English Woman's Journal - Biologischen Kampfstoff Rizin hergestellt: Anklage gegen 17-Jährigen in Sachsen

Biologischen Kampfstoff Rizin hergestellt: Anklage gegen 17-Jährigen in Sachsen


Biologischen Kampfstoff Rizin hergestellt: Anklage gegen 17-Jährigen in Sachsen
Biologischen Kampfstoff Rizin hergestellt: Anklage gegen 17-Jährigen in Sachsen / Foto: INA FASSBENDER - AFP/Archiv

Wegen der Herstellung des hochgiftigen biologischen Kampfstoffs Rizin hat die Staatsanwaltschaft Dresden in Sachsen Anklage gegen einen 17-Jährigen erhoben. Der Jugendliche soll im Dezember vergangenen Jahres in einem eigens dafür eingerichteten Labor im Dachgeschoss seines Elternhauses in Zeithain drei Ampullen eines Gemisches aus den Pflanzengiften Rizin und Aconitin hergestellt haben, wie die Justizbehörde am Freitag mitteilte.

Textgröße ändern:

Der 17-Jährige ist demnach nicht vorbestraft und hat sich geständig eingelassen. Als Motiv gab er wissenschaftliches Interesse an. Die Rizin-Ampullen lagerte er in einem Kühlschrank. Rizin ist eine biologische Waffe im Sinne des Kriegswaffenkontrollgesetzes.

Der Beschuldigte soll zudem zwischen Januar und November 2024 in 13 Fällen Blitzknallsätze hergestellt haben, die er teilweise im familieneigenen Garten oder in der Nähe seines Wohnortes explodieren ließ. Die Chemikalien dafür soll er sich bei Onlinehändlern beschafft haben.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und des Landeskriminalamtes Sachsen gibt es keine Hinweise, dass der Beschuldigte andere schädigen wollte. Er ist auf freiem Fuß, es liegen demnach keine Haftgründe vor.

Das Amtsgericht Riesa muss nun über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens wegen des Verdachts der Herstellung und des Besitzes einer biologischen Waffe und des vorsätzlichen unerlaubten Umgangs mit explosionsgefährlichen Stoffen in 13 Fällen entscheiden.

Im April hatten Ermittler das Wohnhaus des damals 16-Jährigen in Zeithain durchsucht. Bei dem Großeinsatz mit mehr als 150 Beamten waren nach damaligen Angaben keine Anhaltspunkte gefunden worden, die auf eine Gesundheitsgefahr für Dritte hindeuteten. Beschlagnahmt wurden neben verschiedenen Gerätschaften elektronische Datenträgern und weitere Dokumente.

Der Einsatz von Rizin wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach in Zusammenhang mit kriminellen oder terroristischen Straftaten beobachtet. Im Jahr 2020 beispielsweise verurteilte das Oberlandesgericht Düsseldorf ein Ehepaar, das für einen islamistischen Anschlag an einem belebten Platz eine hochgefährliche Biowaffe aus Rizin hergestellt hatte, zu mehrjährigen Haftstrafen.

Rizin wird aus den Samen des Wunderbaums, lateinisch Ricinus communis, gewonnen und ist hochgiftig. Alle Teile der Pflanze, die ursprünglich aus Nordost-Afrika und dem Nahen Osten stammt und hierzulande oft in Parkanlagen oder Gärten als Zierpflanze wächst, sind toxisch. Besonders gilt das aber für die bohnenförmigen Samen. Je nach Art der Aufnahme verläuft eine Vergiftung tödlich - und zwar bereits nach 36 bis 72 Stunden.

Das Pflanzengift Aconitin findet sich unter anderem im Blauen Eisenhut, der als giftigste Pflanze Europas gilt. Für den erwachsenen Menschen sind bereits zwei bis sechs Milligramm reines Aconitin tödlich.

P.Mitchell--EWJ

Empfohlen

Brände in Frankreich und Spanien wüten weiter - 300.000 Menschen evakuiert

In Frankreich und Spanien haben tausende Einsatzkräfte am Wochenende weiter gegen die verheerenden Brände gekämpft. Der Sprecher des französischen Feuerwehrverbandes FNSPF, Eric Brocardi, sprach im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag von einem "David-gegen-Goliath-Szenario". Bis zum Wochenende waren wegen der Feuer in Frankreich und Spanien mehr als 300.000 Menschen zur Flucht gezwungen. Die Chefin des spanischen Katastrophenschutzes, Virginia Barcones, sprach von einem Feuer-"Monster".

Blutiger Angriff auf CSD in Berlin: Behörden gehen von islamistischem Anschlag aus

Der Christopher Street Day in Berlin ist zum Ziel eines mutmaßlich islamistischen Angriffs geworden: Eine Frau wurde getötet, knapp 30 Menschen wurden verletzt, als ein Fahrer am Samstagabend mit einem Transporter in eine Menschenmenge raste. Nach Angaben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) gehen die Ermittler von einem "islamistischen Terroranschlag" aus. Nach dem flüchtigen Verdächtigen Abdul B. werde unter anderem an Bahn- und Flughäfen sowie an Grenzen "mit sehr hohem Einsatz" gesucht, sagte der Minister am Sonntag in Berlin.

Berliner Justiz bestätigt: Mutmaßlicher CSD-Angreifer wollte zu IS-Miliz nach Syrien

Der nach dem mutmaßlichen Anschlag beim Berliner Christopher Street Day (CSD) geflüchtete Verdächtige hat nach Justizangaben im vorigen Jahr vergeblich versucht, sich der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien anzuschließen. Außerdem postete er im sozialen Netzwerk Instagram 2024 verbotene Propaganda der Gruppe, wie das Kammergericht und die Generalstaatsanwaltschaft in Berlin am Sonntag gemeinsam mitteilten.

Spaniens König Felipe VI. besucht durch Waldbrände Vertriebene

Spaniens König Felipe VI. hat in einer Notunterkunft Menschen besucht, die vor den verheerenden Waldbränden im Land aus ihren Häusern fliehen mussten. Die Betroffenen hätten "viel" verloren, beklagte der Monarch am Sonntag beim Besuch der nahe Madrid gelegenen Gemeinde Villamanta. "Gemeinsam haben wir ein Naturerbe von unschätzbarem Wert verloren."

Textgröße ändern: