English Woman's Journal - 16 Festnahmen bei europaweitem Schlag gegen Enkeltrickbetrüger

16 Festnahmen bei europaweitem Schlag gegen Enkeltrickbetrüger


16 Festnahmen bei europaweitem Schlag gegen Enkeltrickbetrüger
16 Festnahmen bei europaweitem Schlag gegen Enkeltrickbetrüger / Foto: INA FASSBENDER - AFP/Archiv

Bei einem europaweiten Schlag gegen international agierende Enkeltrickbetrüger haben Ermittler insgesamt 16 Verdächtige vorläufig festgenommen. Drei mutmaßliche Callcenter, von denen aus die Betrüger ihre meist älteren Opfer angerufen haben sollen, wurden stillgelegt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Berlin am Mittwoch mitteilten. Durch den Einsatz seien 44 Enkeltricktaten mit einem möglichen Schaden von rund zwei Millionen Euro verhindert worden.

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An dem sogenannten Verbundeinsatz waren auch Behörden aus Österreich, Polen, der Schweiz, der Slowakei und Tschechien beteiligt. Die stillgelegten Callcenter befanden sich in Frankfurt am Main, im polnischen Warschau sowie im österreichischen Wien. Durch die Zerschlagung sei ein "erheblicher Teil der Infrastruktur zur Begehung dieser Betrugsstraftaten nachhaltig unschädlich" gemacht worden, hieß es weiter.

Die Ermittler sprachen im Zusammenhang mit Enkeltrickbetrug von "hochgradig organisierten Banden", die mit sogenannten Schockanrufen ihre Opfer massiv unter Druck setzen, um an ihr Geld zu gelangen. Dabei werde oft vorgetäuscht, dass Kinder oder Enkelkinder der Angerufenen einen schweren Unfall verursacht hätten, und mit einer Kaution eine vermeintliche Untersuchungshaft abgewendet werden könne. Das Geld sollen die Opfer anschließend an sogenannte Abholer übergeben.

Unter den 16 Festgenommenen im Alter von 22 bis 63 Jahren befanden sich vier Anrufer und zwölf Abholer. Drei polnische Verdächtige im Alter von 24 bis 49 Jahren kamen in Untersuchungshaft. Die Verfahren gegen die drei laufen in Stuttgart und in Polen.

Bei Durchsuchungen wurden zudem zahlreiche Beweismittel wie Mobiltelefone und Laptops beschlagnahmt. Auch Drogen und Markenuhren im Wert von rund 94.000 Euro wurden gefunden.

Der umfangreiche Einsatz wurde vom Berliner Landeskriminalamt koordiniert und lief zwischen Mitte September und Ende Oktober. Auch die europäische Ermittlungsbehörde Europol war beteiligt.

M.Stevenson--EWJ

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