschuldigungen" einer "gestörten Frau".

Gericht: Schnellladesäulen an Bundesautobahnen müssen ausgeschrieben werden

Im Streit um Schnellladesäulen für E-Autos an deutschen Autobahnen hat die Autobahn GmbH des Bundes eine Niederlage erlitten: Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied am Freitag, dass Konzessionen über die Bereitstellung von Schnellladeinfrastruktur an Bundesautobahnen nicht ohne Ausschreibung "vergeben werden dürfen". "Sollte die Autobahn GmbH weiterhin Schnellladeinfrastruktur an Bundesautobahnen errichten lassen wollen, muss sie nun ein Vergabeverfahren durchführen", erklärte das Gericht.

Textgröße ändern: