English Woman's Journal - 25 Jahre nach der Tat: Ehemann von getöteter Frau in München verurteilt

25 Jahre nach der Tat: Ehemann von getöteter Frau in München verurteilt


25 Jahre nach der Tat: Ehemann von getöteter Frau in München verurteilt
25 Jahre nach der Tat: Ehemann von getöteter Frau in München verurteilt / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

25 Jahre nach der Tötung einer Frau in München ist der Ehemann des Opfers zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht München I sprach ihn des heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Freitag in der bayerischen Landeshauptstadt mitteilte.

Textgröße ändern:

Die 28 Jahre alte Frau war im Februar 2000 stranguliert in ihrer Wohnung gefunden worden. Ihr Ehemann und Vater ihrer vier Kinder, von dem sie sich drei Jahre zuvor getrennt hatte, geriet schnell unter Tatverdacht. Dieser konnte aber von den Ermittlern damals nicht erhärtet werden. 2023 meldete dann ein Zeuge verfahrensrelevante Informationen, die zur Festnahme des Manns führten.

Nach den Feststellungen des Gerichts war der Mann gemeinsam mit einem unbekannten Täter in die Wohnung seiner Ehefrau eingedrungen, für die er sich einen Schlüssel besorgt hatte. Sie töteten die Frau und versuchten, einen Suizid vorzutäuschen.

Laut Gericht war die Ehe der beiden von den Familien in der Türkei arrangiert worden. Die Getötete kam zu dem Angeklagten nach Deutschland und lebte dort mit der Familie des Manns als eine Art Haussklavin, die Gewalt und Unterdrückung erlebte. Schließlich flüchtete sie in ein Frauenhaus und bekam später mit ihren Kindern eine eigene Wohnung. Der Angeklagte konnte sich nicht mit der Trennung abfinden und sah dies als Angriff auf seine Ehre und die Ehre der Familie.

Aus Sicht der Kammer handelte der Angeklagte aus narzistisch geprägter Wut und Verärgerung über die Verletzung seiner Ehre und über die neue Beziehung seiner Frau. Ein Suizid wurde laut Gericht durch einen rechtsmedizinischen Sachverständigen ausgeschlossen. Zudem wurden Haare des Angeklagten neben der Leiche gefunden, obwohl dieser die Wohnung angeblich nie betreten hatte.

K.McMillan--EWJ

Empfohlen

CSD-Anschlag: Justizressort prüft Konsequenzen - Schon zuvor Schritte eingeleitet

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag beim Berliner Christopher Street Day (CSD) prüft das Bundesjustizministerium mögliche Konsequenzen. Ein Sprecher warnte am Montag in Berlin jedoch vor übereiltem Handeln. Er verwies auch auf eine ohnehin bereits geplante wissenschaftliche Studie zur Evaluierung des Jugendstrafrechts.

Unwetter beschädigt Dutzende Gebäude in Schleswig-Holstein

Ein Unwetter hat im schleswig-holsteinischen Glückstadt und im Umland 40 bis 50 Wohn- und Gewerbegebäude beschädigt. Körperlich verletzt wurde niemand, wie die Polizei in Itzehoe am Montag mitteilte. Demnach zog am Sonntagabend gegen 18.55 Uhr ein Gewitter mit Sturmböen und möglicherweise einer Windhose über die Region. Der Gesamtschaden dürfte nach einer ersten Einschätzung im hohen sechsstelligen bis siebenstelligen Bereich liegen.

Berliner CSD-Verein warnt nach Anschlag vor Spaltung und Hass gegen Muslime

Der Berliner CSD-Verein hat nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in der Bundeshauptstadt vor einer Instrumentalisierung der Tat gegen Muslime gewarnt. "Wir benennen islamistischen Terror klar und ohne Relativierung", erklärte der Vorstand am Montag. Zugleich stelle man sich "jedem Versuch entgegen", die Tat für Hass gegen Muslime und Menschen bestimmter Herkunft zu "instrumentalisieren".

CSD-Anschlag: Berliner Justiz verteidigt Aufhebung von Haftbefehl

Die Berliner Justiz hat die Aufhebung des Haftbefehls gegen den mutmaßlichen Attentäter vom Berliner Christopher Street Day (CSD) nach dessen Verurteilung im Mai verteidigt. Da das Gericht eine Strafe von einem Jahr und zehn Monaten für tat- und schuldangemessen erachtet habe und die Untersuchungshaft anzurechnen sei, sei dies nicht ungewöhnlich, teilte eine Sprecherin des Berliner Strafgerichts am Montag mit.

Textgröße ändern: