English Woman's Journal - Monopolkommission: Macht der Lebensmittelketten "besorgniserregend"

Monopolkommission: Macht der Lebensmittelketten "besorgniserregend"


Monopolkommission: Macht der Lebensmittelketten "besorgniserregend"
Monopolkommission: Macht der Lebensmittelketten "besorgniserregend" / Foto: Damir SENCAR - AFP/Archiv

Die Lebensmittelpreise sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, die Bauern protestieren gegen die Marktmacht des Handels: Die unabhängige Monopolkommission hat daher die Marktverhältnisse im Lebensmitteleinzelhandel untersucht. Sie kommt in ihrem am Freitag veröffentlichten Gutachten zu dem Schluss, dass die Konzentration in der Branche "erheblich" zugenommen hat - und gleichzeitig die Preisaufschläge auf Lebensmittel. Das sei "besorgniserrend". Die Regierung müsse einschreiten.

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Rund 85 Prozent des Lebensmitteleinzelhandels werden von vier großen Unternehmensgruppen kontrolliert: Edeka, Rewe, Lidl und Aldi. Die Untersuchung der Monopolkommission zeige, dass die durchschnittlichen Gewinnmargen von Einzelhändlern und Herstellern seit über zehn Jahren ansteigen – parallel zu den Konzentrationsprozessen auf beiden Ebenen, wie das Gremium mitteilte. Im gleichen Zeitraum seien die Verbraucherpreise stärker gestiegen als in vielen anderen EU-Ländern. Der Wettbewerb auf dieser Ebene sei "geschwächt", erklärte der Kommissionsvorsitzende Tomaso Duso.

Die Monopolkommission empfiehlt der Regierung, die voranschreitende Konzentration im Einzelhandel zu stoppen und künftige Zusammenschlüsse verstärkt daraufhin zu prüfen, wie sie sich auf die gesamte Lieferkette auswirken. "Akuten" Handlungsbedarf sieht das Gremium auf Ebene der Lebensmittelhersteller. Bei manchen Lebensmitteln hätten einzelne Unternehmen in Deutschland bereits "starke Marktmacht" - dieser Konzentrationsprozess dürfe sich nicht fortsetzen.

Duso forderte hier wirksamere Kontrollen gegen "Machtmissbrauch": Es gebe zwar schon Gesetze gegen unfaire Handelspraktiken - Landwirte schreckten jedoch oft vor Meldungen und Beschwerden zurück. "Daher brauchen wir eine konsequentere Durchsetzung bestehender Regeln." Hier sieht er die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung und das Bundeskartellamt in der Pflicht.

P.Smid--EWJ

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