English Woman's Journal - Berufungsverfahren im Vergewaltigungsfall Gisèle Pelicot hat begonnen

Berufungsverfahren im Vergewaltigungsfall Gisèle Pelicot hat begonnen


Berufungsverfahren im Vergewaltigungsfall Gisèle Pelicot hat begonnen
Berufungsverfahren im Vergewaltigungsfall Gisèle Pelicot hat begonnen / Foto: Christophe Simon - AFP

Ein Jahr nach dem aufsehenerregenden Vergewaltigungsprozess von Avignon hat am Montag der Berufungsprozess zu dem Fall eines mutmaßlichen Vergewaltigers von Gisèle Pelicot begonnen. Der 44 Jahre alte Husamettin D. will vor Gericht erneut seine Unschuld erklären. Er ist der einzige der 51 Verurteilten des ersten Prozesses, der an einem Berufungsverfahren festhielt.

Textgröße ändern:

Die 72-jährige Pelicot, die zu einer Ikone des Kampfes gegen sexualisierte Gewalt geworden ist, erschien in Begleitung ihres Sohnes Florian vor dem Gericht in Nîmes und schüttelte Unterstützern die Hand, wie AFP-Journalisten berichteten. Die 72-Jährige soll am Mittwoch aussagen.

Am Dienstag wird ihr im Gefängnis sitzender Ex-Mann Dominique Pelicot befragt. Dieser hatte sie über Jahre hinweg immer wieder mit Medikamenten betäubt und vergewaltigt sowie von zahlreichen Männern vergewaltigen lassen, die er in Internetforen kontaktiert hatte. Der Prozess soll voraussichtlich maximal vier Tage dauern.

Einer von Pelicots Anwälten sagte, sie hätte gerne auf die "Tortur" des Berufungsverfahrens verzichtet, habe aber keine Angst davor, erneut ins Rampenlicht zu treten. Sie verstehe "die Aufmerksamkeit, die ihrem Fall zuteil wird, der über ihre Person hinaus von universeller Bedeutung ist", sagte Antoine Camus der Nachrichtenagentur AFP.

Gisèle Pelicot hatte sich für ein öffentliches Verfahren eingesetzt, "damit die Scham die Seite wechselt". Der Prozess endete mit Haftstrafen für alle Angeklagten. Der Hauptangeklagte, ihr früherer Ehemann Dominique Pelicot, bekam die Höchststrafe von 20 Jahren.

P.Smid--EWJ

Empfohlen

Schrumpfen der Kirchen in Deutschland ungebrochen - weniger Austritte

Das Schrumpfen der katholischen und der evangelischen Kirche in Deutschland hält ungebrochen an. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Mitglieder der Großkirchen um etwa 1,13 Millionen, wie aus den von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Montag veröffentlichten Statistiken für 2025 hervorgeht. Grund für den anhaltenden Rückgang sind weiter hohe Austrittszahlen sowie Sterbefälle.

Technische Ursache für Brand an Bundeswehrlastwagen in Lüneburg - Millionenschaden

Ein Feuer an einem Lastwagen der Bundeswehr im niedersächsischen Lüneburg ist durch einen technischen Grund verursacht worden. Wie die Polizei in Lüneburg am Montag mitteilte, konnte der Brandausbruch im Bereich der Technik des Transportlastwagens vom Typ Elefant lokalisiert werden. Mögliche Hinweise auf Brandstiftung verdichteten sich demnach nicht.

Raubmord in Schrebergarten: Lebenslange Haft für 68-Jährigen in Niedersachsen

In einem Prozess um einen Raubmord in einem Schrebergarten im niedersächsischen Hameln ist der Beschuldigte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Hannover stellte nach Angaben eines Sprechers vom Montag außerdem die besondere Schwere der Schuld fest, was eine mögliche vorzeitige Haftentlassung des 68-Jährigen praktisch ausschließt.

Anklage gegen früheren Chefarzt wegen Missbrauchs von jugendlichen Patientinnen

Wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs von jugendlichen Patientinnen hat die Staatsanwaltschaft Duisburg Anklage gegen einen früheren Chefarzt einer Kinder- und Jugendpsychiatrie erhoben. Wie die Anklagebehörde in der nordrhein-westfälischen Stadt am Montag mitteilte, werden dem Mediziner sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Jugendlichen zulasten von vier Patientinnen vorgeworfen.

Textgröße ändern: