English Woman's Journal - Ermittler aus Baden-Württemberg identifizieren international gesuchten Hacker

Ermittler aus Baden-Württemberg identifizieren international gesuchten Hacker


Ermittler aus Baden-Württemberg identifizieren international gesuchten Hacker
Ermittler aus Baden-Württemberg identifizieren international gesuchten Hacker / Foto: THOMAS SAMSON - AFP/Archiv

Ermittler aus Baden-Württemberg haben einen international gesuchten Hacker identifiziert. Gegen den mutmaßlichen Kopf einer weltweit agierenden Bande wurde ein europäischer Haftbefehl erlassen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe am Mittwoch mitteilte. Er und seine Mittäter sollen mit Schadsoftware die Daten von weltweit über 300 Unternehmen gestohlen und verschlüsselt haben, um die Firmen zu erpressen. Mindestens neun dieser Firmen befanden sich in Deutschland.

Textgröße ändern:

Für die Entschlüsselung und Nichtveröffentlichung der Daten soll die Gruppe hohe Lösegelder gefordert haben. Den Schaden schätzten die Ermittler auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag.

2023 hatten Ermittler das weltweit handelnde Netzwerk Hive zerschlagen und in der Ukraine mehrere Menschen festgenommen. Der nun per Haftbefehl Gesuchte soll mit seiner Gruppe mit diesem Netzwerk als Partner zusammengearbeitet haben. Die Partner drangen in die IT-Netze ihrer Opfer ein und verschlüsselten die Daten mit einer Software, die Hive zur Verfügung stellte. Betroffen waren Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.

Durch die Auswertung von Chats und Transaktionen von Kryptowährungen wurde der mutmaßliche Hauptdrahtzieher nun identifiziert. Auch die US-Behörden ermitteln gegen den Mann. Sie lobten wegen weiterer Taten, die nicht das Verfahren aus Baden-Württemberg betreffen, zehn Millionen Dollar für seine Ergreifung aus.

"Erneut ist der Polizei Baden-Württemberg gemeinsam mit internationalen Partnern ein großer Erfolg im Kampf gegen weltweit agierende Cyberkriminelle gelungen", erklärte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU). In einer Zeit, in der sich Kriminalität immer mehr ins Netz verlagere, sei es wichtig, Cyberkriminelle auch im letzten Winkel des Netzes aufzuspüren.

Landesjustizministerin Marion Gentges (CDU) erklärte, die Bedrohung durch Cyberkriminalität sei "in Deutschland konstant hoch". Der Erlass des europäischen Haftbefehls zeige "deutlich, dass eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Behörden der Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Aufklärung von Cyberverbrechen darstellt".

L.MacDonald--EWJ

Empfohlen

Nordrhein-Westfalen: Drei Jahre Haft wegen Korruption für früheren Polizist

Ein ehemaliger Polizeibeamter aus Nordrhein-Westfalen ist wegen Korruption zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Mönchengladbach sprach den Angeklagten unter anderem wegen Bestechlichkeit, versuchter Erpressung und versuchter Strafvereitelung im Amt schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag sagte. Das Urteil vom späten Montag ist noch nicht rechtskräftig.

Zehneinhalb Jahre Haft nach tödlichem Streit in Frankfurt am Main

Das Landgericht Frankfurt am Main hat einen 42-Jährigen wegen eines tödlichen Streits zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt. Schuldig gesprochen wurde er wegen Totschlags, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag sagte. Demnach sah es die zuständige Kammer in ihrem Urteil vom Montag als erwiesen an, dass der Mann im September 2024 seine Freundin im Streit getötet hatte.

EuGH: Kirchenaustritt allein ist kein Grund für Kündigung

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hat Beschäftigten bei kirchlichen Organisationen den Rücken gestärkt. Ihnen kann einem Urteil vom Dienstag zufolge nicht ohne Weiteres gekündigt werden, nur weil sie aus der Kirche austraten. Gerichte - nicht die Kirche - müssen demnach beurteilen, ob eine Kündigung im konkreten Fall dennoch gerechtfertigt ist. (Az. C-258/24)

Getöteter Jugendlicher in Eckernförde: 23-jähriger Tatverdächtiger festgenommen

Nach dem gewaltsamen Tod eines Jugendlichen nach einem Streit auf einem Supermarkt-Parkplatz in Eckernförde in Schleswig-Holstein hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Der 23-jährige Verdächtige sei am Montagnachmittag in Bremen gefasst worden, wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Kiel am Dienstag mitteilten. Gegen ihn besteht der dringende Tatverdacht des Totschlags. Der 23-Jährige kam nach einem Haftbefehl in Untersuchungshaft.

Textgröße ändern: