English Woman's Journal - Frankreich begeht Nationalfeiertag unter Eindruck des Ukraine-Kriegs

Frankreich begeht Nationalfeiertag unter Eindruck des Ukraine-Kriegs


Frankreich begeht Nationalfeiertag unter Eindruck des Ukraine-Kriegs
Frankreich begeht Nationalfeiertag unter Eindruck des Ukraine-Kriegs / Foto: Ludovic MARIN - AFP

Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs hat Frankreich am Donnerstag mit einer Militärparade in Paris seinen Nationalfeiertag begangen. In einem Militärfahrzeug fuhr Präsident Emmanuel Macron die Truppen auf dem Boulevard Champs-Elysées ab, bevor er mit anderen Würdenträgern Platz auf der Tribüne am Place de la Concorde nahm. Beim Parademarsch wurden auch die Fahnen der neun diesjährigen Gastländer präsentiert, allesamt Nachbarländer Russlands oder der Ukraine.

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Die Parade sei in diesem Jahr "vom strategischen Kontext" gekennzeichnet, hieß es aus dem Büro von Präsident Macron. Es gehe darum, "die strategische Solidarität mit unseren Verbündeten hervorzuheben".

Ein Höhepunkt der Militärparade war die Flugshow der Luftwaffe. Daran beteiligt war auch die Kunstfliegerstaffel Patrouille de France, die im Mai bei der Weltpremiere des Films "Top Gun: Maverick" bei den Filmfestspielen in Cannes für Aufsehen gesorgt hatte. Am Donnerstag malten die Düsenjets zu Beginn der Parade die Farben der Tricolore an den Himmel über Paris.

An der Parade nahmen in diesem Jahr 6300 Menschen teil, darunter etwa 5000 zu Fuß. 64 Flugzeuge waren im Einsatz sowie eine Drohne, 25 Hubschrauber, 200 Pferde und 181 Fahrzeuge.

Die französischen Truppen, die seit dem Beginn der russischen Offensive in Osteuropa stationiert wurden, nehmen bei der Parade einen besonderen Platz ein. Als Gastländer wurden Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien eingeladen.

Paris hat seine militärische Präsenz in Osteuropa seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine deutlich verstärkt. Etwa 500 zusätzliche französische Soldaten sind seit Februar in Rumänien als Teil der dortigen Nato-Mission stationiert. Frankreich unterstützt außerdem Missionen in Estland und Polen mit Bodentruppen und Flugzeugen.

Mit Spannung erwartet wird ein seltenes Live-Interview Macrons, das er nach der Militärparade um 13.10 Uhr mit den Sendern France 2 und TF1 führen wird. Es ist Macrons erstes Fernsehinterview seit seiner Wiederwahl zum Staatsoberhaupt im April.

Dabei wird es unter anderem um die komplizierte innenpolitische Situation gehen, die durch Macrons Verlust der absoluten Mehrheit bei der Parlamentswahl entstanden ist. Ein weiteres wichtiges Thema dürften die Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die französische Wirtschaft sein.

Angesichts des Ukraine-Konflikts und hohen Inflationsdrucks hat Präsident Macron eine Erhöhung des Verteidigungsetats für die kommenden Jahre angekündigt.

Die Militärparade am 14. Juli erinnert an den Sturm auf die Bastille im Jahr 1789. Das Ereignis steht stellvertretend für den Beginn der französischen Revolution.

Bei der Parade wird traditionell Frankreichs neueste Militärausrüstung zur Schau gestellt. Am Donnerstag wurde unter anderem die Drohne "Reaper" des US-Herstellers General Atomics präsentiert, mit der in Westafrika gegen Dschihadisten vorgegangen wird.

Landesweit sind am Donnerstag nach Angaben des Innenministeriums rund 125.000 Sicherheitskräfte im Einsatz, um einen störungsfreien Ablauf der Feierlichkeiten zum 14. Juli zu gewährleisten. Am Abend sind in zahlreichen französischen Städten gigantische Feuerwerke geplant.

M.Campbel--EWJ

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